Alexander M. Neumann: Träume aus Morphin (Rezension)

12. Januar 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Edgar Barowski

Alexander M. Neumann: Träume aus Morphin

Alexander M. Neumann: Träume aus Morphin

In der Apotheke bekäme man für 15 Euro etwa ein halbes Gramm Morphin, dosiert in Retardtabletten zu 100 Milligramm. Beim Brot & Kunst Verlag bekommt man für denselben Betrag das 167 Seiten starke Träume aus Morphin von Alexander M. Neumann. Natürlich rezeptfrei und ohne Packungsbeilage, aber erstaunlicherweise auch ganz ohne einordnenden Klappentext. Denn nach einer Anleitung sucht man zunächst händeringend, wenn man dieses morbide Bündel aufschlägt und von schwarzen Seiten empfangen wird. Zu schwer schluckbar sind die eröffnenden Sätze, zu groß die Unsicherheiten darüber, worauf man sich hier einlässt: Ist Träume aus Morphin eine Sammlung von Kurzgeschichten, ein fragmentarischer Roman oder ein Erfahrungsbericht? Am ehesten noch ist es wohl ein wilder Kurzprosacocktail, der nichts ausschließen will.

Man springt umher zwischen düsteren Monologen und verschwommen Szenen, in denen man nach und nach wiederkehrende Charaktere und Schauplätze zu erkennen beginnt: Da gibt es (oder gibt es nicht?) Kid Chronic, den Energydrinkjunkie, eine Anstalt auf dem Berg voller unentdeckter „Talente“ und Dr. Thompson und sein Wartezimmer mit Sexheften. Grund und Richtung der Reise bleiben schlecht greifbar, aber durch alle Verschwommenheit der „Träume“ hindurch sticht die Sprache Neumanns immer wieder wie eine Nadel. Offensichtlich Surreales steht so klar und unaufgeregt formuliert neben denkbar Realem, dass man auch solche Sätze vorbehaltlos annimmt:

„Auf Station 12 hustet sich jemand die Seele aus dem Leib. Die Seele klatscht auf den Linoleumboden und kriecht mit letzter Kraft ans Ende des Flures, um dort zu sterben.“

Ja, hat man als Leser einmal akzeptiert, dass Träume aus Morphin nicht nur inhaltlich eine Menge mit Drogen zu tun hat, sondern auch in seiner Form einem „Trip“ gleicht, dann ist es leicht, sich im Schwarz der Seiten einfach treiben zu lassen. Was sich einstellt, ist eine gewisse Dankbarkeit, so tief in den Keller einer Psyche absteigen zu dürfen, ohne einen Einstich am Arm davonzutragen.

(c) Edgar Barowski 2017

Alexander M. Neumann: Träume aus Morphin. Mit einer Umschlagsillustration von Nina Bussjäger. Brot & Kunst Verlag, Neustadt/Weinstraße 2017, 167 S.

Link zum Buch auf www.brotundkunst.com

Diese Rezension wurde ursprünglich veröffentlicht unter Edgar-Barowski-rezensiert-Träume-aus-Morphin. Die Wiederveröffentlichung auf vnicornis erfolgt mit Genehmigung des Verlegers Florian Arleth.

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Freddy Mork (Kumpanenporträt)

5. Januar 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Zu Katharina Dücks bereits vor einiger Zeit auf vnicornis veröffentlichten Rezension von Freddy Morks Verlorenen Märchen folgt hier ein sehr sehenswertes Videoporträt.

Der Brot & Kunst Verlag freut sich nach wie vor über Bestellungen des Buches unter:

Verlorene Märchen von Freddy Mork im Brot & Kunst Verlag

belmonte: Junas Lob (Neuerscheinung im Brot & Kunst Verlag)

17. März 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

In eigener Sache:

Soeben ist im Brot & Kunst Verlag belmontes Versepos Junas Lob erschienen. Leseprobe siehe https://www.brotundkunst.com/junaslob.

belmonte: Junas Lob

belmonte: Junas Lob

Verleger und Autor freuen sich über Direktbestellungen beim Verlag, der noch viele andere Perlen bereithält.

Zusammen mit dem Lyrikmagier Manuel Beck hatte belmonte am 1. März 2018 die Gelegenheit, einige Lieder aus Junas Lob bei der Literaturvilla-Lesung im Herrenhof (Mußbach, Neustadt an der Weinstraße) vorzutragen.

Literaturvilla im Herrenhof - Rheinpfalz - 3. März 2018

Literaturvilla im Herrenhof – Rheinpfalz – 3. März 2018

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