Von Ziegen, Schlangen und Tintenfischen – Bericht über den Linolschnitt-Workshop für Kinder

27. Dezember 2016 § 2 Kommentare

valentino

Die originellen, hervorragenden Ergebnisse des Workshops „Linolschnitt und -druck“ lassen das Herz höher schlagen. Sie sind es allemal wert, in diesem Beitrag gezeigt zu werden. Der Workshop fand am ersten Dezemberwochenende (2. bis 4.) im Rahmen des Autorentreffens auf der Tromm statt und richtete sich ursprünglich an Kinder – was jedoch einige Erwachsene nicht davon abhielt mitzumachen.

Präsentation der Ergebnisse

Präsentation der Ergebnisse / Foto: Fichte

Die Teilnehmer/innen gingen hoch motiviert und mit großem Tatendrang ans Werk. Die individuellen Herangehensweisen waren bemerkenswert. Dabei gingen die Kinder noch unverstellter, unbedarfter als die Erwachsenen vor: Da wird dann auch mal mit Filzstiften in den noch nassen Druck hinein gemalt – eine gute Idee.

An Material standen uns Linoleum, Bleistifte, Messer, Walzen, Farbe auf Wasserbasis und Papier zur Verfügung. Zunächst haben wir unsere Motive mit dem Bleistift auf den Druckstock übertragen. Natürlich braucht es etwas Geduld und ein gewisses handwerkliches Geschick, um die Konturen und die Formen in die glatte Oberfläche der Platte zu schneiden. Um das Linoleum weicher zu machen, legten wir es kurz auf die Heizung. Danach ließ es sich leichter gestalten.

Nach getaner Arbeit

Nach getaner Arbeit / Foto: Fichte

Schließlich haben wir mit den Walzen die Farbe aufgetragen und mit den eingefärbten Druckstöcken das Papier bedruckt. Es ist schön zu sehen, dass diese spannende Technik Kinder und Erwachsene begeistert. Vielleicht hat ja die eine oder der andere Lust bekommen, weiter mit dem Medium zu arbeiten oder in Zukunft die bisher erworbenen Kenntnisse aufzugreifen. Herzlichen Dank allen Mitwirkenden für die Inspiration!

(c) valentino 2016

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Autorenwochenende auf der Tromm: Bericht von Aufhockern, Meerjungfrauen und anderer Fabula

24. Dezember 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

trumma am zwoden bisz vierden december des jâres MMXVI

ankommena uf trumma
ze sammen fichta mit îra tohter
un steinichen unde îr man
un deolazarra
dera mit mordsmæren
weilat schun da
un baecker abholena vun scharubac schnelliu
wan steig auf trumma zu arebeitsam wesen wær
dar nâch speis zu vespera
als wan jaegeru mit îr driu kints nach uns stôszt
spæte kumt ouch augl durch nebula auf trumma an
und gibat uns pensum
scrîban uf creatio geriuschena
obene
wo hûs undern dach
un ispiratio anderiu
wan schabena un kratzin un klicksan
so manege vurz us bauchena
un marcello bästet ornat zu wihenaht
sprechan ouch lanc zît dar nâh bis nachtin tiefe

nahtena molliche warm
wann dar ûzen kallde frost
an morgening sîn velte ganz weisz vun rauha reip
us venesteru is harrelich schauwe
zu frühestuck kummena iederu vru oda spât
als manige kints warn angustlîh aus mina reda vun aufhockeru un hechsenreutige und schattewulf
daru nâch wirds swarze poesei
unds wirds viel schœniu stukelin davun

Augl auf der Tromm

Augl auf der Tromm / Foto: belmonte

spæte foremiddag kumt schilzge van furth
an gleichena zît tritt schmied uz mannem auf trummahûs in
wie deolazarra ouch sie in dera mordsmæren bewanderut
sie machat uns klar
was preparatio uf lectura bedurfenet
weru vun uns haettena dacht
dasz so mannicfach dinc wær furbereiten zuo lectura

mitter tac is rîch ezzen
wan steinichen un îr man verlâszan trumma
wer kunde wizzen wasz dahinteru stunt
un all anderiu was darum farlegena

eʒ was danne scribena uf musica epica
ein stunta schalliga us synphoney un schanzun d’amour vun krîc dera stellaru unde anderiu fantasîe un groene blaetteren
wan schilzge verlaszt den roume
wirds îr zu filiu schallige
un schmied vun dera mordsmæren fahrut vun trumma ze rucke nâh mannem
bevor demarunge unde frost un dunkelin s’abschnittena vun ouszenwerlde

