Ein Jahrhundertroman – Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrezension)

14. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Meine nächste Lektüre wählte ich nach der Rastermethode aus:

  • Ich wollte das Buch einer Schriftstellerin lesen. Mir war aufgefallen, dass ich zu viele Bücher von Männern lese.
  • Das Buch sollte möglichst in einem Indie-Verlag erschienen sein.
  • Mehr als sechshundert Seiten sollten es schon sein, und bitte recht episch.
  • Mehrere Generationen sollte das Buch umfassen, das wäre nicht schlecht.
  • Aktuelle deutschsprachige Literatur war auch mal wieder an der Reihe, die habe ich lange vernachlässigt.
  • Vielleicht ein wenig Europa und Geschichte und Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit und Umbrüche 1989, von allem ein bisschen.

Genau so ein Buch zu finden, das kam mir etwas unwahrscheinlich vor. Aber dann hielt ich Nino Haratischwilis monumentalen Georgien-Roman Das achte Leben (für Brilka) in meinen Händen, und er entsprach genau dem Raster, nach dem ich gesucht hatte. Jetzt musste mich das Buch nur noch mitreißen.

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka)

Und es hat mich mitgerissen. Es ist alles drin, was das europäische Zwanzigste Jahrhundert ausgemacht hat. Erster Weltkrieg, Russische Revolution, Stalin, Hitler, Verfolgung, Zweiter Weltkrieg, lähmende Jahrzehnte danach, Prager Frühling, Moskau, London, Berlin, Amsterdam, Wien, und vor allem Tbilissi und Georgien.

Immer wieder kommt eine unwiderstehliche Schokoladenmischung vor, die für den, der sie kostet, meist im Unglück endet. Diese Schokoladenmischung, erfunden (oder besser: entdeckt) vom namenlosen Schokoladenfabrikanten, der die Familiendynastie der Jaschi begründet, zieht sich wie ein roter (brauner?) Faden durch das gesamte Buch.

Erzählerin ist Niza Jaschi, die ihrer Nichte Brilka die gesamte Familiengeschichte über sechs Generationen erzählt, während diese mir nichts, dir nichts aus Amsterdam nach Wien entschwindet. Warum? Lest das Buch.

Ich erinnere mich gern an die vielen Personen, die Nino Haratischwili allesamt mit Meisterschaft einführt. Da ist zum Beispiel Stasia Jaschis Tante Thekla in Sankt Petersburg, bei der Stasia kurz nach der Revolution unterkommt und in deren großbürgerlichem Haus ihr ein Lehrer Ballett beibringt. Thekla ist eine herrliche Person, sie trotzt den Bolschewiken, aber lange geht es nicht gut und Stasia muss zurück nach Georgien.

Generationenbäume

Generationenbäume

Unter den zahlreichen Hauptpersonen gibt es nur wenige, die ich nicht ins Herz geschlossen habe. Selbst Kostja Jaschi, der Betonkommunist, ist bei aller Brutalität gegen seine Töchter oder gegen vermeintliche Regimegegner eine sehr nachfühlbare Persönlichkeit. Eine frühe tragische Liebe in Leningrad während der deutschen Belagerung hat ihn gefühlskalt werden lassen.

Da ist die wunderschöne Christine Jaschi, die den Parteifunktionär Ramas heiratet, aber von dessen Chef – keinem Geringeren als dem Millionenschlächter Lawrenti Beria – immer wieder sexuell missbraucht wird. Auch diese Episode endet tragisch und in Verstümmelung.

Wunderbar gezeichnet ist auch Kitty Jaschi, die nach tragischer Liebe (mit schlimmster Folter und Abtreibung) über Prag in den Westen abgeschoben, in London eine gefeierte Sängerin wird und auf dem Höhepunkt ihrer Sängerkarriere nach Prag fährt, um während des Einmarsches der Warschauer-Pakt-Truppen mit ihrer Gitarre auf dem Wenzelsplatz ein altes Volkslied (oder doch eine Freiheitshymne?) zu singen. In London verliebt sie sich in die faszinierende, aber tief verzweifelte Wienerin Fred Lieblich, deren Familie von den Nazis ermordet wurde. Daraus wird eine alles andere als stabile Beziehung. In diesem Buch ist nichts stabil.

Nino Haratischwili

Nino Haratischwili / Foto: Julia Bührle-Nowikowa (gemeinfrei)

Ganz wie Elsa Morante in ihrem Roman La Storia (Rezension siehe hier …) bindet Haratischwili immer wieder die historischen Umstände und Geschehnisse ein. Familiengeschichte ist Weltgeschichte.

