Ein Jahrhundertroman – Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrezension)

14. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Meine nächste Lektüre wählte ich nach der Rastermethode aus:

  • Ich wollte das Buch einer Schriftstellerin lesen. Mir war aufgefallen, dass ich zu viele Bücher von Männern lese.
  • Das Buch sollte möglichst in einem Indie-Verlag erschienen sein.
  • Mehr als sechshundert Seiten sollten es schon sein, und bitte recht episch.
  • Mehrere Generationen sollte das Buch umfassen, das wäre nicht schlecht.
  • Aktuelle deutschsprachige Literatur war auch mal wieder an der Reihe, die habe ich lange vernachlässigt.
  • Vielleicht ein wenig Europa und Geschichte und Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit und Umbrüche 1989, von allem ein bisschen.

Genau so ein Buch zu finden, das kam mir etwas unwahrscheinlich vor. Aber dann hielt ich Nino Haratischwilis monumentalen Georgien-Roman Das achte Leben (für Brilka) in meinen Händen, und er entsprach genau dem Raster, nach dem ich gesucht hatte. Jetzt musste mich das Buch nur noch mitreißen.

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka)

Und es hat mich mitgerissen. Es ist alles drin, was das europäische Zwanzigste Jahrhundert ausgemacht hat. Erster Weltkrieg, Russische Revolution, Stalin, Hitler, Verfolgung, Zweiter Weltkrieg, lähmende Jahrzehnte danach, Prager Frühling, Moskau, London, Berlin, Amsterdam, Wien, und vor allem Tbilissi und Georgien.

Immer wieder kommt eine unwiderstehliche Schokoladenmischung vor, die für den, der sie kostet, meist im Unglück endet. Diese Schokoladenmischung, erfunden (oder besser: entdeckt) vom namenlosen Schokoladenfabrikanten, der die Familiendynastie der Jaschi begründet, zieht sich wie ein roter (brauner?) Faden durch das gesamte Buch.

Erzählerin ist Niza Jaschi, die ihrer Nichte Brilka die gesamte Familiengeschichte über sechs Generationen erzählt, während diese mir nichts, dir nichts aus Amsterdam nach Wien entschwindet. Warum? Lest das Buch.

Ich erinnere mich gern an die vielen Personen, die Nino Haratischwili allesamt mit Meisterschaft einführt. Da ist zum Beispiel Stasia Jaschis Tante Thekla in Sankt Petersburg, bei der Stasia kurz nach der Revolution unterkommt und in deren großbürgerlichem Haus ihr ein Lehrer Ballett beibringt. Thekla ist eine herrliche Person, sie trotzt den Bolschewiken, aber lange geht es nicht gut und Stasia muss zurück nach Georgien.

Generationenbäume

Generationenbäume

Unter den zahlreichen Hauptpersonen gibt es nur wenige, die ich nicht ins Herz geschlossen habe. Selbst Kostja Jaschi, der Betonkommunist, ist bei aller Brutalität gegen seine Töchter oder gegen vermeintliche Regimegegner eine sehr nachfühlbare Persönlichkeit. Eine frühe tragische Liebe in Leningrad während der deutschen Belagerung hat ihn gefühlskalt werden lassen.

Da ist die wunderschöne Christine Jaschi, die den Parteifunktionär Ramas heiratet, aber von dessen Chef – keinem Geringeren als dem Millionenschlächter Lawrenti Beria – immer wieder sexuell missbraucht wird. Auch diese Episode endet tragisch und in Verstümmelung.

Wunderbar gezeichnet ist auch Kitty Jaschi, die nach tragischer Liebe (mit schlimmster Folter und Abtreibung) über Prag in den Westen abgeschoben, in London eine gefeierte Sängerin wird und auf dem Höhepunkt ihrer Sängerkarriere nach Prag fährt, um während des Einmarsches der Warschauer-Pakt-Truppen mit ihrer Gitarre auf dem Wenzelsplatz ein altes Volkslied (oder doch eine Freiheitshymne?) zu singen. In London verliebt sie sich in die faszinierende, aber tief verzweifelte Wienerin Fred Lieblich, deren Familie von den Nazis ermordet wurde. Daraus wird eine alles andere als stabile Beziehung. In diesem Buch ist nichts stabil.

Nino Haratischwili

Nino Haratischwili / Foto: Julia Bührle-Nowikowa (gemeinfrei)

Ganz wie Elsa Morante in ihrem Roman La Storia (Rezension siehe hier …) bindet Haratischwili immer wieder die historischen Umstände und Geschehnisse ein. Familiengeschichte ist Weltgeschichte.

