Die Entstehung eines Holzschnittes | 3

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© valentino 2019

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„Vampir“ als Schwarzlinienschnitt

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Zuerst erfolgt eine Vorzeichnung mit Bleistift auf den Druckstock.

Zuerst erfolgt eine Vorzeichnung mit Bleistift auf den Druckstock. / Foto: Valentino

Mein jüngstes Projekt: Für Volker von unserem Partner-Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ habe ich einen Holzschnitt angefertigt. Er hatte mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich Lust hätte, die Rubrik des Vampirfilms auf seinem Blog zu illustrieren. Hierfür sichtete ich Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“. Murnau zeigt in seinem Stummfilm-Klassiker aus dem Jahr 1922 eindrucksvolle, an die Claire-obscur-Malerei angelehnte expressionistische Bilder. Der Film folgt dem Protagonisten Thomas Hutter schrittweise in eine fantastische Welt, die im absoluten Horror endet – der Invasion des Körpers.

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Slavoj Žižek, Europa, Gulag und Fake News

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Slavoj Žižek auf der Leipziger Buchmesse

Slavoj Žižek auf der Leipziger Buchmesse / Foto: belmonte

Ich höre mir auf der Leipziger Buchmesse das Gespräch auf dem Blauen Sofa mit Slavoj Žižek an. Žižek glaubt, dass nur eine neue Linke Europa retten könne. Ich bin links. Aber Europa kann nur auf der Basis breiter Zustimmung gebaut werden, und die kann nicht nur von links kommen.

Ein paar Wochen später höre ich ein Podcast-Interview mit Žižek, in dem er erklärt, Marc Zuckerberg als ersten in den Gulag zu schicken, wenn er die Macht dazu hätte. Philosophie als Vulgärtransgression. Was soll das?

Ich lese sein bereits etwas älteres Buch Auf verlorenem Posten (Edition Suhrkamp) durch. Bei aller sinnvollen Augenöffnerei fehlt doch viel Konsequenz, immer wieder macht Žižek kurz vor der Ziellinie halt. Das Ende des Bandes ist schrecklich und schwach zugleich.

Slavoj Žižek: Auf verlorenem Posten

Slavoj Žižek: Auf verlorenem Posten

Am 7. August 2018 schreibt Žižek in einem Artikel über Fake News in der NZZ viel Richtiges, aber nichts Neues. Die Unterscheidung zwischen Nachrichten- und Meinungsjournalismus sei strenggenommen nicht aufrechtzuerhalten. „Dabei gibt es keine Möglichkeit, die eigene Position zu transzendieren und objektiv auf die Welt zu blicken – unser Blick bleibt stets historisch bestimmt.“ Historisch? Das ist philosophisch viel zu kurz gegriffen und gesellschaftspolitisch eine Untergrabung.

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Slavoj Žižek: Auf verlorenem Posten. Aus dem Englischen von Frank Born. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2009, 319 S.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Auf dem Rückflug

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Auf dem Rückflug von London steigt über dem Ärmelkanal ein Toter ein und setzt sich auf den Sitz hinter mir, im Gesicht bereits verwest. Irgendwie finden das alle normal. Er fässt dann immer von hinten nach meiner rechten Schulter. Ich spüre es irgendwie immer noch. Ich glaube, die anderen haben das gar nicht so mitbekommen. Er wurde sogar bedient, hat aber alles verschüttet. Ich bin dann in Frankfurt ausgestiegen und habe ihn nicht mehr gesehen.

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England am Comer See

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Mir gefällt es am Comer See, die Anlegestellen sind herrlich ruhig, von Como aus starten Wasserflugzeuge. Die Stimmung ist bei aller Ruhe sehr morbide.

Comer See bei Cernobbio

Comer See bei Cernobbio / Foto: belmonte

Ich habe am Comer See immer das Gefühl, in der Zeit zurückversetzt zu sein, mehr als das, alles scheint dort seltsam verlangsamt, die Boote, die Wellen, die Gewitterwolken, selbst die Wasserflugzeuge heben langsamer ab.

Torno am Comer See

Torno am Comer See / Foto: belmonte

Ich verstehe auch, warum die Engländer den See so mögen. Alle Orte sind noch viel verwinkelter, die Straßen enger, umgeben von hohen Mauern, als würde man durch eine noch viel engere Cottage-Landschaft fahren, mit noch viel engeren, labyrinthischen Landstraßen als selbst auf dem englischen Land. Mir gefällt das, ich weiß nur nicht, wie lange ich es aushielte.

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Gemeinwohl, Kunstfeindlichkeit und Roboterarbeit

belmonte

Im TAZ-Magazin Futurzwei lese ich den Beitrag Viva, el Commonismo! von Anke Domscheit-Berg (Ausgabe 3/2018).

Der Artikel kommt modern daher, progressiv, digitale Gesellschaft, schnelles Netz, Grundeinkommen usf.

An vielen Stellen wird es dann aber ganz reaktionär und verströmt den Mief eines bräsigen Staatssozialismus. Mir stößt insbesondere der Satz auf: „Förderung von Innovationen an ihre Gemeinwohlwirkung knüpfen.“ Außer den zehn Geboten, den Global Challenges und dem Kategorischen Imperativ erkenne ich gar keine Basis, auf der Gemeinwohl festgemacht werden könnte. Hier wird der Willkür eines verordneten Gemeinwohls das Wort geredet, das schon zu oft in Falschheit gemündet ist.

Ich kenne zu viele Menschen, die hochgradig innovativ sind, deren Innovation aber aus ganz anderen Quellen gespeist wird (etwa Ausdruckswille oder Schmerzverarbeitung), die beispielsweise an Ästhetik und Kunst arbeiten, die sich mit dem Gemeinwohl gar nicht treffen.

Domscheit-Bergs Satz läuft vor Kunstfeindlichkeit nur so über. Ich sehe schon die Kommissionen, die den Künstlern gegenübersitzen und sagen: „Ihre Arbeit trägt nichts zum Wohl und Fortschritt unserer Gesellschaft bei.“

Mein Sozialismus ehrt auch und vor allem das Individuum! Und – erhebt Sozialversicherungsbeiträge für Roboterarbeit.

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Fortgang der Arbeit | 51

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(c) valentino 2018

Namen seiner Frau falsch Trump schreibt

Namen seiner Frau falsch Trump schreibt

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(c) belmonte 2018

Der Text basiert auf dem am 19. Mai 2018 auf Spiegel-Online veröffentlichten Artikel Trump schreibt Namen seiner Frau falsch und wurde am 16. Juni 2018 von belmonte bei der Lesung Poverty Calling der Dichtergruppe KAMINA im Rahmen der Literaturtage Heidelberg gelesen.