Star Trek – Into Darkness (Filmrezension)

9. Mai 2013 § Ein Kommentar

V. Beautifulmountain

Kinostart: 9. Mai 2013

Um die Jahrtausendwende schien das Star-Trek-Universum zu Ende erzählt (auch wenn etliche Trekkies den Autor dieser Zeilen für diese These womöglich steinigen würden): Nach dem grandiosen 1996er-Kinohit „Der erste Kontakt“ hatten die beiden Nachfolger „Der Aufstand“ (1998) und „Nemesis“ (2002) nur solide Science-Fiction-Unterhaltung geboten. Auch die als Prequel konzipierte bislang letzte Star-Trek-Fernsehserie „Enterprise“ (2001–2005) brachte keine entscheidend neuen Impulse. Trotzdem begann schon 2005 die Arbeit an einem weiteren Kinofilm. „Star Trek“ schlug 2009 ein wie eine Bombe, was einerseits an der Wucht der großartigen Bilder lag, andererseits nicht zuletzt auch an der Idee, zu den Anfängen der Serie zurückzukehren und den Werdegang von James T. Kirk und Spock zu beleuchten.

In der Fortsetzung „Star Trek – Into Darkness“ sind erneut Chris Pine („Carriers“) als Kirk und der durch die TV-Serie „Heroes“ zum Star gewordene Zachary Quinto als Spock zu sehen. Speziell Quinto hatte sich bereits in „Star Trek“ als Idealbesetzung des rein logisch vorgehenden Vulkaniers erwiesen; er überzeugt auch beim zweiten Mal. Die anderen tragenden Säulen der Enterprise-Crew sind ebenfalls erneut an Bord, darunter Simon Pegg als Scotty und Zoe Saldana als Uhura.

Als feinster Besetzungsstreich erweist sich der bei uns als Sherlock Holmes bekannt gewordene Engländer Benedict Cumberbatch in der Rolle des Gegenspielers John Harrison. Und da die Information bereits vor Kinostart durchs Netz gegeistert ist, verraten wir nicht zu viel, wenn wir an dieser Stelle Harrisons Alias preisgeben: Khan – genau: der Übermensch, den u. a. im zweiten Kinofilm „Der Zorn des Khan“ (1982) Ricardo Montalban verkörpert hat. Cumberbatch wirft ein britisch-aristokratisches Charisma in die Waagschale und liefert Schauspielkunst ab, die dem ansonsten eher auf wuchtige Bilder und Action setzenden Film gut zu Gesicht steht.

Im Prolog rettet die „Enterprise“ eine kleine Welt samt ihrer rückständigen Einwohner vor der Zerstörung, indem sich Spock ins Innere eines kurz vor der Eruption stehenden Vulkans abseilt und die Lavamassen zum Gefrieren bringt. Klingt hanebüchen? Egal – is’ ja kein Doku-Drama hier. Um Spocks Überleben zu retten, ignoriert Heißsporn Kirk kurzerhand ein paar Direktiven der Sternenflotte. Dummerweise kann Spock nicht lügen – er petzt bei Admiral Pike (Bruce Greenwood). Das kostet Kirk das Kommando der „Enterprise“. Kurz darauf erschüttert ein Terroranschlag London. Die Krisensitzung des Sternenflotten-Kommandos unter Admiral Marcus (Peter Weller, „Robocop“) offenbart eine weitaus größere Dimension der Bedrohung – Stichwort Khan. Der flieht ausgerechnet ins Reich der – Trommelwirbel – Klingonen!

Damit die Trekkies nicht allzu enttäuscht sind, sei an dieser Stelle verraten, dass die Klingonen im Film lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Da freuen wir uns auf die nächste Fortsetzung. Dennoch bietet „Star Trek – Into Darkness“ genügend Schauwert für Trekkies. Nicht-Trekkies können sich an einem actionreichen und bombastischen Weltraum-Abenteuer erfreuen, auch wenn J. J. Abrams gegenüber dem Vorgängerfilm ein wenig auf der Stelle tritt. Vielleicht steckte der Regisseur mental bereits in der Vorbereitung zum nächsten Star-Wars-Film, einem Franchise, dem er nach eigener Aussage deutlich mehr abgewinnen kann als dem Star-Trek-Universum.

Abschließend ein Wort zu 3D: Der Trailer sah in 3D herausragend aus und weckte hohe Erwartungen, die der Film leider nicht einhält. Es scheint sich zu etablieren, die 3D-Technik bei Trailern mehr auszureizen. Das mag kurzfristig den einen oder anderen Zuschauer mehr zur Zahlung des Aufpreises bewegen; ob sich dieser Schmu am Kinogänger auf Dauer auszahlt, sei dahingestellt. „Star Trek – Into Darkness“ sieht gut aus, mehr aber auch nicht. 2D hätte völlig ausgereicht, zumal gelegentlich undefinierbare Teilchen vor der Leinwand zu schweben scheinen, die eher stören als dass sie ein räumliches Erlebnis bewirken. Schade drum.

USA 2013
Regie: J. J. Abrams
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof
Besetzung u. a.: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch, Zoe Saldana, Simon Pegg, Peter Weller, Karl Urban, Alice Eve, Bruce Greenwood

(c) V. Beautifulmountain 2013

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§ Eine Antwort auf Star Trek – Into Darkness (Filmrezension)

  • Schöne und solide Rezension – besonders das Gemuffel über den aufgesetzten 3D-Effekt gefällt mir. Bei „Star Trek“ wirkt solch eine Uralt-Illusionstechnik sowieso eher peinlich. Fürs echte räumliche Gefühl hätte man hier unbedingt bis zur Erfindung des Holo-Decks warten sollen. – Und Dank auch dem Autor, daß er nicht verraten hat, mit wem Jim Kirk, der notorische Schürzenjäger, diesmal rumknutscht!

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