Allen Kapiteln wird ein Motto oder Zitat oder Vers vorangestellt, von Zwetajewa, Achmatova, Lenin, Schostakowitsch über Tschechow, Depeche Mode zu Gorbatschow und vielen anderen. So auch Stalin, der Generalissimus:

„Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen – nur eine Statistik.“

Das Buch ist mit knapp 1300 Seiten ein echter Ziegelstein. Ich bin dennoch gut durchgekommen. Aus meiner Sicht handelt es sich gar nicht um einen Roman. Wenn das Buch verfilmt würde, wäre es eine Serie mit zig Handlungssträngen.

Ohnehin ist der Autor dieser Zeilen der Ansicht, dass der bürgerliche Roman tot ist und sich mittlerweile in Serie oder Epos verzweigt hat.

In diesem Buch wird viel gestorben. Aber wenn über sechs Generationen erzählt wird, sterben eben viele. Und die Toten sitzen am Gartentisch und spielen Karten. Genau wie in Wassili Grossmans Roman Leben und Schicksal (siehe hier …) ist es dennoch das Leben, das zählt:

„Wir hatten es nicht schön. Es war die Hölle auf Erden.“
„Rede keinen Unsinn. Erinnere dich. Wir haben gelebt, Kitty. Wir waren da.“ (1019)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrücken)

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) (Buchrücken)

Mit Das achte Leben (für Brilka) hat Nino Haratischwili (1983 in Tiflis geboren) ein Buch über Georgien, über die Sowjetunion, über Europa und über das Zwanzigste Jahrhundert geschrieben, das als Vorbereitung auf die diesjährige Frankfurter Buchmesse mit Gastland Georgien unbedingt zu empfehlen ist.

Mal schauen, ob das nächste 1000-seitige Familienepos, das ich in der Hand habe, Miljenko Jergovićs Die unerhörte Geschichte meiner Familie, an Haratischwilis Jahrhundertroman herankommt. Jedenfalls freue ich mich auf Haratischwilis neuen Roman Die Katze und der General.

(c) belmonte 2018

Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka). Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2014, 1280 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

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„When someone is ready to kill herself, does she consider if the poison is bitter or sweet?“ – Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (Buchrezension)

7. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas

Zum soundsovielten Mal habe ich Saratchandra Chattopadhyays 1917 erschienenen bengalischen Roman Devdas gelesen.

Es ist die Geschichte von Devdas Mukherjee, Sohn eines reichen Großgrundbesitzers, der seine Kinder- und Jugendliebe Parvati (Paro) Chakravarti, die aus einer Händlerfamilie stammt, nicht heiraten darf und daran zerbricht und sich zu Tode säuft.

Das Buch ist bei aller Bitternis packend bis zum Schluss. Es hätte ein hunderte Seiten langer Wälzer sein können, mit 128 Seiten bleibt es ein schmaler Band mit kurzen Kapiteln, sehr viel Dialog, aufs Nötigste kondensiert. Die englische Übersetzung von Sreejata Guha bringt alles auf den Punkt und ist alles andere als süßlich.

Louis Aragon nennt Tschingis Aitmatows Novelle Dshamilja „die schönste Liebesgeschichte der Welt“ (Rezension siehe hier). Ich sage, Devdas ist der schönste, zumindest aber der bittersüßeste Liebesroman der Welt. Obwohl Parvati bereits weiß, dass sie Devdas nicht heiraten wird, ist er für sie doch ihr wahrer Gemahl, wie sie ihrer Freundin Manorama mitteilt: „If he wasn’t my husband, beyond all my shame and embarrassment, I wouldn’t be in this state today. Besides didi, when someone is ready to kill herself, does she consider if the poison is bitter or sweet?“ (31)

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (bengalisch)

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas (bengalisch)

Nachdem Devdas Parvati verlassen hat und sie mit einem verwitweten Großgrundbesitzer verheiratet wird, dessen Kinder so alt wie sie selbst sind, fällt aller Lebenssinn von ihm ab und er überlässt sich dem Alkohol: „As the night wore on, the realization dawned on Devdas, that the very meaning of his life had suddenly fallen, paralyzed, by the wayside, and left him bereft for all times to come. (…) It would be wrong to even recall it as a right he once had.“ (52)