Allen Kapiteln wird ein Motto oder Zitat oder Vers vorangestellt, von Zwetajewa, Achmatova, Lenin, Schostakowitsch über Tschechow, Depeche Mode zu Gorbatschow und vielen anderen. So auch Stalin, der Generalissimus:

„Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen – nur eine Statistik.“

Das Buch ist mit knapp 1300 Seiten ein echter Ziegelstein. Ich bin dennoch gut durchgekommen. Aus meiner Sicht handelt es sich gar nicht um einen Roman. Wenn das Buch verfilmt würde, wäre es eine Serie mit zig Handlungssträngen.

Ohnehin ist der Autor dieser Zeilen der Ansicht, dass der bürgerliche Roman tot ist und sich mittlerweile in Serie oder Epos verzweigt hat.

In diesem Buch wird viel gestorben. Aber wenn über sechs Generationen erzählt wird, sterben eben viele. Und die Toten sitzen am Gartentisch und spielen Karten. Genau wie in Wassili Grossmans Roman Leben und Schicksal (siehe hier …) ist es dennoch das Leben, das zählt:

„Wir hatten es nicht schön. Es war die Hölle auf Erden.“
„Rede keinen Unsinn. Erinnere dich. Wir haben gelebt, Kitty. Wir waren da.“ (1019)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrücken)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrücken)

Mit Das achte Leben (für Brilka) hat Nino Haratischwili (1983 in Tiflis geboren) ein Buch über Georgien, über die Sowjetunion, über Europa und über das Zwanzigste Jahrhundert geschrieben, das als Vorbereitung auf die diesjährige Frankfurter Buchmesse mit Gastland Georgien unbedingt zu empfehlen ist.

Mal schauen, ob das nächste 1000-seitige Familienepos, das ich in der Hand habe, Miljenko Jergovićs Die unerhörte Geschichte meiner Familie, an Haratischwilis Jahrhundertroman herankommt. Jedenfalls freue ich mich auf Haratischwilis neuen Roman Die Katze und der General.

(c) belmonte 2018

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka). Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2014, 1280 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

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„When someone is ready to kill herself, does she consider if the poison is bitter or sweet?“ – Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (Buchrezension)

7. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas

Zum soundsovielten Mal habe ich Saratchandra Chattopadhyays 1917 erschienenen bengalischen Roman Devdas gelesen.

Es ist die Geschichte von Devdas Mukherjee, Sohn eines reichen Großgrundbesitzers, der seine Kinder- und Jugendliebe Parvati (Paro) Chakravarti, die aus einer Händlerfamilie stammt, nicht heiraten darf und daran zerbricht und sich zu Tode säuft.

Das Buch ist bei aller Bitternis packend bis zum Schluss. Es hätte ein hunderte Seiten langer Wälzer sein können, mit 128 Seiten bleibt es ein schmaler Band mit kurzen Kapiteln, sehr viel Dialog, aufs Nötigste kondensiert. Die englische Übersetzung von Sreejata Guha bringt alles auf den Punkt und ist alles andere als süßlich.

Louis Aragon nennt Tschingis Aitmatows Novelle Dshamilja „die schönste Liebesgeschichte der Welt“ (Rezension siehe hier). Ich sage, Devdas ist der schönste, zumindest aber der bittersüßeste Liebesroman der Welt. Obwohl Parvati bereits weiß, dass sie Devdas nicht heiraten wird, ist er für sie doch ihr wahrer Gemahl, wie sie ihrer Freundin Manorama mitteilt: „If he wasn’t my husband, beyond all my shame and embarrassment, I wouldn’t be in this state today. Besides didi, when someone is ready to kill herself, does she consider if the poison is bitter or sweet?“ (31)

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (bengalisch)

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (bengalisch)

Nachdem Devdas Parvati verlassen hat und sie mit einem verwitweten Großgrundbesitzer verheiratet wird, dessen Kinder so alt wie sie selbst sind, fällt aller Lebenssinn von ihm ab und er überlässt sich dem Alkohol: „As the night wore on, the realization dawned on Devdas, that the very meaning of his life had suddenly fallen, paralyzed, by the wayside, and left him bereft for all times to come. (…) It would be wrong to even recall it as a right he once had.“ (52)

In Kalkutta lernt er die Kurtisane Chandramukhi kennen (sanskr. „schön wie der Mond“), die sich in Devdas verliebt, während er im Alkohol ertrinkt. Chandramukhi wird zur Seele der Geschichte. An besseren Tagen vermag sie Devdas zu trösten, aber nach einer Irrfahrt durch Indien erinnert er sich an sein Versprechen an Parvati: „I will never forget this promise: if it makes you happy to take care of me, I will come. If it’s the last thing I do. I’ll come to you.“ (82)

Häufig verfilmt, 2002 mit den Hindi-Filmstars Shah Rukh Khan, Aishwarya Rai und Madhuri Dixit in einer aufwändigen und farbexplosiven Version, die mit ebenso opulenter Musik aufwartet, finde ich die neorealistische Schwarz-weiß-Version von 1955 mit Dilip Kumar schöner.

