Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 22. Teil

11. September 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Sonnenuntergang

Illustration: Valentino

Der Arbeiter aus Propetén und der elfjährige Junge aus Paso Caballos brachten mich am nächsten Morgen zu der Stelle am Flussufer, an der ich übernachtet hatte. Ich hatte dem Arbeiter verschwiegen, dass ich dem Vater des Jungen Geld für die Überfahrt gegeben hatte. Doch nun befürchtete ich, dass der Junge es ihm erzählen würde, was er jedoch nicht tat. Abgeknickte Äste lagen auf dem Boden – und eine leere Schachtel, die ich nachts dort liegen gelassen hatte.

Auf dem Rückweg traf ich in einem Dorf zwei Männer, die mich auf ihrem Pick-up nach Flores mitnahmen. Der Ort lag auf einer kleinen Insel im See Petén Itzá und war über einen Damm mit dem Festland verbunden. Ich spazierte durch die engen Gassen mit ihren Läden, Hotels und Restaurants. Zwar hatte ich mein Vorhaben aufgegeben, El Naranjo auf dem Wasserweg zu erreichen. Allerdings war ich weiter gekommen, als ich in der Nacht im Wald gedacht hatte. Von der Insel aus beobachtete ich den orangefarbenen Sonnenuntergang.

Der Bus rollte über eine staubige Straße durch eine öde, palmenbestandene Landschaft. Manchmal hielten wir in kleinen Dörfern. Einheimische stiegen zu. Die Männer trugen Hüte, Hemden, abgetragene Jeans und Stiefel, die Frauen Strickjacken, bunte Kleider und Schuhe mit abgelaufenen Sohlen, die Kinder liefen barfuß. In El Naranjo stempelten Beamte die Pässe. Wir schifften den San Pedro hinab und passierten auf halber Strecke die Grenze. Vom Bootsanleger gingen wir ein Stückchen zu Fuß zur Passkontrolle. Als in der hereinbrechenden Nacht die Lichter von La Palma vor einer Brücke am Ufer auftauchten, wehte eine Brise und es spielte Musik.

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 21. Teil

4. September 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Paso Caballos

Illustration: Valentino

Das Tageslicht durchbrach den Nebel. Ein Hahn krähte, Schweine grunzten. Die Dorfbewohner waren während des Bürgerkriegs aus der Region am Fluss Chixoy nach Paso Caballos gekommen. Einer der beiden Männer, die mich mitgenommen hatten, sagte mir, wegen der Karwoche gebe es keine Boote nach El Naranjo, und eine Expressfahrt sei zu teuer. Deshalb wollten er und sein elfjähriger Sohn mich nach Propetén bringen. Fünfzehn Kilometer flussabwärts würde ich möglicherweise mehr Glück haben, ein Boot zu chartern.

Wir aßen Tamales und tranken Kaffee. Plötzlich quiekte eines der Ferkel. Die Männer liefen zum Fluss und befreiten das Tier, das sich mit einer Pfote in einer Leine verwickelt hatte. Da fiel mir ein, dass ich die Seile, mit denen ich meine Hängematte in den Bäumen befestigt hatte, im Morgengrauen beim Nachtlager vergessen hatte. Wir stiegen ins Boot und fuhren zum Lager. Dort angekommen sammelte ich die Seile ein. Auf der Fahrt nach Propetén scheuchte der Motorenlärm zahlreiche Vögel aus dem Uferdickicht auf.

Propetén war über den Wasserweg verbunden mit El Perú, eine nahegelegene Maya-Ruine. Ein Arbeiter und ich trugen Schilfbündel aus einem Kanu und deckten die Dächer der Häuser. Abends brachten zwei Fischer ihren Fang, den wir gemeinsam aßen. Sie sagten mir, gewöhnlich würden Fischer aus El Naranjo, nachdem sie flussaufwärts Mais eingekauft hatten, auf ihrem Rückweg Passagiere in ihren Heimatort mitnehmen. Weil jedoch während meines Aufenthalts niemand vorbeikam, entschied ich mich für die Rückkehr nach Flores auf dem Landweg.

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 20. Teil

28. August 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Urwaldfluss

Illustration: Valentino

Ein Fischer auf seinem Pferd ritt mir am Seeufer entgegen. Er sagte, der Weg nach Norden sei unpassierbar, und lud mich zu sich nach Hause ein. Im Haus schenkte seine Frau mir Saft in einen Becher ein und gab mir frisches Wasser mit auf den Weg. Ich bedankte mich und fuhr zurück bis zu einer Kreuzung und von dort auf einem schnurgeraden Feldweg durch Petén. Fortan traf ich kaum noch Menschen, die mir Auskunft über die Strecke geben konnten. Einige sprachen von einem Wasserbecken.

Hitze, Stechfliegen und wuchernde Pflanzen erschwerten mein Fortkommen. Irgendwann erreichte ich das Wasserbecken, von dem mir berichtet worden war. Nachdem ich mein Fahrrad über eine Brücke aus Baumstämmen geschoben hatte, knickte der Weg ab und führte immer tiefer in einen Wald bis an ein Flussufer. Dunst hing über der Wasseroberfläche, auf der Wasserflöhe im Licht der untergehenden Sonne tanzten. Ich hängte meine Hängematte zwischen die Bäume, zündete ein paar Kerzen an und wartete auf die hereinbrechende Nacht.

Es raschelte und platschte, ein Waldtier schrie, Zikaden trommelten. Glühwürmchen leuchteten in der Dunkelheit. Der Mond schien von einem sternenklaren Himmel durch die Baumkronen. Aus der Ferne hörte ich das Bellen eines Hundes. Frühmorgens weckten mich Stimmen. Zwei Kekchí, Angehörige einer weiteren Maya-Ethnie, näherten sich mit ihrem Kanu und nahmen mich mit. Wir schifften eine Weile flussabwärts bis zu einer Biegung. Als sich in der Morgendämmerung der Fluss mit einem zweiten vereinigte, fuhren wir diesen ein Stück hinauf. Ein Steg ragte ins Wasser. Am Ufer tauchte im Nebel etwa ein Dutzend Schilfdächer auf.

(c) valentino 2018

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Die Entstehung eines Aquarells | 14

17. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

(c) valentino 2018

Fortgang der Arbeit | 49

10. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Der Fluss und der Himmel sollen etwas transparenter erscheinen.

Der Fluss und der Himmel sollen etwas transparenter erscheinen. / Foto: Valentino

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Fortgang der Arbeit | 48

3. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Das schattige, grüne Ufer des Flusses mit Wasserfarben gemalt.

Das schattige, grüne Ufer des Flusses mit Wasserfarben gemalt. / Foto: Valentino

(c) valentino 2018

Paso Caballos

26. Juni 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Die Fortsetzung von „Pakal“ folgt im August. Ein Teil der Geschichte handelt zum Beispiel von „Paso Caballos“, ein Dorf am Ufer eines Flusses, das aus etwa einem Dutzend Schilfdach-Hütten besteht.

Paso Caballos

Wieder einmal werden die Wasserfarben verwendet. / Foto: Valentino

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