In Kalkutta lernt er die Kurtisane Chandramukhi kennen (sanskr. „schön wie der Mond“), die sich in Devdas verliebt, während er im Alkohol ertrinkt. Chandramukhi wird zur Seele der Geschichte. An besseren Tagen vermag sie Devdas zu trösten, aber nach einer Irrfahrt durch Indien erinnert er sich an sein Versprechen an Parvati: „I will never forget this promise: if it makes you happy to take care of me, I will come. If it’s the last thing I do. I’ll come to you.“ (82)

Häufig verfilmt, 2002 mit den Hindi-Filmstars Shah Rukh Khan, Aishwarya Rai und Madhuri Dixit in einer aufwändigen und farbexplosiven Version, die mit ebenso opulenter Musik aufwartet, finde ich die neorealistische Schwarz-weiß-Version von 1955 mit Dilip Kumar schöner.

Allerdings findet die 2002er Verfilmung eine schöne Interpretation im Treffen Parvatis mit Chandramukhi, die im Buch lediglich mythologisch angedeutet wird. Wie in vielen Hindi-Filmen üblich, tanzen sie dann auch gemeinsam.

Eine aufwühlende Variation des Devdas-Themas zeigt übrigens der Film Leaving Las Vegas von 1995 (Nicolas Cage, Elisabeth Shue), ebenso bitter und packend bis zum Schluss.

(c) belmonte 2018

Saratchandra Chattopadhyay: Devdas. Aus dem Bengalischen ins Englische übersetzt von Sreejata Guha. Penduin Books, New Delhi 2002, 128 S.

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Von verrosteten Wurmlöchern und explosiven Halskrausen – Kai Meyer: Die Krone der Sterne (Buchrezension)

20. Januar 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Kai Meyers Roman Die Krone der Sterne ist rasante Space Fantasy, ein Pageturner mit erstklassigem Weltenbau, viel Liebe zum Detail und einem stimmigen Plot.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit Himmelskarte, auf der die Regionen der Galaxis mit dem Kernreich, den Marken, den äußeren Baronien und dem sogenannten Katarakt verzeichnet sind.

Jens Maria Weber liefert ansprechende Zeichnungen (Interview siehe hier), zum Beispiel des wichtigsten Raumschiffes der Story, der Nachtwärts, einem halbmondförmigen Alleskönner. Ich vermute, es ist eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem Millenium Falken. Die Greifer, kleine von Hexen ferngesteuerte Raumjäger, erinnern mich an Star Wars TIE Fighter, und die imperialen Sternzerstörer sind hier gigantische Weltraum-Kathedralen, die mich mit all ihren Statuen an den Mailänder Dom erinnern.

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Vermutlich ist Die Krone der Sterne überhaupt voll von Zitaten, ich habe wahrscheinlich nur ganz wenige entdeckt. Die Stadt Djenja auf dem Planeten Nurdenmark erinnert an Mos Eisley auf Tatooine. Mir gefällt dieses Spiel sehr. Es bettet das Buch in einen Space-Fantasy-Kanon ein, dem ich einiges abgewinnen kann.

Auch die Raumschiff-Ästhetik ist schön getroffen, alles ist nach meinem Eindruck auf Retro-SciFi getrimmt:

„Auf dem Monitor wurde ihnen eine Richtung angezeigt, eine Flugbahn in einem dreidimensionalen Raster.“ (68)

Das hört sich sehr nach Vektorgrafik aus dem ersten Elite-Spiel an, das mich vor langer Zeit an den Monitor band, oder irgendwelche Bildschirmanzeigen aus alten Star-Trek-Folgen.

(Und wen Retro-SciFi interessiert, findet hier auf Twitter einen unerschöpflichen Fundus).

Raumschiffe und Raumschleusen (fabelhafter Einfall, um Wurmlöcher zu passieren) sind allesamt herrlich verrostet und heruntergekommen, gehen fast schon als Steampunk durch, weit entfernt jedenfalls von Edelchrom-Raumfahrt.

Die Story hat es in sich. Die junge Baroness Iniza hat kein Interesse, sich als Braut einer fernen Hexenkaiserin einzufinden. Kurzerhand flieht sie quer durch die Galaxis und sammelt einen einschlägigen Haufen aus Einzelkämpfern zusammen, die sich natürlich erst einmal allesamt überhaupt nicht ausstehen können. Der Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern, der zwischendurch eine explosive Halskrause entfernt werden muss, sind sehr schön gezeichnet. Auch eine hübsche Roboter-Muse ist bald mit von der Partie, und sie ist in der Lage, tausend Jahre schlafende Roboter-Armeen wiederzuerwecken und schlimme Dinge tun zu lassen.

