Autoren- und Künstlerwochenende auf der Tromm | 2

13. Dezember 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir erreichen das Trommhaus im Odenwald am frühen Freitagabend. Es ist kalt und dunkel auf der Tromm. Wir essen mitgebrachtes Chili con carne und Kartoffelsalat, singen zur Gitarre und unterhalten uns munter. Belmonte spielt ein wenig auf seinem indischen Harmonium. Beck rezitiert aus dem Gedächtnis sein Gedicht über die griechischen Götter.

Später ziehen wir uns in unsere Schlafzimmer zurück, Mehrbettzimmer im ersten Stock oder die beiden Schlaflager unterm Dach. Über Nacht ist die Heizung ausgeschaltet, erst am Morgen wird es wieder richtig warm.

Gemeinsames Frühstück. Da das Heizen des Ofens für die Herbergseltern zu aufwändig ist, rösten wir die Aufbackbrötchen in der Pfanne, bis die gesamte Küche in schwarzem Rauch liegt.

Am Vormittag wandern wir über den Trommhöhenweg, gehen über den laubbedeckten Waldboden zu einem Haufen moosbewachsener Granitfelsen, sehen im fernen Dunst Pferde auf ihrer Weide und erreichen schließlich die Kunsthäuser und das Hoftheater. Alles macht einen sehr zugeschlossenen Eindruck, außer uns ist keine Menschenseele weit und breit zu sehen.

Der milchige Trommwald

Der milchige Trommwald / Foto: Klaus Kirchner

Die gesamte Tromm liegt in einer Wolke. Der luftige Wald hat etwas sehr milchiges und mystisches. Von den Bäumen tropft das Nebelwasser. Es ist unheimlich kalt, der Wind zieht unter die Jacken. Glücklich ist, wer warme Winterkleider und gutes Schuhwerk dabei hat.

Wieder im Trommhaus essen wir Salat, Nudeln mit Tomatensauce und gebratene Auberginen zu Mittag. Valentino hängt einige seiner Holzdrucke auf und erläutert seine Kunst. Einige fertigen Charakterbeschreibungen von mitgebrachten Porträtzeichnungen an. Kindergesichter werden geschminkt. Erneut rezitiert Beck eines seiner Gedichte aus dem Kopf. Kiefer führt ihr Engelgedicht auf. Walper stößt mit seiner Tochter zu uns.

Ein Zebra auf der Tromm

Ein Zebra auf der Tromm / Foto: Klaus Kirchner

Nach dem Abendessen machen wir eine Nachtwanderung und sehen danach die von Kirchner mitgebrachten Kurzfilme der Filmakademie Baden-Württemberg. Wir lachen viel.

Am nächsten Morgen spazieren wir nach dem späten Frühstück in derselben Wolke, die bereits am Vortag über der Tromm hing, nach Scharbach, essen zu Mittag und verabschieden uns nach einem viel zu kurzen Aufenthalt vom Trommhaus. Auf Wiedersehen im Frühjahr.

(c) belmonte und valentino 2014

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