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25. Dezember 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Von den Tafelbergen bis zu den Totempfählen – Peter Baumann und Martin Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Buchrezension)

18. Dezember 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Die traditionell angewandte Kunst der Ureinwohner Amerikas bleibt beim Übergang in die Moderne stets in ihrer Kultur verwurzelt. Ihre Bedeutung verändert sich jedoch im Kontext ihrer Verwendung, was sich auch in der kunstvollen Gestaltung der Gebrauchsgegenstände widerspiegelt. Beim Zusammentreffen und Austausch mit europäischen Kunstformen hat sie sich zudem weiterentwickelt. Allen Künstlern gemein ist, dass sie trotz ihrer Zugehörigkeit zu heterogenen Gruppen wie unter anderen der Apache, der Dakota oder der Haida, über die Reanimierung ihrer eigenen Kultur hinaus identitätsstiftend wirken. Dafür finden Peter Baumann und Martin Schliessler in ihrem Buch „Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes“ zahlreiche Beispiele.

„Als Völker aber sind sie so voneinander unterschieden wie etwa die Norweger von den Italienern. (…) Jeder Stamm mußte also auf eigene bescheidene Weise das Rad neu erfinden. Das College führt nun die Kinder aus den verschiedenen Stämmen erstmals zusammen, und sie stellen zum erstenmal [sic] fest, daß sie die gleichen Wünsche und Sorgen haben. Sie empfinden so etwas wie Gemeinschaftsgeist.“ (112)

Dabei wirkt der Kontakt zu den Europäern sowohl störend als auch inspirierend. Als Beispiel für Letzteres sei Karl Bodmer erwähnt. Der Mandan-Häuptling Mato-tope malt 1834 unter seiner Anleitung mit Wasserfarben auf Papier die vermutlich älteste bekannte indianische Malerei mit Materialien eines Weißen. Vier Jahrzehnte später beginnt die indianische Kunstmalerei in den Schulen, Forts und Gefängnissen der Weißen – den ersten aufständischen Künstlerkolonien.

In Anadarko, Oklahoma, fördert Susan Ryan Peters die sogenannten fünf Kiowa. Mitunter setzen sie im Meskalin-Rausch, der den Sehnerv beeinflusst, ihre Visionen in Bilder um. Der Hopi-Künstler Dan Namingha wiederum lässt sich von Kachina-Puppen inspirieren, die Ahnengeister der Pueblos darstellen und als Mittler zwischen den Welten gelten.

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Hopi)

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Hopi)

Das Buch ist nach Regionen in drei Teile gegliedert. Im ersten stellt Baumann neben dem bereits erwähnten Namingha exemplarisch weitere Künstler des Südwestens vor, darunter T. C. Cannon, Fritz Scholder und den Navajo R. C. Gorman, zu dessen Vorbildern die Mexikaner Siqueiros, Rivera, Orozco und Zúñiga gehören. Oscar Howe und Allan Houser gehen aus einer rein dekorativen Malschule hervor, von der sie sich jedoch später abwenden und eigene Wege gehen. Während die Malerin Jaune Quick-to-See Smith Felszeichnungen der Anasazi im Canyon de Chelly in ihr Werk aufnimmt, belebt Randy Lee White die piktografische Sprache wider.

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Comanche-Kiowa & Kiowa)

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Comanche-Kiowa & Kiowa)

Im zweiten und dritten Teil setzt sich Schliessler mit der Kunst der Nordwestküste und der Inuit (Eskimo) auseinander und führt jeweils exemplarisch die Bildhauer Bill Reid für erstere und Kania für letztere an. Das gebundene Buch enthält zahlreiche Fotos, insbesondere Abbildungen der Kunstwerke.

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Inuit)

Baumann, Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes (Inuit)

Ich habe „Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes“ neulich beim Stöbern in meinen Bücherregalen wiederentdeckt. Vielleicht wäre es von Vorteil gewesen, anstelle der Vielzahl von vorgestellten Künstlern einige wenige Künstler-Monografien zu schreiben, weil so doch manches an der Oberfläche bleibt. Trotzdem ist das Buch überaus informativ, und wer wie ich schon immer von nebligen, mit Totempfählen bestandenen, Geisterwäldern der Nordwestküste oder von Tafelbergen und Felsschluchten des Südwestens geträumt hat, kommt bei der Lektüre voll auf seine Kosten.

Besonders beeindruckend fand ich Schliesslers Schilderung der Landschaft der Nordwestküste, die er teils mit dem Helikopter bereist hat. Mitte der 80er-Jahre kehrt der Autor für Filmaufnahmen nach dreißig Jahren zurück an einen Ort auf Baffin Island und bemerkt dort während der Teilnahme an einem Walfest der Eskimo den Umbruch in der traditionellen Inuit-Gesellschaft.