Ich finde auch die Einbindung in eine lange Historie sehr beeindruckend mit einem vor tausend Jahren vom Hexenorden in den Bann geschlagenen Maschinenherrscher, der mit seinen Robotern ein noch älteres Reich erobert hatte.

Immer wieder ist von dem schwarzen Loch Kamastraka die Rede, das vor Ewigkeiten die Galaxis durcheinander gewirbelt hat. Dass dieses schwarze Loch im zweiten Band „Hexenmacht“ (erscheint im Februar 2018) noch weiter wirbelt, daran lässt Kai Meyer keinen Zweifel:

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung.

Die Krone der Sterne ist ein Plotroman, der viel Spaß macht und in dem alles stimmt. Dennoch zeigt er mir, dass es in der deutschsprachigen Belletristik einen Unterschied zwischen E- und U-Literatur gibt. Ich frage mich zum Beispiel, ob ein Roman wie Die Krone der Sterne mit tiefen, kontroversen und sich entwickelnden Charakteren geschrieben werden könnte. Stattdessen sind die auftretenden Personen Figurenmuster, die keine innere Entwicklung durchmachen, keine existenziellen Konflikte durchleben, keine verhängnisvollen Entscheidungen ausgrübeln. Auch die Dialoge haben keinen Selbstzweck, sondern führen den Plot voran. Kai Meyer ist ein Meister darin.

Ich frage mich, ob ich bereits Fantasy gelesen habe, in der ich komplexe Charaktere wahrgenommen habe. Auch in Der Herr der Ringe sind die Hauptpersonen weniger Bilbo, Gandalf oder Samweis sondern Mittelerde selbst, eine Welt, die in allen möglichen Charakterzügen von beschaulich, ungestüm, unterirdisch, geheimnisvoll bis mörderisch dargestellt wird. – Und ich bin tatsächlich der Überzeugung, dass Mittelerde Tolkiens eigentliche Hauptperson ist. –

In Star Wars lässt sich Charaktertiefe punktuell allenfalls in Anakin Skywalker – und vielleicht in Obi-Wan Kenobi – feststellen. Dass eine Person wie Anakin Skywalker in den neuen Disney-Filmen gänzlich fehlt, macht die neuen Folgen bei allem Augenschmauß erzählerisch belanglos.

Vielleicht muss ein Fantasy-Epos mit drei Familien, die in mehreren Generationen und zahlreichen Affiliationen die Weltgeschichte begleiten, erleiden und selber schreiben, ein phantastisches Krieg und Frieden mit lebensechten Personen, die mehr sind als Klebebilder, in der die Personen in ihrer Welt relevant sind und nicht eine Welt voller Personen, erst noch geschrieben werden. Geht Frank Herberts Wüstenplanet, der noch auf meine Lektüre wartet, womöglich in diese Richtung?

(c) belmonte 2018

Kai Meyer: Die Krone der Sterne. Fischer Tor, Frankfurt am Main 2017, 461 S.

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„Und ihr könntet doch Menschen sein …“ – Volker Weidermann: Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen (Buchrezension)

16. Januar 2018 § 2 Kommentare

valentino

In seinem neuen Buch schildert Volker Weidermann die kurze, aber intensive Zeit der Münchener Räterepublik. Eine Gruppe von Dichtern nutzt die Gunst der Stunde, um die Macht zu ergreifen. Doch sie scheitern an der harten Wirklichkeit. Ihre humanistischen und pazifistischen Ideale bleiben.

Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs erfasst eine Revolution Deutschland. In München ruft der Anführer einer Massendemonstration Kurt Eisner in der Nacht zum 8. November 1918 den Freistaat Bayern aus. Die Zeit ist reif für einen Neuanfang: Organe der Selbstverwaltung werden gebildet, bewaffnete Arbeiter und Soldaten besetzen Ministerien, der bayerische König Ludwig III dankt ab.

Eisner will ein Kriegs-Schuldbekenntnis Deutschlands sowie weitgehende Zugeständnisse an die siegreichen Alliierten. Es soll eine Verbindung aus parlamentarischer und Rätedemokratie eingerichtet werden. Die Landtagswahl wird für den 12. Januar 1919 angesetzt. Allerdings hat Eisner nach der Machtergreifung Feinde in zahlreichen Lagern: Neben Anhängern der Monarchie, Rechten, Antisemiten und Nationalisten auch Antidemokraten, gemäßigte und radikale Linke, Anarchisten und Kommunisten.

