Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 16. Teil

valentino

Illustration: Valentino

Obwohl mir bewusst gewesen war, dass es bereits vielfältige Kontakte gegeben hatte, erschien mir die Lebensweise der Mam relativ ursprünglich. Gleichzeitig glaubte ich schon den tiefen Umbruch erkannt zu haben, der sich in ihrer Gesellschaft abzeichnete: Es schien bloß noch eine Frage der Zeit, dass es im Haus Elektrizität gebe und die Straße nach Huehue komplett asphaltiert sein würde. Ihre Lebensweise würde sich womöglich schneller an die unsrige westlich-industrielle angenähert haben, als man es sich gewünscht hätte – von den Auswirkungen des bevorstehenden Massentourismus ganz zu schweigen.

Emiliana sagte, als Nachspeise gebe es Elote, süße Klöße aus Mehl von jungem Mais. Sie ging zur Feuerstelle, um sie zu holen. Die Zeit war wie im Fluge vergangen. Zum Abschied gaben mir die Mendozas die Hand. Am nächsten Morgen würde ich die Familienmitglieder vermutlich nicht mehr sehen, weil mein Bus nach Xela schon um vier Uhr morgens abfahren sollte. Ich war der letzte, der ihnen nicht eine Waschmaschine gegönnt hätte, damit Paulina nicht weiterhin stundenlang in der morgendlichen Kälte am Spülstein stehen musste.

Ob sie eine bekommen haben, sollte ich allerdings nicht mehr erfahren. Ich legte mich unter die Wolldecken auf meine Pritsche und fiel prompt in einen tiefen Schlaf. In der Zeit, die seit meiner Abreise von Todos Santos vergangen war, hat sich meine Sichtweise verändert. Vielleicht aus Angst vor einer Enttäuschung würde ich nicht wieder dorthin zurückkehren. Ich habe mich oft an den Abend bei den Mendozas zu erinnern versucht. Immer wieder hat mich mein Gedächtnis getäuscht und die Ereignisse zur Gegenwart hin zurechtgebogen. Und so bleibt Narcisas Erzählung die einzige nicht verblassende Erinnerung.

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | Zehnter Teil

valentino

Illustration: Valentino

Nachdem zum wiederholten Male der Tribut des Vasallen an den Herrscher ausgeblieben war, kam es zum kriegerischen Konflikt zwischen den verbündeten Stadtstaaten. Cecilia wurde bei einem nächtlichen Überfall zusammen mit sechs Adligen entführt. Einst war Pakal ein mächtiger Herrscher gewesen. Von seinem Urahn hatte er die Legitimation zur Macht erhalten. Doch als es zu Revolten gekommen war, verlangte der Federschlange-Gott Blutopfer und er machte viele Gefangene, um dessen Blutdurst zu stillen.

Priesterfürsten und Krieger mit Lanzen zogen bis auf den Lendenschurz entblößte und mit Seilen gefesselte Krieger an ihren langen schwarzen Zöpfen die Stufen der Tempelpyramide hinauf. Einige schrien vor Schmerzen – man hatte ihnen ihre Fingernägel herausgezogen. Das Blut tropfte auf den Kalkstein. Einem anderen hatte man ein paar Zähne gezogen. Nun hielt er einen Zahn zwischen Daumen und Zeigefinger und bot diesen erschrocken einem Fürsten dar. Ein anderer Priester schritt mit einer Schale in der Hand an die Gefangenen heran und gab ihnen einen frisch gebrühten Sud aus Honig, Ackerwinde, Seerose, Pilzen und der Hautausscheidung einer Meereskröte zu trinken.

Irgendwann würde der Morgenstern nicht mehr am Himmel erscheinen. Doch bis es soweit war, und um die Zeit bis dahin zu verlängern, benötigte die Federschlange Blutopfer. So besänftigte Pakal sie, damit Venus ihre Prüfungen bestehen konnte, die sie nachts in der Unterwelt durchlaufen musste. Doch die Zeit lief dem Herrscher davon und so wurde er immer streitbarer. Es dauerte eine Weile, bis die Gefangenen nicht mehr klar denken konnten. Begleitet von allerlei Räucherei stieß man sie durch einen Schacht ins Innere der Pyramide und überließ sie ihren Visionen.