Allerdings findet die 2002er Verfilmung eine schöne Interpretation im Treffen Parvatis mit Chandramukhi, die im Buch lediglich mythologisch angedeutet wird. Wie in vielen Hindi-Filmen üblich, tanzen sie dann auch gemeinsam.

Eine aufwühlende Variation des Devdas-Themas zeigt übrigens der Film Leaving Las Vegas von 1995 (Nicolas Cage, Elisabeth Shue), ebenso bitter und packend bis zum Schluss.

(c) belmonte 2018

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas. Aus dem Bengalischen ins Englische übersetzt von Sreejata Guha. Penduin Books, New Delhi 2002, 128 S.

Link zum Datensatz in WorldCat

Natürlich stürzt auch die Freiheitsstatue – Elfriede Jelinek: Am Königsweg (Theaterkritik)

2. Juni 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Ein wunderlicher Abend am Theater Heidelberg. Unbeugsame Schauspielerinnen bespielen ein überaltertes, bildungsgesättigtes und verkapseltes Theaterpublikum.

Komme ich rein, alles mit Theaternebel vorvernebelt. Was soll das? Ach so, ein Schlechte-Laune-Stück. Bühne ein quadratischer Holztrichter, auf dessen Rand sich nach und nach graugekleidete Frauen setzen. Klageweiber, dumpfes Schlagen. Amerikanische Flagge. Alles auf Effekthascherei. Antikes Augen-Ausstechen, die Darstellerinnen laufen mit blutenden Augenhöhlen herum, und noch manch andere antikisierende Manier.

Ach so, es geht um Donald Trump.

„Wenn der König blind ist, was können Sie dann sehen?“

Ach so, es geht um uns.

„Wo ist das ganze Geld hin?“

Elfriede Jelinek: Am Königsweg, Katharina Uhland und Sheila Eckhardt

Elfriede Jelinek: Am Königsweg, Katharina Uhland und Sheila Eckhardt / Foto: Sebastian Bühler

Immer wieder rieselt Goldstaub nieder. Die blinden Klageweiber treten auch mal mit roten Haaren und rosa Häschenohren auf und halten „Not my president“-Tafeln in die Höhe. Eine Leinwand wird heruntergelassen, Kermit der Frosch hangelt sich filmisch an einem Goldbaum zum vergoldeten Wolkenkuckuckskratzer hinauf. Später wird ein vergoldeter Adler von oben hinabgelassen, der natürlich Gold auf die Bühne scheißt.

Nach Sheila Eckhardts eindrucksvoller Amazing-Grace-Interpretation gibt es Szenenapplaus. Publikum kurzzeitig wach. Später fliegt sie als roter Teufel über die Bühne.

Elfriede Jelinik: Am Königsweg, Katharina Quast

Elfriede Jelinik: Am Königsweg, Katharina Quast / Foto: Sebastian Bühler

„Wenn die Weisen wütend werden, werden die Blinden blindwütig.“ Der König ist nicht nackt, sondern blind. Alles leider sehr abgeschmackt. Natürlich stürzt auch die Freiheitsstatue. Sie wird von Micky Maus‘ Maschinenpistolensalven niedergemäht. Danach treten kleine Trumps mit überlangen Schlipsen auf. Am Ende erscheint eine Jelinek im bunten Stofftierekostüm.

Ich weiß nicht, wovon Elfriede Jelineks Stück Am Königsweg mich überzeugen möchte. Dass Donald Trump echt kacke ist? Ach wirklich, wusste ich noch gar nicht. Warum spielt Ihr es nicht im Garten des Weißen Hauses oder – besser noch – am Strand von Mar-a-Lago. Würde aber selbst dann nichts nützen, wenn Trump zuschaute. Er würde nur sagen: Stimmt, ich steh auf Titten und Ärsche.

Elfriede Jelinek: Am Königsweg, Elisabeth Auer

Elfriede Jelinek: Am Königsweg, Elisabeth Auer / Foto: Sebastian Bühler

Ach so, das Stück will der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Aber die Gesellschaft sagt auch nur „That’s what it is.“ In diesen Spiegel habe ich schon zu oft geschaut. Ach so, wir sind alle Trump. Goldstaub überall.