Kurz vor der Wahl gibt es unterschiedliche Ansichten zur Vorgehensweise. Eisner lässt seinen Mitstreiter Erich Mühsam verhaften. Es kommt zum Bruch innerhalb der Linken. Daraufhin verliert Eisner die Wahl. Als er auf der konstituierenden Sitzung des Landtags am 21. Februar seinen Rücktritt erklären will, erschießt ihn auf dem Weg dorthin Anton von Arco-Valley mit einem Revolver. Der junge Graf will durch den Mord seine Zugehörigkeit zur antisemitischen Thule-Gesellschaft beweisen, nachdem diese ihn zuvor wegen seiner jüdischen Mutter abgelehnt hatte (94f., 238).

In der Folge des Attentats gibt es Tumulte im Landtag, bei denen Eisners Gegenspieler Erhard Auer durch Schüsse verwundet wird. Offenbar hielt der Schütze ihn für den Drahtzieher des Eisner-Attentats. Eisner wird durch seinen Tod zur Symbolfigur der bayerischen Novemberrevolution. Thomas Manns Sohn Klaus schreibt über ihn ein Theaterstück.

Sowohl Räte als auch Parlament bestehen nach Eisners Tod fort. Allerdings entsteht ein Machtvakuum. Die Zustände sind anarchisch. Während die parlamentarischen Abgeordneten in Bamberg und Nürnberg über eine Regierungsbildung verhandeln, sind die Räte in München erste orientierungsstiftende Institutionen. Jedoch gibt es weiterhin Meinungsverschiedenheiten unter den Revolutionären. Weil Ernst Toller strikt gegen Gewalt ist, fragt Max Levien polemisch, wie man einen Eierkuchen machen könne, ohne Eier zu zerschlagen (144).

Am 7. April 1919 ruft Gustav Landauer die Bayerische Räterepublik mit Toller als Regierungschef aus. Bereits eine Woche später wird gegen diese geputscht und es kommt zu blutigen Straßenkämpfen. Angesichts der Bedrohung sind Tollers pazifistische Ideale wertlos. Die Rotgardisten nehmen das Heft in die Hand und wehren unter dem Kommando Rudolf Egelhofers die Angriffe zunächst ab, unterliegen jedoch schließlich den von Truppen der Reichsregierung verstärkten Freikorpsverbänden.

In der Folge der blutigen Niederschlagung der Räterepublik wandelt sich Bayern während der Weimarer Republik zur reaktionären Ordnungszelle und bietet somit einen geeigneten Nährboden für den aufkeimenden Nationalsozialismus.

In Ernst Tollers Theaterstück „Die Wandlung“ heißt es:

„Und ihr könntet doch Menschen sein, wenn ihr den Glauben an euch und den Menschen hättet, wenn ihr Erfüllte wäret im Geist.“ (145)

Thomas Mann, der in dieser Zeit mit seiner Familie in München lebt, nimmt eine eher zwiespältige Rolle ein.

„Thomas Mann hatte in den letzten Tagen so etwas wie einen Mantel aus zeitentrückter Magie um sich gehüllt. Seine Idyllen-Stimmung. All das, der Pöbel, die Demokratie, der Krieg, die Niederlage, all das sollte ihn nichts angehen.“ (47)

Nachdem er anfänglich mit den Ideen der Revolutionäre sympathisiert (143), fordert er schon bald deren Köpfe (203) und sein Antisemitismus tritt offen zutage (260f.). Dazu passen auch der Bericht über eine peinliche Bruderschaft zu Hitler (227) und die Besuche des ultranationalistischen, feinnervigen Komponisten Hans Pfitzner (41).

Weidermann sieht in der Figur des Hans Castorp aus dem „Zauberberg“ das Exempel eines Träumers: „Ein taumelnder Held zwischen den Mächten seiner Zeit“ (226). Ähnlich wie Mann selbst sei er für alles empfänglich und wandele auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod. Ich bin noch nicht an Thomas Mann herangekommen, obwohl ich seine Themen durchaus reizvoll finde. Seine aus meiner Sicht gestelzte Sprache hat mich bisher immer abgestoßen. Ich weiß noch nicht, ob sich meine Einstellung nach Weidermanns Lektüre wirklich geändert hat. Vielleicht starte ich ja nochmal einen Anlauf.