Die Autoren weisen zahlreiche Werke vor. Schliessler wirkte an Dokumentarfilmen mit. Baumann veröffentlichte als Journalist Sachbücher und Romane. Mit ihrem Buch „Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes“ wollen sie, so schreiben sie einleitend, eine Bestandsaufnahme der indianischen Kunst Amerikas machen. Dafür haben sie jahrelang recherchiert und die Orte bereist. Ob sie dieses ambitionierte Vorhaben erreicht haben, wage ich zu bezweifeln. Dennoch vermittelt das Buch einen bemerkenswerten Einblick in die indianische Kunst und vermittelt auf diese Weise einen Eindruck von der untergegangenen indianischen Welt, in der alles beseelt war.

(c) valentino 2018

Peter Baumann; Martin Schliessler: Amerikas indianische Seele. Die Bilderwelt des Roten Mannes, ECON, Düsseldorf, Wien, New York 1987, 280 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 24. Teil

25. September 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Palastruine

Illustration: Valentino

Die Ebene lag wie ein Meer vor mir. Ich saß auf der Treppenstufe und erinnerte mich an die Nacht verloren im Wald, an die Tage im Hochland und an den Abend bei den Mendozas. Meine Erinnerungen begannen bereits zu verblassen. Bald würden sie vergessen sein wie die Steine der Maya unter grünen Hügeln. Später träumte ich nie wieder von Palenque, sondern vom schattigen Ufer des Usumacinta oder von meiner Ankunft in La Palma in einer lauen Nacht.

In der Pyramide stieg ich die steinernen Stufen der steilen Treppe hinab in die Grabkammer. Auf dem Sarkophag lag die Grabplatte: Die Inschrift auf ihren Seitenflächen gab die Namen der Herrscher und Daten aus dem Maya-Kalender wieder, ihre Oberseite zeigte den Lebensbaum der Maya. Darunter war Pakal abgebildet bei seinem Übergang nach Xibalbá, der Unterwelt. Nachdem er sie durchwandert haben würde, sollte er im Schutz der Sonnenhieroglyphe am östlichen Horizont wieder auferstehen.

Ich schlenderte auf ausgetretenen Pfaden zwischen den Gebäuden und suchte in der Nachmittagshitze Schatten unter einem Baum. Als die Sonne kurz hinter einer Wolke verschwunden war, bemerkte ich zwei Pinien bei der Palastruine. Ich stellte mir vor, ein Holzpfahl stünde auf dem Platz davor. Dort angekommen würde ich auf eine erloschene Feuerstelle stoßen und mich niederhocken, um mit einem Stock zwischen verkohlten Holzresten in der kalten Asche zu stochern. Da fiele mir ein durchtrenntes Seil auf, das auf der Erde läge. – E N D E –

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 23. Teil

18. September 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Usumacinta

Illustration: Valentino

Am nächsten Morgen erreichte ich Tenosique mit dem Fahrrad. Ich hatte bloß noch ein paar Peso in der Tasche. Weil es Sonntag war und alle Banken geschlossen hatten und weil die Automaten meine Kreditkarte verweigerten, gab ich das restliche Geld für Wasser und ein kleines Frühstück aus. Daraufhin radelte ich auf der asphaltierten Straße Richtung Palenque. Nachdem ich eine Abzweigung verpasst hatte, fuhr ich einen Umweg über Emiliano Zapata am Usumacinta.

Unterwegs rastete ich bei einer Gaststätte. Der Wirt gab mir ein Stück Wassermelone und kaufte eine meiner beiden Hängematten. Vom Erlös aß ich abends in Palenque in einem Restaurant Mojarra, ein mit dem Barsch verwandter und bei den Einheimischen beliebter Speisefisch. Ein Hausbewohner beherbergte mich daraufhin in seinem Garten. Ich spannte meine Hängematte auf und schlief erschöpft ein. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich mit Mückenstichen übersät. Ich packte meine Sachen, fuhr ins Zentrum, hob dort Geld bei einer Bank ab und nahm ein Zimmer in der Nähe des Parks.

Frisch geduscht fuhr ich mit dem Fahrrad die letzten sechseinhalb Kilometer zu den Ruinen der ehemaligen Maya-Stadt, die ihre Blüte um 700 entfaltete. Die archäologische Fundstätte lag auf einer Terrasse zerklüfteter, bewaldeter Hügel am Rande des Hochlands von Chiapas. Vor mir stand der Tempel der Inschriften auf der obersten Plattform einer Pyramide. Ich stieg die Treppe hinauf, setzte mich auf eine Stufe und blickte auf die Palastruine mit dem vierstöckigen Turm. Dahinter erstreckte sich ein weites Tiefland bis zum Horizont nach Norden.

(c) valentino 2018

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