Victoria – Berauscht durch Berlin (Filmrezension)

1. Dezember 2015 § Ein Kommentar

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Victoria

Erneut eine Gastrezension von Matthias Holm, Autor bei unserem Partner-Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ und der „Welle Nerdpol“. Dafür herzlichen Dank.

Thriller // Eine junge Frau (Laia Costa) lernt vor einem Berliner Club vier Freunde kennen. Anfangs etwas verängstigt, lässt sie sich auf die Jungs ein und zieht mit ihnen um die Straßen. Ihre Annäherung an Sonne (Frederick Lau) ist nur von kurzer Dauer, denn schon bald wird die kleine Gruppe zu einer ungeheuren Tat gezwungen.

Ohne Schnitt durch Berlin

Es ist bezeichnend, dass im Abspann von „Victoria“ der Kameramann Sturla Brandth Grøvlen als Erster genannt wird – vor Regisseur Sebastian Schipper. In einer einzigen Einstellung, ohne Schnitt wurde der Film gedreht. Dadurch entwickelt „Victoria“ einen Sog, der enorm faszinierend ist. Er ist wie ein Rausch, der den Zuschauer wie auch seine Figuren mitreißt.

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Victoria ist noch nicht lange in Berlin

Neben dieser technischen und logistischen Meisterleistung sind großartige schauspielerische Momente zu beobachten. Laia Costa wandelt als Victoria am Anfang zwischen Neugier und Angst, um im Laufe der Geschichte immer mutiger zu werden. Frederick Lau hingegen ist ein lässiger Typ, dem man es abnimmt, dass er innerhalb kürzester Zeit und durch extreme Situationen aus dem oberflächlichen Flirt echte Gefühle entwickelt.

Story kann nicht ganz mithalten

Zwischen all diesen äußerlichen Extremen ist es schade, dass die Geschichte irgendwie etwas hinterherhinkt. Das ist insofern verzeihlich, als für diese Art von Film eine komplexe Handlung hinderlich wäre. Trotzdem ist es ein Punkt, der „Victoria“ vom ganz großen Wurf abhält.

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Die Clique feiert

Schön ist, dass die Heimkinoveröffentlichung mit vielen Möglichkeiten aufwartet: mit englischen Untertiteln, einer Mischversion aus Deutsch und Englisch sowie als Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte. Eine Praxis, die man in meinen Augen ruhig häufiger einführen könnte.

Im Feuilleton etwas überbewertet

Auch wenn ich den Film nicht als ganz so stark ansehe, wie er im Feuilleton gern gemacht wurde, ist „Victoria“ ein herausragendes Werk. Sebastian Schipper hat mit „Absolute Giganten“ nicht nur einen der besten Hamburg-Filme gedreht, sondern nun auch den wohl besten deutschen Film für lange Zeit.

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Wofür proben die Jungs?

Veröffentlichung: 20. November 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 133 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Victoria
D 2015
Regie: Sebastian Schipper
Drehbuch: Sebastian Schipper, Olivia Neergaard-Holm, Eike Frederik Schulz
Besetzung: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Burak Yigit, Max Mauff
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Kameratest, Interview mit Sebastian Schipper und Frederick Lau, Castingszenen, Kinotrailer, Trailershow
Vertrieb: Senator Home Entertainment

Copyright 2015 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2015 Senator Home Entertainment

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