Aufgrund des dankbaren Stoffs mit sich überschlagenden Ereignissen und tragischen Helden, die schließlich an ihren humanistischen Idealen scheitern, kommt die Erzählung – eine gelungene Mischung aus Thriller und Tragikomödie mit dem Fokus auf München vor hundert Jahren – ohne fiktive Elemente aus. Anstelle der Auktorialen nimmt der Leser die Perspektiven der historischen Protagonisten ein. Wie in einem Prisma brechen sich die verschiedenen Blickwinkel auf die Ereignisse, die in einer verdichteten Form zugleich nuanciert und reduziert dargestellt sind. Auf diese Weise entsteht ein virtuoses, vielstimmiges Gebilde der Zeit, in der die Stimmung zwischen Euphorie und Ernüchterung schwankt.

Neben Rainer Maria Rilke und Oskar Maria Graf taucht auch Gusto Gräser auf. Unter seinem Pseudonym Emil Sinclair dient der „Apostel“ Gräser dem damals bereits namhaften Hermann Hesse als Vorlage für die Figur des Predigers Max Demian (186ff.). Hesse nimmt an der Revolution nicht teil, stattdessen geht er zum Schreiben in die Einsamkeit Tessins (190).

Und dann gibt es noch Ret Marut (178ff.), besser bekannt als B. Traven. Als Herausgeber der Zeitschrift „Der Ziegelbrenner“ und Mitglied des Zentralrats (250) kann er nach der Niederschlagung der Münchener Räteregierung – Gerüchte über Gräueltaten wie dem sogenannten „Geiselmord“ der Revolutionäre heizen einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen ihre Protagonisten und Anhänger an – nur mit viel Glück entkommen.

Herzlichen Dank an den Verlag Kiepenheuer & Witsch für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

(c) valentino 2018

Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2017, 288 S.

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Im zweiten Leben utopische Kunst – Nikita Afanasjew: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt (Buchrezension)

18. November 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

Nikita Afanasjew: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt

Nikita Afanasjew: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt

Eines der Kriterien, die mir anzeigen, dass mir ein Buch gefällt, ist ein rasches Lesetempo. Wenn ich ein Buch zügig lese, bin ich jedenfalls erst einmal nicht davon genervt. Wenn ich dann am Ende, anders als bei einem Dan-Brown-Schmöker, nicht maßlos über die billige Auflösung enttäuscht bin, ist ein weiteres Merkmal für ein gutes Buch gegeben. (a) schnell gelesen, (b) am Ende nicht enttäuscht worden, beides trifft auf Nikita Afanasjews Debütroman Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt zu.

Das Buch ist schön gebunden, liegt gut in der Hand, erinnert irgendwie an die gebundene Ausgabe von Erich Kästners Emil und die Detektive, ist genauso urban (örbən) – ja, das ganze Buch riecht irgendwie örbən.

Jakob Ziegler ist ein erfolgloser Künstler, was ihn zu stören scheint, aber nicht zu sehr, denn Erfolg korrumpiert ja doch nur. Das Leben in Berlin ist schmutzig, Jakobs Beziehung zu Jolanda auf dem Nullpunkt, und mit Ben und Carlo ist es auch nur eine ständige Sauferei. Auf Kräne zu klettern und öffentliche Uhren zu zerdeppern, das kann noch nicht alles gewesen sein.

Also legt sich Jakob eine zweite Persönlichkeit zu: Johann Zeit, ein Mann mit allen Eigenschaften, ein Tausendsassa, der schon alles erlebt und alle Erdteile bereist hat. Ben informiert sogleich den umtriebigen Marketingprofi Dorian, der eben diesen Johann Zeit mit Performance-Kunst groß herausbringt. In einer der von Dorian angezettelten Aktionen wird die ganze Stadt mit kriegswaffenkritischen Graffiti zugesprayt, gez. Johann Zeit. In ganz Berlin und darüber hinaus und vor allem in den sozialen Netzwerken fragt man sich, wer dieser Johann Zeit sei, der in der Folge mehr und mehr ein Eigenleben führt.

Jakob gelingt es, einige seiner künstlerischen Arbeiten unter dem Namen Johann Zeit bei der Kunstschau „Utopian Art“ unterzubringen. Wie dann die Ausstellung – untergebracht in einer Stadt aus Zeltplanen und Pavillons – im Chaos der Performance-Redner und arrangierten Demonstrationen untergeht, ist exzellent dargestellt. Hier wie anderswo trifft Afanasjews Dialogduktus die Szenerie ganz hervorragend.