Regie (Mirja Biels Debüt in Heidelberg) und Bühne (Frauke Löffel) schaffen es leider nicht, aus dem Stück irgendetwas Essentielles herauszuholen. Das Stück gibt dazu überhaupt nichts her. Die fünf Schauspielerinnen sind gut, am Halbschlaf des Provinzpublikums ändert das nichts. Kostüm (Katrin Wolfermann) lässt sich sehen, hilft dem Stück leider auch nicht weiter. Trump ist echt kacke, und die, die ihn gewählt haben, natürlich auch, und die ganze Gesellschaft und wir alle und natürlich das Wahlsystem. Ein brisanter Text, wie es im Heidelberger Theater-Magazin heißt? Fehlanzeige. Da kann man noch so viel klassische Stoffe herbeizitieren – Kassandra und so – macht es auch nicht vielschichtiger.

Ein Glück wurden nur 35 Seiten des 90 Seiten langes Hörspieltextes für die Inszenierung verarbeitet.

(c) belmonte 2018

Elfriede Jelinek: Am Königsweg. Theater Heidelberg. Premiere 14. April 2018.

Mit:
Elisabeth Auer
Nicole Averkamp
Sheila Eckhardt
Katharina Quast
Katharina Uhland

Regie: Mirja Biel
Bühne: Frauke Löffel
Kostüm: Katrin Wolfermann

God Loves the Fighter – Karibische Träume (Filmrezension)

25. Januar 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

God Loves the Fighter

Von Volker Schönenberger, der unseren Partner-Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ führt.

Drama // Wird in Port of Spain tatsächlich alle 17 Stunden ein Mensch ermordet? Jedenfalls behauptet das der Rückseitentext des Films über die Hauptstadt des karibischen Inselstaats Trinidad und Tobago. Einer ihrer Bürger, Damian Marcano, nahm sich einfach vor, seine Heimatstadt mit einem Spielfilm zu porträtieren. Zuvor hatte er lediglich einen Kurzfilm gedreht.

Kindheit in Armut

Der Filmemacher hat sich für seine Geschichte den Stadtstreicher King Curtis (Lou Lyons) ausgesucht, der durch die Straßen von Port of Spain streift und dabei von kleinen und großen Schicksalen erzählt – zum Teil als Stimme aus dem Off. Da ist die Prostituierte Dinah (Jamie Lee Phillips), die sich wegen ihres Jobs unwürdig fühlt. Wir lernen Charlie (Muhammad Muwakil) kennen, der sich nach einem Leben jenseits der Kleinkriminalität sehnt. Der Knirps Chicken (Zion Henry) kann nicht zur Schule, weil seine Mutter (Penelope Spencer) kein Geld für die Busfahrkarte hat. Sie alle und andere träumen davon, aus der Armut auszubrechen – mal mit legalen, mal mit illegalen Mitteln. Einige von ihnen ahnen jedoch, dass daraus nichts werden wird.

Charlie (l.) will raus aus dem Elend

Damian Marcano will der Welt keine pittoresken Bilder des vermeintlichen Karibikparadieses Trinidad und Tobago zeigen, er präsentiert uns die Schattenseiten der Hauptstadt. „God Loves the Fighter“ könnte so für Port of Spain das sein, was seinerzeit „The Harder They Come“ mit Jimmy Cliff für Jamaikas Hauptstadt Kingston war – ein düsteres Abbild von Armut und Kriminalität. Die Hoffnung lässt Marcano allerdings nicht fahren. King Curtis behält bei seinen poetischen, gereimten Erzählungen stets ein fröhliches Timbre in der Stimme. In Verbindung mit den kräftigen Farben ergibt das einen reizvollen Kontrast zur Trübnis des Geschehens. „God Loves the Fighter“ beschert den Filmguckern einen mal faszinierenden, mal verstörenden, aber immer authentischen Blick in eine fremde Welt. Damian Marcano hat es verdient, weitere Spielfilme zu drehen. Bleibt zu hoffen, dass er mal wieder die Chance dazu erhält.

Auch die Prostituierte Dinah träumt von einem besseren Leben

Veröffentlichung: 31. Dezember 2016 als Blu-ray, 2. November 2015 als limitierte Blu-ray (inklusive Soundtrack-CD), 30. Oktober 2015 als DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: God Loves the Fighter
TTO 2013
Regie: Damian Marcano
Drehbuch: Damian Marcano, Alexa Marcano
Besetzung: Muhammad Muwakil, Jamie Lee Phillips, Darren Cheewah, Zion Henry, Simon Junior John, Lou Lyons, Tyker Phillips, Penelope Spencer, Abdi Waithe
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover, nur limitierte Blu-ray: Soundtrack-CD, Schuber
Label: Mad Dimension
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2015 Mad Dimension

Von verrosteten Wurmlöchern und explosiven Halskrausen – Kai Meyer: Die Krone der Sterne (Buchrezension)

20. Januar 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Kai Meyers Roman Die Krone der Sterne ist rasante Space Fantasy, ein Pageturner mit erstklassigem Weltenbau, viel Liebe zum Detail und einem stimmigen Plot.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit Himmelskarte, auf der die Regionen der Galaxis mit dem Kernreich, den Marken, den äußeren Baronien und dem sogenannten Katarakt verzeichnet sind.

