Mad Max – Fury Road: Ein Fest der Kinetik (Filmrezension)

17. Oktober 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

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Mad Max: Fury Road

Gastrezension von Andreas Eckenfels, der seine Schreibkunst ansonsten auf unserem Partner-Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ zum Besten gibt. Vielen Dank dafür!

SF-Endzeit-Action // „We don’t need another Hero“ tönte Tina Turner 1985 im Titelsong zu „Max Mad – Jenseits der Donnerkuppel“. Im durchwachsenen dritten Teil der Endzeit-Reihe war die Sängerin die Gegenspielerin von Held Mel Gibson, der das letzte Mal in seiner Karriere Ex-Cop Max Rockatansky verkörperte. Zwar plante Regisseur George Miller bereits 2003 ein viertes „Mad Max“-Abenteuer, doch Mel Gibson wollte lieber sein Regieprojekt „Die Passion Christi“ inszenieren. Zudem gab es finanzielle Probleme, sodass Miller sogar zeitweise daran dachte, seine Geschichte als Animationsfilm zu verwirklichen. Schließlich kam dem Australier wohl der allgemeine Reboot-Wahn Hollywoods zugute, so dass „Mad Max – Fury Road“ ganze 30 Jahre nach dem letzten Teil endlich doch noch realisiert wurde. Ein Glücksfall!

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Mittendrin statt nur dabei: Max als Kühlerfigur

Mein Name ist Max. Meine Welt ist Feuer und Blut, begrüßt der neue Mad Max (Tom Hardy) die Zuschauer bevor er genüßlich in eine zweiköpfige Eidechse beißt. Ansonsten bleibt Max wie gewohnt recht wortkarg. Dass er sich allerdings in der ersten Hälfte größenteils nur grunzend verständigen kann, liegt daran, dass er von der Meute des Dispoten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, Bösewicht Toecutter aus „Mad Max“) eingefangen wird und einen Maulkorb verpasst bekommt. Für Immortan Joes Krieger, genannt War Boys, soll Max nun als Blutspender dienen. Als die rebellische Imperator Furiosa (Charlize Theron) die Frauen von Immortan Joe in einem Tanklaster entführt, wird Max kurzerhand als Kühlerfigur auf dem Streitwagen des War Boy Nux (Nicholas Hoult) gepackt. Auf diese Weise ist er mittendrin in der halsbrecherischen Verfolgungsjagd durch die Wüste.

Die Wüste bebt

In der Wüste von Namibia fand George Miller den perfekten Schauplatz für seine jüngste postapokalyptische Vision. Waren Auto-Verfolgungsjagden schon immer essenzieller Bestandteil jedes „Mad Max“-Teils wird dies in „Fury Road“ auf die Spitze getrieben: Mit atemberaubender Geschwindigkeit tritt Miller diesmal fast über die gesamte zweistündige Laufzeit aufs Gaspedal. Die aus zahlreichen Versatzstücken zusammengebauten Streitwagen, die albinoartigen Wild Boys, die von Valhalla träumen, ein Rockmusiker, der mit seiner Gitarre die Truppen im wahrsten Sinne des Wortes anfeuert – bei „Fury Road“ konnte Miller seine wilden Ideen voll ausleben. Auf der Leinwand geschieht ständig etwas, es gibt zahlreiche Schauwerte, nie ist Stillstand angesagt. Immerhin ist es seine von ihm erdachte Reihe, da gibt es keinen Grund für Kompromisse.

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Imperator Furiosa ist auf der Flucht vor …

Auch in der Ur-Trilogie waren diese ungezügelte Wucht und die Lust an der Geschwindigkeit immer spürbar. „Fury Road“ ist somit auch Millers Rückbesinnung an das handgemachte Actionkino, welches uns besonders im Finale von „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ so begeistert hat: Größenteils wurden die schier unglaublichen Zusammenstöße, Überschlagungen und Explosionen ohne computergenerierte Effekte inszeniert. Eine herausragende Arbeit der Stunt- als auch der Kameraleute.

Heimlicher Star Imperator Furiosa

Auch wenn Tom Hardy als neuer Mad Max etwas von Mel Gibsons Ironie fehlt, ist der bullige „The Dark Knight Rises“-Star ein würdiger Nachfolger. Angeblich soll er bereits für drei Fortsetzungen unterschrieben haben. Doch der heimliche Star in „Mad Max – Fury Road“ ist überraschenderweise Charlize Therons Imperator Furiosa. Mehr als einmal stiehlt sie Max die Schau – obwohl sie nur über einen Arm verfügt. Sie drückt aufs Gas, schlägt kräftig zu und trifft ihr Ziel aus der Distanz, welches Max zweimal hintereinander zuvor verfehlt hat. Zum Schluss darf Imperator Furiosa sogar wie einst Gibsons Max mit geschwollenem Auge in die Ferne blicken.

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… Bösewicht Immortan Joe

Es ist schwer zu beschreiben, was „Mad Max – Fury Road“ trotz der simplen Story laut dem internationalen Filmkritikerverband FIPRESCI zum besten Film des Jahres macht. Miller selbst meinte, er wollte einen universellen Film schaffen, der überall auf der Welt auch ohne Untertitel verstanden werden kann. Dies ist ihm bestens gelungen. „Max Max – Fury Road“ ist ein adrenalinhaltiges Fest der Kinetik, bei dem das Wort Wahnsinn fast eine neue Bedeutung erhält.

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Max lebt in einer Welt aus Feuer und Blut

Veröffentlichung: 17. September 2015 als 3D-Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 120 Min. (Blu-ray), 116 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch,
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Max Max – Fury Road
USA 2015
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Besetzung: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Megan Gale, Riley Keough, Nathan Jones
Zusatzmaterial: Nicht verwendete Szenen, Featurettes: Die Dreharbeiten, Auf vier Rädern – Aus Autos werden Kampfmaschinen, Die Werkzeuge der Wüste, Die Reize der fünf Frauen, Crash & Smash
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2015 Warner Home Video

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