Die Entstehung eines Holzschnittes | 3

valentino

© valentino 2019

Donny McCaslin Quartet im Village Vanguard

belmonte

Im Januar 2018 war ich im Village Vanguard und habe das Donny McCaslin Quartet gehört. Draußen auf der Straße wehte ein eiskalter Wind.

Village Vanguard

Village Vanguard / Foto: belmonte

Donny McCaslin spielte mit Jason Lindner, Nate Wood und Mark Guiliana Stücke von seinem Album Beyond Now, eine Erinnerung an seine Zusammenarbeit mit David Bowie.

Für alle, die mal reinhören möchten, habe ich folgendes Video gefunden. Das erste Stück Shake Loose kommt gleich zur Sache. Jazz ist manchmal echt abgefahren coole Musik.

„Vampir“ als Schwarzlinienschnitt

valentino

Zuerst erfolgt eine Vorzeichnung mit Bleistift auf den Druckstock.

Zuerst erfolgt eine Vorzeichnung mit Bleistift auf den Druckstock. / Foto: Valentino

Mein jüngstes Projekt: Für Volker von unserem Partner-Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ habe ich einen Holzschnitt angefertigt. Er hatte mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich Lust hätte, die Rubrik des Vampirfilms auf seinem Blog zu illustrieren. Hierfür sichtete ich Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“. Murnau zeigt in seinem Stummfilm-Klassiker aus dem Jahr 1922 eindrucksvolle, an die Claire-obscur-Malerei angelehnte expressionistische Bilder. Der Film folgt dem Protagonisten Thomas Hutter schrittweise in eine fantastische Welt, die im absoluten Horror endet – der Invasion des Körpers.

© valentino 2019

Brief an Alexander M. Neumann – Eine Spur aus dem Nichts

belmonte

Lieber Alexander,

ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr.

Deine Antwort (siehe hier …) hat mir die Augen geöffnet, und erfreulicherweise haben wir uns beim Autorentreffen des Brot & Kunst Verlag in Haßloch kurz vor Jahresende schon früher wiedergetroffen.

A Notorious Maniac? Oder eher A Never Mind? Ob das Wirkliche im falschen Zeichen durchscheint? Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß immer weniger, was dieses Wirkliche ist. Das, welches durchscheint? Das, dessen ich mir erst bewusst werde, wenn ich es verloren habe? Das verlorene Leben, nachdem es mich von dieser Welt fortgewischt hat? Das, was war, was ist, was sein wird, was alles zugleich waristwird?

Also uns verwischen? Was denn verwischen? Da ist doch nichts und ist doch nichts gewesen. Und wenn ich meine Haut einritze, spüre ich dann die Haut oder den Riss oder den Schmerz? Wer sagt mir, dass zumindest eines davon wirklich ist? Der Schmerz geht vorbei. Der Riss verheilt. Ist dann die Haut wieder unwirklich? Ist die Erinnerung an den Schmerz wirklich? Ich denke darüber nach und sehe nur den Schein hinter dem Schein und weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt sehe.

Schlag mir den Kopf ein, denn nur wenn Du das tust, erkennst Du an, dass ich einen Kopf habe. Töte mich, denn nur dann akzeptierst Du, dass ich ein wirkliches Leben war. Aber bald schwindet die Erinnerung, meine und Deine, dann verschwindet sogar der Schein dessen, was war. Kein Riss. Kein Schmerz. Und auch keine Haut mehr. Erase Your Face? Wenn da überhaupt jemals ein Face gewesen ist. Was ist denn das? Höchstens eine Abbildung des Ausradierten, das schon vorher nicht da war.

Ich habe immer mal wieder diese Nichts-Erfahrungen, habe darüber schon geschrieben (siehe hier …). Vielleicht ist darin eine Spur, die mich zu etwas führt – wenn ich bloß verstehe, dass dieses Etwas gar kein Etwas ist.

Vielen Dank für den Hinweis auf Atari Teenage Riot. Elektronische Musik back to the riots.

Herzliche Grüße,
belmonte