(c) valentino 2017

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Fortgang der Arbeit | 27

valentino

(c) valentino 2016

Fortgang der Arbeit | 21

valentino

Weil nun die Platte verloren ist, braucht sie nicht mehr zerstört zu werden. Stattdessen färbe ich sie mit der Walze blau ein und ziehe sie mit der Hand ab. Jeder Druck ist ein Unikat und weist kleine Unterschiede auf.

(c) valentino 2016

ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 12 VON 24

valentino

Centro Comercial, Plaza Río, Zona Río, Tijuana

Centro Comercial, Plaza Río, Zona Río, Tijuana / Foto: Valentino

VOR ALLEM DER SÜDEN DES LANDES IST IN WIE ER HEISST ABER AUF DIESEM MARKT BESCHÄFTIGUNGS-ALTERNATIVEN DIE ZAHL DER WAR DIE ANWESENHEIT VON INDIGENEN DREI PROZENT DANN GIBT ES AUS WIRTSCHAFTLICHEN AUSNAHME VON INDIANERN AUS OAXACA KLEINEN UND MITTLEREN STÄDTEN IM SÜDEN OAXACA UND MIXTEKEN AUS GUERRERO ABER KEINE STAATLICHEN INVESTITIONEN ERHALTEN DER EINWANDERUNG ERWEITERT DIE HISTORISCH IN STAATEN DER ABWANDERUNG MESTIZEN BEI IHRER EINWANDERUNG ZUR DURANGO JALISCO DAS HEISST STAATEN AUS ZU BEGLEITEN INDIANER AUS CHIAPAS ZU STOCKTON BAKERSFIELD SANTA ANA UND EINMAL DURCHQUERTEN WIR DIE MÜNDUNG FERNANDO DIE WICHTIGSTEN FREUNDE EINMÜNDETE ICH ERINNERE MICH WIR WARTETEN IN DIE VEREINIGTEN STAATEN IN UND ZU WISSEN WIE MAN SCHWIMMT MIETETEN FÜR JEDE PERSON DIE WIR BRACHTEN SIE IN EINE TASCHE DIEJENIGEN DIE ZU BRINGEN DIE SICH IN LOS ANGELES BEFANDEN UND MIT EINER HAND TRUG ICH MEINE IHREM ZUHAUSE ICH WUSSTE ALS WIR ANKAMEN SO ETWAS WIE EIN STRUDEL UND DAS IST NEBEN DER KATHEDRALE EINEN MARKT GIBT HABE UND EIN ANDERES MAL ALS WIR ALS WIR ZU DIESEM MARKT GINGEN FRAGTE WASSER AUCH BIS ZUM HALS STAND MUSSTEN SEITE GEHEN WÜRDE DIE ERSTE PERSON UNSERER ANKUNFT UNTER EINIGEN BÄUMEN IN JETZT WIR WOLLEN FRÜHSTÜCKEN WIR BEGABEN SIE AUSZUZIEHEN WEIL WIR OFT WIR WIR GERADE FRÜHSTÜCKTEN KAM DIESE PERSON SAN CLEMENTE HATTEN WIR KEINE RÄUME SPRECHEN UND ER SAGTE UNS DASS EINIGE ANDERE LEUTE WENN MAN BEGINNT IST ES ZWÖLFHUNDERT VERLANGE ABER ICH SAGE IHM DASS SEHR ORGANISIERT IST DU BIST NICHT SEHR SAGTE DASS ER SECHSHUNDERTFÜNFZIG VERLANGE MAN SICH UND SCHON HAST DU ALLES IN MICH ODER IN HÄUSERN DIE FREUND MIETEN ERLEBNISSE
“El Bordo”, Tecate, Tijuana

“El Bordo”, Tecate, Tijuana / Foto: Valentino

(c) valentino 2014

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