Jens Maria Weber liefert ansprechende Zeichnungen (Interview siehe hier), zum Beispiel des wichtigsten Raumschiffes der Story, der Nachtwärts, einem halbmondförmigen Alleskönner. Ich vermute, es ist eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem Millenium Falken. Die Greifer, kleine von Hexen ferngesteuerte Raumjäger, erinnern mich an Star Wars TIE Fighter, und die imperialen Sternzerstörer sind hier gigantische Weltraum-Kathedralen, die mich mit all ihren Statuen an den Mailänder Dom erinnern.

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Vermutlich ist Die Krone der Sterne überhaupt voll von Zitaten, ich habe wahrscheinlich nur ganz wenige entdeckt. Die Stadt Djenja auf dem Planeten Nurdenmark erinnert an Mos Eisley auf Tatooine. Mir gefällt dieses Spiel sehr. Es bettet das Buch in einen Space-Fantasy-Kanon ein, dem ich einiges abgewinnen kann.

Auch die Raumschiff-Ästhetik ist schön getroffen, alles ist nach meinem Eindruck auf Retro-SciFi getrimmt:

„Auf dem Monitor wurde ihnen eine Richtung angezeigt, eine Flugbahn in einem dreidimensionalen Raster.“ (68)

Das hört sich sehr nach Vektorgrafik aus dem ersten Elite-Spiel an, das mich vor langer Zeit an den Monitor band, oder irgendwelche Bildschirmanzeigen aus alten Star-Trek-Folgen.

(Und wen Retro-SciFi interessiert, findet hier auf Twitter einen unerschöpflichen Fundus).

Raumschiffe und Raumschleusen (fabelhafter Einfall, um Wurmlöcher zu passieren) sind allesamt herrlich verrostet und heruntergekommen, gehen fast schon als Steampunk durch, weit entfernt jedenfalls von Edelchrom-Raumfahrt.

Die Story hat es in sich. Die junge Baroness Iniza hat kein Interesse, sich als Braut einer fernen Hexenkaiserin einzufinden. Kurzerhand flieht sie quer durch die Galaxis und sammelt einen einschlägigen Haufen aus Einzelkämpfern zusammen, die sich natürlich erst einmal allesamt überhaupt nicht ausstehen können. Der Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern, der zwischendurch eine explosive Halskrause entfernt werden muss, sind sehr schön gezeichnet. Auch eine hübsche Roboter-Muse ist bald mit von der Partie, und sie ist in der Lage, tausend Jahre schlafende Roboter-Armeen wiederzuerwecken und schlimme Dinge tun zu lassen.

Ich finde auch die Einbindung in eine lange Historie sehr beeindruckend mit einem vor tausend Jahren vom Hexenorden in den Bann geschlagenen Maschinenherrscher, der mit seinen Robotern ein noch älteres Reich erobert hatte.

Immer wieder ist von dem schwarzen Loch Kamastraka die Rede, das vor Ewigkeiten die Galaxis durcheinander gewirbelt hat. Dass dieses schwarze Loch im zweiten Band „Hexenmacht“ (erscheint im Februar 2018) noch weiter wirbelt, daran lässt Kai Meyer keinen Zweifel:

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung.

Die Krone der Sterne ist ein Plotroman, der viel Spaß macht und in dem alles stimmt. Dennoch zeigt er mir, dass es in der deutschsprachigen Belletristik einen Unterschied zwischen E- und U-Literatur gibt. Ich frage mich zum Beispiel, ob ein Roman wie Die Krone der Sterne mit tiefen, kontroversen und sich entwickelnden Charakteren geschrieben werden könnte. Stattdessen sind die auftretenden Personen Figurenmuster, die keine innere Entwicklung durchmachen, keine existenziellen Konflikte durchleben, keine verhängnisvollen Entscheidungen ausgrübeln. Auch die Dialoge haben keinen Selbstzweck, sondern führen den Plot voran. Kai Meyer ist ein Meister darin.