Dämmerung im Trommwald

Dämmerung im Trommwald / Foto: belmonte

kints wan frô
mit în is arnsvalt
der schneidt und drückt mit în uf pappîr
unde was sie fertigan
is allerschœniu werckena

ër selbest hat eigena drucke uz hambujch bracht
werlt besta cunst wart enteckat

spæteru spacieren wir uf trumma hôh
als linsert mich anrufenat
wult sie vun gras-ellinebac abholt werdant
unde wars in finstarnes
gesagt gethan
unds vröude wars unde lebehaft un s’redat als wia flieszendes wazzer

nach vespera lesant wir uz eigane scripten
linserts schœniu werck vun îr groszeltiron
schilzge lieszt ouch vun deme was îr als war
was smerzat immer unde noch
mitreiszant îr eigen sprâcha
baeckerus vortrac is meiszelt an poetereis wettstreitena
wanns als umbewirffat
malincholisch indesz augls poesei

an morgena heiʒt deolazarra den holtzofan in küchîna un bakkat brotlein
wanns fruestuck rîch unde lang
dar nâch is fichtas fabula darauszen
gang nâch velsinmere
wo fata un schattinwulf unde merejuncfrauwe
ouch prinze is fundan
leider kumts nichmer zum fabulieran
zerück in trummahûs ezzan wir mittitac wias vuerstena thun
langa unde herzeclîch is adieu vun trumma
darauszena wehat kalder wint

(c) belmonte 2016

Vorbereitungen für das Autorenwochenende auf der Tromm

19. November 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Hashtag #trommlit16

Unsere Vorbereitungen für das Autorenwochenende auf der Tromm vom 2. bis 4. Dezember nehmen Gestalt an.

Zur Zeit sind folgende Workshops geplant:

  • Klangkreationen
  • Vorbereitung auf eine Lesung
  • offene individuelle Räume
  • Schreiben zu epischer Musik
  • Märchenschreibworkshop
  • Blackout Poetry

Am Rande wird es einen Computer mit mehreren Tastaturen geben, auf denen jeder zu jeder Zeit spontan Texte, Ad-hoc-Lyrik, Gedanken, Anekdoten eintippen kann.

Trommhaus / Foto: Klaus Kirchner

Trommhaus / Foto: Klaus Kirchner

Auch für die Kinder wird mit eigenen Workshops und Aktivitäten gesorgt:

  • Linolschnitt und -druck
  • Stockbrot
  • Weihnachtssterne basteln
  • Kekse backen
  • Laternenspaziergang (wer Kinder hat, bitte Laternen mitbringen)

All dies ist natürlich kein fixes Programm. Wir können vor Ort je nach Lage der Dinge und Interessen umorganisieren.

Anreise ist am Freitag, den 2. Dezember, gegen 18 Uhr. Die Anreise mit dem Auto ist empfehlenswert. Parkplätze sind genügend vorhanden. Es ist auch möglich, mit der Regionalbahn von Weinheim bis Rimbach zu fahren und von dort 1,5 h zum Trommhaus zu wandern. Es geht allerdings zum Teil ordentlich bergauf, und es wird früh dunkel. Alternativ können wir die eine oder den anderen von Fürth (Endbahnhof der Regionalbahn von Weinheim) mit dem Auto abholen.

Adresse:

Trommhaus
Mooswiese 67
64689 Grasellenbach
Ortsteil Scharbach

Es wäre schön, wenn Ihr für das Abendessen am Freitag kalte Speisen mitbringt (Auflauf, Teigrollen, Lasagne, Zwiebelkuchen, Kartoffelsalat, Baguette oder was auch immer). Samstag und Sonntag kochen wir dann gemeinsam.

Denkt an warme Kleidung und festes Schuhwerk. Auch dicke Socken oder Hausschuhe für die Schlafräume sind zu empfehlen.

Es sind immer noch ein paar Plätze frei. Wer noch Interesse hat mitzukommen, melde sich bitte bei belmonte at vnicornis dot com.

Bis bald,
Claudia und belmonte
in Zusammenarbeit mit KAMINA, dem studentischen Dichterkreis Heidelberg

Weitere Informationen:

https://vnicornis.wordpress.com/2016/10/08/autorenwochenende-auf-der-tromm/

Autorenwochenende auf der Tromm

8. Oktober 2016 § 2 Kommentare

Autorenwochenende auf der Tromm

Hashtag #trommlit16

Wir haben mit der Vorbereitung unseres nächsten Autorenwochenendes begonnen und möchten Euch herzlich einladen, daran teilzunehmen und mitzuwirken.

Vom 2. bis 4. Dezember 2016 (Freitagnachmittag bis Sonntag) quartieren wir uns im Trommhaus im Odenwald ein.

