Unterwegs im Lande des Vlad Țepeș | Fünfter Teil

valentino

Landschaft bei Vârșolț

Illustration: Valentino

Nachdem wir eine weitere Nacht kurz hinter Șimleu Silvaniei im Zelt geschlafen hatten, brachte uns der folgende Tag einen kurzen Aufenthalt in einer Dorfkneipe und viele Staub und Diesel aufwirbelnde Lastwagen. In Vârșolț bogen wir rechts ab und erreichten nach einer kleinen Anhöhe einen See, den wir zuvor auf der Landkarte entdeckt hatten und in dem wir uns waschen wollten. Doch anstelle des ersehnten Badestrandes tauchte vor uns ein umzäuntes Fabrikgelände auf. An den Ufern des Sees donnerten schwere Laster über provisorische Pisten.

Am gegenüber liegenden Ufer jedoch sah der See zugänglich aus, darum fragten wir einen Lastwagenfahrer, ob es möglich sei, in dem See zu schwimmen. Auch mit Händen und Füßen waren die Verständigungsprobleme nicht zu lösen, bis ein kleiner Junge zu Hilfe kam. Trotz Hitze trug er Pullover und Jeans. Er machte uns klar, dass man am anderen Ufer des Sees durchaus schwimmen könne, der See aber nicht besonders sauber sei. Wir schoben die Räder vorbei an Beerensträuchern bis an den Rand des Ufers. Dahinter brach dieses steil ab. Morastiger Boden breitete sich auf einer weiten Ebene bis zum Wasser hin aus. Einige Vögel schwammen auf der Oberfläche des Sees.

Mein Begleiter stieg den Abhang hinab und watete durch den Schlick in Richtung Wasser. Er hatte es fast erreicht, da rief ihm der Junge vom Ufer aus zu, es sei verboten im See zu baden, außerdem gäbe es Wasserschlangen. Das hätte ihm sein Vorgesetzter gesagt. Ein Blick auf die Karte sagte uns, dass wir später an einem Flusslauf vorbeikommen würden, der sich womöglich besser zur Körperreinigung eignete. Wir fuhren zurück nach Vârșolț und auf der Hauptstraße weiter über Zalău in Richtung Jibou.

(c) valentino 2012

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