Ich frage mich, ob ich bereits Fantasy gelesen habe, in der ich komplexe Charaktere wahrgenommen habe. Auch in Der Herr der Ringe sind die Hauptpersonen weniger Bilbo, Gandalf oder Samweis sondern Mittelerde selbst, eine Welt, die in allen möglichen Charakterzügen von beschaulich, ungestüm, unterirdisch, geheimnisvoll bis mörderisch dargestellt wird. – Und ich bin tatsächlich der Überzeugung, dass Mittelerde Tolkiens eigentliche Hauptperson ist. –

In Star Wars lässt sich Charaktertiefe punktuell allenfalls in Anakin Skywalker – und vielleicht in Obi-Wan Kenobi – feststellen. Dass eine Person wie Anakin Skywalker in den neuen Disney-Filmen gänzlich fehlt, macht die neuen Folgen bei allem Augenschmauß erzählerisch belanglos.

Vielleicht muss ein Fantasy-Epos mit drei Familien, die in mehreren Generationen und zahlreichen Affiliationen die Weltgeschichte begleiten, erleiden und selber schreiben, ein phantastisches Krieg und Frieden mit lebensechten Personen, die mehr sind als Klebebilder, in der die Personen in ihrer Welt relevant sind und nicht eine Welt voller Personen, erst noch geschrieben werden. Geht Frank Herberts Wüstenplanet, der noch auf meine Lektüre wartet, womöglich in diese Richtung?

(c) belmonte 2018

Kai Meyer: Die Krone der Sterne. Fischer Tor, Frankfurt am Main 2017, 461 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

„Und ihr könntet doch Menschen sein …“ – Volker Weidermann: Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen (Buchrezension)

16. Januar 2018 § 2 Kommentare

valentino

In seinem neuen Buch schildert Volker Weidermann die kurze, aber intensive Zeit der Münchener Räterepublik. Eine Gruppe von Dichtern nutzt die Gunst der Stunde, um die Macht zu ergreifen. Doch sie scheitern an der harten Wirklichkeit. Ihre humanistischen und pazifistischen Ideale bleiben.

Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs erfasst eine Revolution Deutschland. In München ruft der Anführer einer Massendemonstration Kurt Eisner in der Nacht zum 8. November 1918 den Freistaat Bayern aus. Die Zeit ist reif für einen Neuanfang: Organe der Selbstverwaltung werden gebildet, bewaffnete Arbeiter und Soldaten besetzen Ministerien, der bayerische König Ludwig III dankt ab.

Eisner will ein Kriegs-Schuldbekenntnis Deutschlands sowie weitgehende Zugeständnisse an die siegreichen Alliierten. Es soll eine Verbindung aus parlamentarischer und Rätedemokratie eingerichtet werden. Die Landtagswahl wird für den 12. Januar 1919 angesetzt. Allerdings hat Eisner nach der Machtergreifung Feinde in zahlreichen Lagern: Neben Anhängern der Monarchie, Rechten, Antisemiten und Nationalisten auch Antidemokraten, gemäßigte und radikale Linke, Anarchisten und Kommunisten.

Kurz vor der Wahl gibt es unterschiedliche Ansichten zur Vorgehensweise. Eisner lässt seinen Mitstreiter Erich Mühsam verhaften. Es kommt zum Bruch innerhalb der Linken. Daraufhin verliert Eisner die Wahl. Als er auf der konstituierenden Sitzung des Landtags am 21. Februar seinen Rücktritt erklären will, erschießt ihn auf dem Weg dorthin Anton von Arco-Valley mit einem Revolver. Der junge Graf will durch den Mord seine Zugehörigkeit zur antisemitischen Thule-Gesellschaft beweisen, nachdem diese ihn zuvor wegen seiner jüdischen Mutter abgelehnt hatte (94f., 238).

In der Folge des Attentats gibt es Tumulte im Landtag, bei denen Eisners Gegenspieler Erhard Auer durch Schüsse verwundet wird. Offenbar hielt der Schütze ihn für den Drahtzieher des Eisner-Attentats. Eisner wird durch seinen Tod zur Symbolfigur der bayerischen Novemberrevolution. Thomas Manns Sohn Klaus schreibt über ihn ein Theaterstück.

Sowohl Räte als auch Parlament bestehen nach Eisners Tod fort. Allerdings entsteht ein Machtvakuum. Die Zustände sind anarchisch. Während die parlamentarischen Abgeordneten in Bamberg und Nürnberg über eine Regierungsbildung verhandeln, sind die Räte in München erste orientierungsstiftende Institutionen. Jedoch gibt es weiterhin Meinungsverschiedenheiten unter den Revolutionären. Weil Ernst Toller strikt gegen Gewalt ist, fragt Max Levien polemisch, wie man einen Eierkuchen machen könne, ohne Eier zu zerschlagen (144).

