Unterwegs im Lande des Vlad Țepeș | Siebter Teil

valentino

Haus in Transsilvanien

Illustration: Valentino

In einem Dorf trafen wir Gheorghe, der sich als „König der Schnapsbrenner“ ausgab. Tatsächlich brannte er, wie sich nach einer Kostprobe herausstellte, ausgezeichneten Pflaumenschnaps. In kurzer Zeit versammelte sich nahezu die ganze Familie auf dem Hof, was uns zu einem etwas überstürzten Aufbruch nötigte. Nachdem wir eine Flasche des edlen Trunkes ersteigert, das Dorf verlassen und das Zelt aufgebaut hatten, fielen wir dank Țuică in einen tiefen Schlaf, den der Regen bis in die Mittagsstunden des nächsten Tages verlängerte, so dass an eine Weiterfahrt bei dem Wetter nicht zu denken war.

Nachmittags in Bistrița beschrieb uns Lucia auf Englisch den Weg zum Hotel. Wir trafen Lucia, die an der Universität von Năsăud Volkskunde studierte, am folgenden Vormittag an dem großen Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert, der zu einer Pfarrkirche gehörte. Im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte der Region Bistrița-Năsăud weckte sie unsere Begeisterung für archäologische Funde, Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus vorchristlicher Zeit, traditionelle Einrichtungen, landwirtschaftliche Geräte und Trachten der Siebenbürger Sachsen.

Unser nächstes Ziel hieß Vatra Dornei. Wir näherten uns den Karpaten, dem Gebirge, welches durch Bram Stokers Vampir-Klassiker Berühmtheit erlangt hatte. Allerdings war von den finsteren, unheimlichen Felsformationen nichts zu sehen. Die bewaldeten Vorgebirge der Karpaten machten einen eher friedlichen Eindruck. Auch entdeckten wir weit und breit keine Spur von Vampiren. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt, da uns das Tageslicht noch beschützte.

(c) valentino 2012

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2 Gedanken zu “Unterwegs im Lande des Vlad Țepeș | Siebter Teil

  1. „Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt, da uns das Tageslicht noch beschützte“ …. das klingt nach einer spannenden Fortsetzung : ) Wieder eine sehr schöne Folge eurer Reisebeschreibung, danke!

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