Jakob ist illusionslos. Alles wurde längst hinterfragt. Selbst Protest und Gegenkultur sind schon Teil der Verwertungskette geworden und stoßen ihn ab. „Sicher, er mochte Deutschland nicht besonders, den Neid, das provinzielle Gehabe, all das zwanghaft Fleißige. Vor allem mochte er nicht, was in diesem Land aus der Freiheit geworden war. Sie war so lange von Lackaffen in modisch einwandfreien Anzügen missbraucht worden, dass sie nun halb tot in einer Seitengasse lag, neben einer Mülltonne, und die Menschen eilten an ihr vorbei, um ja nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, sonst gäbe es noch Ärger …“ (106)

Das Buch ist ein Statement zu den Urban Thirties, einer abgeklärten, desillusionierten und enttäuschten Spätjugend, die es nicht mehr schafft, irgendeinen urbanen Traum zu leben, in einem Berlin mit all seinen Abhängplätzen und bekannten Locations, Landwehrkanal und so. (Oder ist womöglich genau das der urbane Traum?)

Was hat es mit dem Titel des Buches auf sich? Es geht um einen Brief, den Jakob vor Jahren – an sich selbst adressiert – Ben übergeben hatte und den Ben pünktlich zu Jakobs dreißigstem Geburtstag einwirft, eine Nachricht mit nur wenigen Worten:

„Wenn ich das lese, bleiben mir drei Optionen: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt.“ (9)

Wie das Buch ausgeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

(c) belmonte 2017

Nikita Afanasjew: Banküberfall, Berghütte oder ans Ende der Welt. Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2017, 303 S.

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Science Fiction, What if … Licht (Werkstatt)

28. Oktober 2017 § 2 Kommentare

belmonte

Gabriel Hardman, Corinna Bechko, Invisible Republic, Volume 1

Gabriel Hardman, Corinna Bechko, Invisible Republic, Volume 1

Auch den ersten Band der Comic-Reihe Invisible Republic von Gabriel Hardman und Corinna Sara Bechko habe ich nun beendet. Das Konzept gefällt mir, die Zwei-Zeiten-Struktur ist gut aufgebaut, auch der Hard-Science-Fiction-Charakter spricht mich an, ich bin aber doch nicht sicher, ob Ansätze der Begeisterung für die nächsten Bände ausreichen. Der Film Children of Men hat mir außerordentlich gut gefallen (Open-Air-Sommerkino in Monopoli, Provinz Bari), aber ich doch sehr froh, dass er keine Fortsetzung hat. Seitdem ich allerdings diesen Film gesehen habe, kommt mir London, wohin ich regelmäßig reise, genau so vor: Alles irgendwie grau und gedrängt und dreckig und kein neues Leben mehr. Pop-Musik der Achtziger Jahre:

All around me are familiar faces | worn out places | worn out faces. | Hide my head | I want to drown my sorrow | no tomorrow | no tomorrow. | The dreams in which I’m dying | are the best I’ve ever had.

Nächstes Jahr werde ich endlich die re:publica besuchen, so viele Vorträge, die mich bloß noch neugieriger machen, Science Fiction als Geisteshaltung von Katja Böhne gibt einen exzellenten Überblick über aktuelle Science-Fiction-Literatur und mehr. Christian Zöllner stellt sein Designkonzept From Fiction to Action vor, und Eden Kupermintz zieht in The Ocean of Dreams ganz lange Linien.

Ab sofort gibt es für mich keine Genres in der Literatur mehr.

– Science Fiction läuft unter „What if …“.
– Alle anderen Literaturen fallen für mich ebenfalls unter „What if …“.
– Ist nicht Fantasy ebenso „What if …“?
– Und auch der realistische Roman ist ein „What if …“.
– Gewissermaßen ist sogar eine historische Dokumentation ein „What if …“.

– So war es.
– Wirklich?
– Jedenfalls sagen das die Quellen.
– Sagen sie das?
– Jedenfalls wäre es so gewesen, wenn die Quellen recht hätten.
– Aha!
– Was wäre, wenn die Quellen recht hätten?
– What if …
– Ist dann Tolstois Krieg und Frieden Fantasy?
– Ja, natürlich.
– Ist Tolkiens Herr der Ringe ein realistischer Roman?
– Ja, klar, magischer Realismus.
– Und Star Wars?
– Nun ja, vor langer, langer Zeit eben.