Es wird eine Reihe von Workshops rund um das Schreiben geben. Jede/r kann sich diejenigen Workshops aussuchen, die für sie oder ihn am interessanten sind. Vorschläge sind jederzeit erwünscht.

Trommhaus

Trommhaus / Foto: valentino

Kinder sind wie immer herzlich willkommen. Damit es ihnen nicht langweilig wird, bereiten wir separate Workshops, Filmvorführungen und Spiele für drinnen und draußen vor.

Natürlich werden wir auch dieses Mal wieder gemeinsam kochen, draußen die Natur genießen, durch die Nacht wandern, Ideen und Erfahrungen austauschen und … schreiben.

Zur Organisation:

Das Wochenende ist ausdrücklich nicht-kommerzieller Natur. Kosten fallen allein für Anreise, Übernachtung und Verpflegung an.

Vorgesehen sind zwei Übernachtungen (10,50 Euro pro Person und Nacht, etwas preiswerter wird es in den sogenannten Bettenlagern unterm Dach). Bettwäsche kann mitgebracht werden, ansonsten fallen einmalig 7 Euro für die Ausleihe vor Ort an). Internetadresse mit Anfahrtsweg und alle weiteren Informationen zum Ort findet Ihr unter www.trommhaus.de.

Verpflegung kaufen wir vorab ein. Getränke werden von den Herbergseltern bezogen.

Da die Anzahl der Teilnehmer begrenzt ist, meldet Euch bitte frühzeitig an (belmonte at vnicornis dot com). Mit der Anmeldung bitten wir um eine Anzahlung von 10 Euro, damit wir besser planen können.

Wir freuen uns auch dieses Mal auf viele neue Gesichter und ein paar ebenso lyrische wie epische Workshop-Tage.

Manuel Beck performt die Verwandlung

3. September 2016 § 3 Kommentare

Ludwigshafen, den 5. August 2016:

Manuel Beck performt die Verwandlung aus meinem Versepos Sitte und Sittlichkeit im ausgegangenen Jahrhundert:

Poetry Jam Bauch, Beine, Po-etry der Heidelberger Dichtergruppe KAMINA im Ludwigshafener Hack-Museumsgarten.

Das eBook Sitte und Sittlichkeit im ausgegangenen Jahrhundert ist im Juli 2016 bei tolino media erschienen:

belmonte: Sitte und Sittlichkeit im ausgegangenen Jahrhundert (EPUB)

Kamina-Workshop „Metrik und Kontrafaktur“ (Veranstaltung)

18. Juni 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Kamina-Workshop Metrik und Kontrafaktur

Bernard de Ventadorn

Bernard de Ventadorn

Am 24. Juni 2016 findet im Lesecafé über dem Marstallcafé in Heidelberg der Kamina-Workshop Metrik und Kontrafaktur statt.

Inhalt:
Nach einer Kurzeinführung in die deutsche und italienische Verslehre hören wir einen mittelalterlichen Gesang, eignen uns seine metrische Gestalt an und erarbeiten auf dieser Vorlage je eigene Kontrafakturen. Diese Neudichtungen werden vorgetragen oder vorgesungen. Zum Abschluss diskutieren wir den Wert der gebundenen Sprache in der heutigen Dichtung.

Workshop-Leitung:
belmonte

Datum:
24. Juni 2015, 19 Uhr

Ort:
Lesecafé über dem Marstallcafé, Heidelberg

Freier Eintritt

Weitere Informationen unter http://kamina-dichter.de/aktuelles.

Dichterwochenende auf der Tromm: Von alten und neuen Liedern

26. Dezember 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Dichterwochenende auf der Tromm:
Von alten und neuen Liedern

Fahrt am späten Freitagnachmittag durch dichten Feierabendverkehr auf die Tromm.
Die letzten Kilometer auf dem Trommhöhenweg kommen wir durch den starken Nebel nur noch im Schritttempo voran.
Im Trommhaus erwartet uns Bach und begrüßt uns herzlich.
Wir richten uns ein und bereiten das Abendessen vor.
Während wir essen,
kommen Fichte und Greif an.

Wie immer freuen wir uns über die schöne Hüttenatmosphäre.
Auch die Herbergseltern sind sehr freundlich.
Womöglich sind sie froh,
dass wir am Ende doch nicht so eine große Gruppe geworden sind.

Später sehen wir den Film Das Gespenst der Freiheit von Buñuel,
diskutieren anschließend über Freiheit und Zufall.
Danach Nachtruhe.

Trommhöhenweg

Trommhöhenweg / Foto: clk

Ich wache am frühen Morgen auf,
mache Frühstück,
anschließend Spaziergang auf dem Höhenweg mit Bach,
Fichte,
Greif und Pere.
Diem,
Augl und Stein mit ihrem Mann stoßen zu uns.