Am 7. April 1919 ruft Gustav Landauer die Bayerische Räterepublik mit Toller als Regierungschef aus. Bereits eine Woche später wird gegen diese geputscht und es kommt zu blutigen Straßenkämpfen. Angesichts der Bedrohung sind Tollers pazifistische Ideale wertlos. Die Rotgardisten nehmen das Heft in die Hand und wehren unter dem Kommando Rudolf Egelhofers die Angriffe zunächst ab, unterliegen jedoch schließlich den von Truppen der Reichsregierung verstärkten Freikorpsverbänden.

In der Folge der blutigen Niederschlagung der Räterepublik wandelt sich Bayern während der Weimarer Republik zur reaktionären Ordnungszelle und bietet somit einen geeigneten Nährboden für den aufkeimenden Nationalsozialismus.

In Ernst Tollers Theaterstück „Die Wandlung“ heißt es:

„Und ihr könntet doch Menschen sein, wenn ihr den Glauben an euch und den Menschen hättet, wenn ihr Erfüllte wäret im Geist.“ (145)

Thomas Mann, der in dieser Zeit mit seiner Familie in München lebt, nimmt eine eher zwiespältige Rolle ein.

„Thomas Mann hatte in den letzten Tagen so etwas wie einen Mantel aus zeitentrückter Magie um sich gehüllt. Seine Idyllen-Stimmung. All das, der Pöbel, die Demokratie, der Krieg, die Niederlage, all das sollte ihn nichts angehen.“ (47)

Nachdem er anfänglich mit den Ideen der Revolutionäre sympathisiert (143), fordert er schon bald deren Köpfe (203) und sein Antisemitismus tritt offen zutage (260f.). Dazu passen auch der Bericht über eine peinliche Bruderschaft zu Hitler (227) und die Besuche des ultranationalistischen, feinnervigen Komponisten Hans Pfitzner (41).

Weidermann sieht in der Figur des Hans Castorp aus dem „Zauberberg“ das Exempel eines Träumers: „Ein taumelnder Held zwischen den Mächten seiner Zeit“ (226). Ähnlich wie Mann selbst sei er für alles empfänglich und wandele auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod. Ich bin noch nicht an Thomas Mann herangekommen, obwohl ich seine Themen durchaus reizvoll finde. Seine aus meiner Sicht gestelzte Sprache hat mich bisher immer abgestoßen. Ich weiß noch nicht, ob sich meine Einstellung nach Weidermanns Lektüre wirklich geändert hat. Vielleicht starte ich ja nochmal einen Anlauf.

Aufgrund des dankbaren Stoffs mit sich überschlagenden Ereignissen und tragischen Helden, die schließlich an ihren humanistischen Idealen scheitern, kommt die Erzählung – eine gelungene Mischung aus Thriller und Tragikomödie mit dem Fokus auf München vor hundert Jahren – ohne fiktive Elemente aus. Anstelle der Auktorialen nimmt der Leser die Perspektiven der historischen Protagonisten ein. Wie in einem Prisma brechen sich die verschiedenen Blickwinkel auf die Ereignisse, die in einer verdichteten Form zugleich nuanciert und reduziert dargestellt sind. Auf diese Weise entsteht ein virtuoses, vielstimmiges Gebilde der Zeit, in der die Stimmung zwischen Euphorie und Ernüchterung schwankt.

Neben Rainer Maria Rilke und Oskar Maria Graf taucht auch Gusto Gräser auf. Unter seinem Pseudonym Emil Sinclair dient der „Apostel“ Gräser dem damals bereits namhaften Hermann Hesse als Vorlage für die Figur des Predigers Max Demian (186ff.). Hesse nimmt an der Revolution nicht teil, stattdessen geht er zum Schreiben in die Einsamkeit Tessins (190).

Und dann gibt es noch Ret Marut (178ff.), besser bekannt als B. Traven. Als Herausgeber der Zeitschrift „Der Ziegelbrenner“ und Mitglied des Zentralrats (250) kann er nach der Niederschlagung der Münchener Räteregierung – Gerüchte über Gräueltaten wie dem sogenannten „Geiselmord“ der Revolutionäre heizen einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen ihre Protagonisten und Anhänger an – nur mit viel Glück entkommen.

Herzlichen Dank an den Verlag Kiepenheuer & Witsch für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

(c) valentino 2018

Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2017, 288 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Welcome to Norway – Reibach mit Flüchtlingen (Filmrezension)

13. Januar 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

Welcome to Norway!