Wenn du erkennst – und wenn du erkennst, dass du vom Licht bist – dann setzt du dich selbst in Stand. Durch dieses Aufsetzen änderst du dich selbst. Da du aber selbst vom Licht bist, ändert sich das Licht, dass du erkennst. Also ändert sich im Erkennen Erkennendes und Erkanntes in eins. Erkennendes und Erkanntes sind dann eins.

Ich selbst bin im großen Licht und bin Licht, und das Licht ist eins mit mir und in mir. Ich bin das andere, und ich bin die andere, und ich bin im anderen, und das andere in mir und ich bin du.

(c) belmonte 2017

Gabriel Hardman, Corinna Bechko: Invisible Republic. Volume 1. Image Comics, Berkeley, CA 2015, 128 S.

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Seenot, Plotlosigkeit und Gesichtserkennung (Werkstatt)

14. Oktober 2017 § 3 Kommentare

belmonte

Immer mehr NGOs ziehen sich mit ihren Seenotrettungsschiffen aus dem Mittelmeer zurück, da die italienische Regierung ihnen Kollaboration mit Schleppern vorwirft und sie zur Unterzeichnung eines Verhaltenskataloges zwingt, der dem Sinn und Zweck von Seenotrettung widerspricht. Aus meiner Sicht ist das eine Jämmerlichkeit der italienischen Politik, mehr noch aber ein jämmerlicher Mangel an europäischer Zusammenarbeit. Ich weiß allerdings auch nicht, ob ich das alles viel besser lösen würde.

Larry Brown: Fay

Larry Brown: Fay

Schnelle Lektüre von Larry Browns Südstaaten-Roman Fay. Die noch nicht ganz volljährige Fay verlässt ihre verwahrloste Familie und schlägt und schläft sich mit einigen Stationen an die Golfküste durch. Das Buch kommt nicht ganz an Joe R. Lansdale heran, längst nicht an Cormac McCarthy, ist aber eingängig zu lesen. Ich verstehe nicht ganz, was erzählt wird, was mir nicht andere schon erzählt haben. Einige Charakterisierungen finde ich nicht sehr glaubwürdig, innere Monologe bleiben gelegentlich im Ansatz stecken, Dreck wird an einigen Stellen sichtbar, aussichtsloses Treibenlassen und ein paar schlimme Morde und andere Tötungen. Mich hätte aber interessiert, wie das Buch von einer Schriftstellerin ausgefallen wäre. Ich werde schauen, welche Southern-Gothic-Autorinnen ich noch entdecken kann. Verbindendes Merkmal all dieser US-Südromane (McCarthy, Lansdale, Brown etc.) ist das scheinbar planlose (plotlose) Dahintreiben der Handlung, viele unwichtige Dinge passieren, ich frage mich, warum hat der Autor das eingebaut, aber es ist echtem Leben nachempfunden, zig Sachen, die heute passiert sind und für meinen eigenen Tagesplot (wie bitte?) völlig unbedeutend sind, aber eben geschehen sind („Ich stelle noch eben die Butter zurück in den Kühlschrank.“), hier werden sie bedeutungslos miterzählt.

Bei Larry Browns Fay hat mir die Geschichtslosigkeit nicht gefallen. Man kann das einem Roman eigentlich nicht vorwerfen, aber zur Zeit gefallen mir Bücher besser, die in einen historischen Rahmen eingefasst sind. Grossmanns Leben und Schicksal war von der Sorte. Tomasi di Lampedusas Gattopardo ebenso. Auch in der Fantasy fordere ich historischen Hintergrund ein. Tolkiens Herr der Ringe ist übervoll davon. Auch Mitchells Vom Winde verweht steht auf meiner Liste, obwohl es seit einiger Zeit in den USA als sehr gestrig gebrandmarkt wird.

17. August 2017

Abends lese ich die Nachrichten aus Barcelona, den schrecklichen Anschlag auf den Ramblas, diesmal kein Angriff auf ein Land oder eine Stadt sondern auf viele Nationalitäten. So schlimm es ist, es schweißt zusammen, zumindest über die sozialen Medien, obwohl noch viel mehr Gesichtserkennung aufgebaut werden dürfte, scheinbare Sicherheit, fast schon ein strukturelles Agreement zwischen Terroristen und westlichen Postdemokraten. Trump übertrumpft sich mal wieder selbst, man kann seine Tweets schon gar nicht mehr ernsthaft kommentieren.

(c) belmonte 2017

Larry Brown: Fay. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Thomas Gunkel. Wilhelm Heyne Verlag, München 2017, 652 S.

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