Vor dem Trommhaus

Vor dem Trommhaus / Foto: clk

Wieder zurück im Trommhaus beugen wir uns über eine ausgerollte Tapete und beschriften sie mit unseren Gedanken über Dichtung,
angeleitet von Fichtes Fragen nach alten und neuen Liedern und der Lyrik der Zukunft.
Es ist sehr anregend,
und es ergeben sich einige bemerkenswerte Verbindungen.
Immer wieder stellt sich die Frage nach der Form.
Bach besteht darauf,
er wolle den Menschen hinter der Dichtung sehen,
worauf wir die dichterische Mindmap an die Holzvertäfelung hängen.
Wir kochen und essen zu Mittag.

Alte und neue Lieder

Alte und neue Lieder / Foto: belmonte

Am Nachmittag leite ich den Workshop Metrik und Kontrafaktur.
Ich beginne mit einem holzschnittartigen Abriss der deutschen Metrik,
gehe über zur italienischen Metrik mit Fokus auf Silbenzählung und Sinalefe und von dort zur Kontrafaktur.
Ich erläutere die Form der Lauda und wähle als Beispiel Iacopone da Todis Troppo perde‘l tempo chi ben non t’ama aus und erkläre die spezielle Vers-,
Reim- und Stophenform.

Metrik der Lauda

Metrik der Lauda / Foto: clk

Wir hören die Lauda in zwei Versionen,
schnell von La Reverdie,
langsam und mit sanfter Orgel vom Ensemble Micrologus.
Danach versucht sich jeder an einer eigenen Kontrafaktur auf Refrain und Strophe.
Einige Workshop-Teilnehmer sind konsterniert,
können kaum beginnen und finden die Aufgabe befremdlich.
Das sei doch kein Dichten.
Fichte beschwert sich,
sie könne so nicht schreiben,
verstehe auch meine Angaben der Vershebungen nicht.
Stein ist anfangs ziemlich fassungslos.
Diem und Augl akzeptieren die Aufgabe als Fingerübung.
Bach fängt sofort an zu meißeln.
Nach etwa einer Stunde sammle ich die Erzeugnisse ein und singe sie in Begleitung meines indischen Harmoniums.
Abgesehen von der mediokren Qualität meines Gesanges lassen sich die Ergebnisse nach dem sperrigen Beginn nicht so schlecht an.
Steins einsilbiges Bla bla da da … singt sich am besten,
fast schon ein dadaistisches Trobar clus.

Bach und Stein diskutieren über Dichtung

Bach und Stein diskutieren über Dichtung / Foto: clk

Danach folgt eine lange Diskussion über Dichtung.
Stein hat eine existenzielle Krise,
gibt an,
ganz unten zu sein und nicht mehr dichten zu können.
Anscheinend haben einige,
die bisher frei gedichtet haben,
hier ein Element entdeckt,
dass sie bisher so noch nicht in ihren Werkzeugkasten aufgenommen haben.
Ich sage,
dass es sich hier meiner Ansicht nach um die Fremdheit einer achthundert Jahre alten Musik und Dichtung handle,
die noch tief in uns stecke,
aber nicht so einfach wieder hervorgeholt werden könne.
Am Ende sind alle erschöpft.

Greif zeichnet wunderbar mit Wachs

Greif zeichnet wunderbar mit Wachs / Foto: clk

Vegetarisches Abendessen beruhigt uns ein wenig,
auch weil die Kinder wieder mit dabei sind.

Zwischenzeitlich sind auch Jäger mit ihren beiden Söhnen sowie Fichtes Mann mit ihrer Tochter dazugekommen.

Nach dem Abendessen geht es Diem schlecht.
Sie zieht sich auf ihr Zimmer zurück.
Alle sind besorgt.

Später lesen wir Antigones Trauer in verteilten Rollen.
Wir sind sehr müde und verziehen uns bald in die Schlafräume.

Am Morgen stehen auf dem Frühstückstisch Nikolauskörbchen für die Kinder,
eine ganz friedliche Atmosphäre.
Gespannt brechen die Kinder
– und die Erwachsenen nach ihnen –
zur Schatzsuche in den Wald auf.

Während am Morgen noch eine herrliche Sonne scheint,
bedeckt sich bald der Himmel und Regen kündigt sich an.
Ein traditioneller Trommspruch lautet:
„Wenn der Zug von Fürth aus auf der Tromm zu hören ist,
wird es Regen geben.“

Ein kurzes und kaltes Mittagessen.
Zu einer weiteren Lesung kommt es leider nicht mehr.
Wir brechen auf.

(c) belmonte 2015

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