Von Volker Schönenberger

Tragikomödie // „Die Neger kommen in ’ner halben Stunde.“ Politisch korrekt äußert sich Primus (Anders Baasmo Christiansen) nicht gerade. Sein Hotel im Norden Norwegens hat er heruntergewirtschaftet, hofft nun auf Reibach vom Staat, indem er es für Flüchtlinge als Bleibe herrichtet. Obwohl er fürchtet, dass es eine „ziemliche Plackerei mit denen“ wird, denn was auf ihn zukommt, ahnt er bereits: „Haschisch, Vergewaltigungen, Terror und Betrug.“ Von seinen kommenden Schützlingen hält er offenbar nicht viel.

Die Familie in gebannter Erwartung der Neuankömmlinge

Die Probleme beginnen schon bei der Zimmerverteilung: Muslime müssen von Christen getrennt werden, Schiiten von Sunniten. Die Sprachbarriere erweist sich als weiteres Hindernis: So gut wie niemand spricht Englisch oder gar Norwegisch. Einzig der Schwarze Abedi (Olivier Mukuta) beherrscht beide Sprachen – und das sogar vorzüglich. Er ist schon eine ganze Weile im Land und erweist sich für Primus bald als unverzichtbar. Das ist auch dringend erforderlich, denn die Ausländerbehörde hat an seinem Hotel einiges zu kritisieren und stellt immer neue Anforderungen, er möge hier einen Mangel abstellen und da einen Defekt beheben. Nach und nach lehnen sich obendrein die Asylbewerber gegen den etwas diktatorisch auftretenden Primus auf. Auch fremdenfeindliche Norweger treten auf den Plan. Mit seiner Frau Hanni (Henriette Steenstrup) und seiner Tochter Oda (Nini Bakke Kristiansen) hat der selbsternannte Flüchtlingsbeauftragte ebenfalls seine liebe Not.

„Willkommen bei den Hartmanns“ auf Norwegisch

„Welcome to Norway“ kam im Herbst 2016 drei Wochen vor der überraschend erfolgreichen deutschen Flüchtlingskomödie „Willkommen bei den Hartmanns“ in unsere Kinos, erregte aber weitaus weniger Aufsehen. Das ist bedauerlich, visiert der dritte Langfilm des norwegischen Regisseurs Rune Denstad Langlo („Nord“, „Chasing the Wind“) doch gekonnt viele Eigentümlichkeiten der Flüchtlingsdebatte an. Latente bis akute Fremdenfeindlichkeit bekommen ebenso ihr Fett weg wie materialistisches Anspruchsdenken. Auch Behördenwillkür und bürokratische Hemmnisse nimmt Langlo aufs Korn. Das kann man plump inszenieren – oder feinfühlig und berührend wie in diesem Fall.

Primus und seine Frau Hanni lernen völlig neue Seiten am Ehepartner kennen

Als besonders gelungen erweist sich die Entscheidung, den Hauptdarsteller eher als Unsympathen zu inszenieren. So schroff das Geschehen im Allgemeinen und Primus im Besonderen zu Beginn auch wirken, verströmt „Welcome to Norway“ bei all dem lakonischen und bisweilen etwas bissigen Humor im weiteren Verlauf doch mehr und mehr Warmherzigkeit. Wir lernen Menschen mit Fehlern kennen, die doch dazulernen können. Viele Statistenrollen wurden mit echten Flüchtlingen aus Krisengebieten besetzt. Die wichtige Rolle des Adebi wurde ebenfalls authentisch besetzt, wie der Regisseur im Presseheft von „Welcome to Norway“ berichtet: Olivier Mukuta stammt aus dem Kongo und hat lange in einem Flüchtlingscamp in Malawi gelebt, bevor er um 2005 herum nach Norwegen kam.

Von den Ereignissen eingeholt

„Jetzt ist der Film fertig. Es ist Januar 2016 und die Realität erscheint noch trostloser. Aber gerade wenn alles hoffnungslos und schrecklich erscheint, muss es erlaubt sein zu lachen – über sich, über andere und übereinander.“ So schreibt es Rune Denstad Langlo im Presseheft zum Film. Wie recht er damit hat, belegt der von den Ereignissen überholte „Welcome to Norway“. Ein Film, der vermutlich noch eine ganze Weile brandaktuell bleiben wird.

Abedi (l.) erweist sich als unverzichtbare Hilfe

Veröffentlichung: 7. April 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Welcome to Norway!
NOR 2016
Regie: Rune Denstad Langlo
Drehbuch: Rune Denstad Langlo
Besetzung: Anders Baasmo Christiansen, Olivier Mukuta, Slimane Dazi, Kristoffer Hjulstad, Jon vegard Hovdal, Henriette Steenstrup, Nini Bakke Kristiansen, Brigitte Larsen, Marianne Meløy, Renate Reinsve, Frode Saugestad
Zusatzmaterial: Trailershow
Vertrieb: Indigo

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 Indigo / good!movies

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