Freddy Mork (Kumpanenporträt)

5. Januar 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Zu Katharina Dücks bereits vor einiger Zeit auf vnicornis veröffentlichten Rezension von Freddy Morks Verlorenen Märchen folgt hier ein sehr sehenswertes Videoporträt.

Der Brot & Kunst Verlag freut sich nach wie vor über Bestellungen des Buches unter:

Verlorene Märchen von Freddy Mork im Brot & Kunst Verlag

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Ein Schatz, den man gerne mit sich trägt – Freddy Mork: Verlorene Märchen (Buchrezension)

1. April 2017 § 3 Kommentare

Wir freuen uns über eine Rezension unserer Gastautorin Katharina Dück, Mitbegründerin des Heidelberger Dichterkreises KAMINA.

Freddy Mork: Verlorene Märchen

Freddy Mork: Verlorene Märchen

Die zauberhaften Welten der Märchen unserer Kindheit tragen wir alle in uns. Wir erinnern uns an sie in Zeiten von Freundschaft und Liebe, von Betrug und Übervorteilung und vielleicht auch in Zeiten von Unerklärlichem; orientieren uns bisweilen sogar am Verhalten unserer Märchenfiguren oder träumen von Prinzen auf weißen Pferden, von ungeheurem Reichtum oder davon, unverhofft zu Glück zu kommen, oder als einfache Person die Welt zu retten und die schöne Prinzessin zu heiraten. Dass wir uns diese Märchen überhaupt zu eigen machen können, liegt schlichtweg zunächst daran, dass es einmal jemanden gab, der es für wichtig hielt, „diese Märchen festzuhalten, da diejenigen, die sie bewahren sollen, immer seltener werden […]“, so die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in der Vorrede zu ihrer Märchensammlung von 1812. Der Mythos, „den man für verloren gehalten“ (1815, Vorrede zum 2. Band) hatte, sollte erhalten und falls verloren, so gesucht werden.

Von einem solchen wild entschlossenen wie unermüdlichen Sucher namens Julius, der in der Manier von Carrolls Alice im Wunderland durch eine Bodenöffnung hinein ins „Reich der Märchen“ fällt und die verschollenen Märchen finden will, handelt Freddy Morks Verlorene Märchen. Auf seiner Abenteuerreise gesellen sich dem mutigen Julius nach und nach recht ungewöhnliche Gefährten: der schlaue Haule Jiwig, der verunsicherte Wolf Wisp, der sensible Stein Oskar und die aufgeweckte namenlose Fee. Sie unterstützen den Menschenjungen bei seinem nicht ganz ungefährlichen Unternehmen durch die fantastische Welt der Märchen, werden geschrumpft, mit blauer Tinte übergossen, wandeln auf Regenbögen, sie kämpfen gegen Wolkenpiraten und bewähren sich schließlich – dem Geheimnis um die verlorenen Märchen immer näher kommend – als Freunde.

Freddy Mork: Verlorene Märchen (Leseprobe)

Freddy Mork: Verlorene Märchen (Leseprobe)

Als Leser begleitet man dieses Abenteuer, bei dem ein Höhepunkt den anderen jagt, mit nahezu atemlosen Vergnügen. Mit viel fantasiereicher Liebe zum Detail entwirft Mork eine magische Märchenwelt, welche die eigene Vorstellungskraft immer wieder anregt, ja herausfordert wie beispielsweise im Kapitel Ein schüchternes Gespräch – eine der schönsten Passagen im Buch: Die fünf Gefährten überwinden ihre dunkelste Stunde, indem sie sich zum dunkelsten Ort begeben, um mit der Sonne zu sprechen, und passieren die Landschaft der Tausende Seen. Es soll die Dunkelheit durch Dunkelheit überwunden werden, während tausende glitzernde Seen als Indikator der Bewältigung und Vorboten der Sonne vorausgeschickt werden, die schließlich Licht ins Dunkel eines wohl gehüteten Geheimnisses bringt.

Freddy Mork / Foto: Freddy Mork

Freddy Mork / Foto: Freddy Mork

Sehr einfallsreich und höchst geschickt kleidet Freddy Mork sein Buch über die verlorenen Märchen selbst in das Gewand eines Märchens und komponiert dadurch ein eigenes Kunstmärchen, in dem man durchaus auch bekannten Märchen bzw. Märchenfiguren begegnet. Seine Sprache ist dabei wunderbar klar, zugleich sehr lautmalerisch und dadurch lebendig: Man findet hierin noch Wörter wie „knirschen“, „gezetert“, „knarzen“ und „Gemurmel“. So passt Mork auch die Sprache seiner übernatürlichen und wunderbaren Märchenwelt an und bereitet auch auf dieser Ebene unglaubliches Lesevergnügen. Erst nach und nach werden Geheimnisse um die Märchenwelt und ihre Figuren enthüllt, während die Spurensuche nicht selten durch die ebenso eindrucksvolle wie ungewöhnliche Illustration von Dominik Schmitt unterstützt wird. Schmitt versteht es, Morks geheimnisvolle Welt der Verlorenen Märchen abzubilden oder vielmehr so anzudeuten, dass genug Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt, oder auch schon mal übertrifft wie in der grandiosen Zeichnung des Wolkenpiratenschiffs.

In seinen Bann zieht Freddy Morks zauberhaftes Märchen von der ersten Seite an bis hin zur letzten; es bewegt und überrascht, erschrickt und empört, und regt zum Nachdenken an über Themen wie Freundschaft und Mut, Überwindung seiner Schwächen und auch darüber, was eigentlich ein Schatz sei. Schließlich wird das Buch selbst zum Schatz, den man von nun an gerne mit sich trägt. Wenn das mal kein gelungener Fund für die Brüder Grimm gewesen wäre …

(c) Katharina Dück 2017

Freddy Mork: Verlorene Märchen. Illustrationen von Dominik Schmitt. Brot & Kunst Verlag, Neustadt an der Weinstraße 2016. 248 Seiten. 14,95 EUR.

Von Märchenmotiven und gewichtigem Schnee (re-blogged aus dem Café Weltenall)

12. Februar 2016 Kommentare deaktiviert für Von Märchenmotiven und gewichtigem Schnee (re-blogged aus dem Café Weltenall)

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Dieses Bild widme ich Elke Engelhardt und ihrem Buch

Wenn der Schnee Gewicht hat

Was zuerst als Paradox erscheint, ist bei näherer Betrachtung eine kleine Schneeflocke, die weniger wiegt als die winzige Daunenfeder eines Pirols im Frühling, die aber, wenn sie sich mit Ihresgleichen paart und stapelt, Hausdächer zum einstürzen bringt. Das ändert kein Wolf, kein Hans, ob groß im Glück oder klein auf einem Bein, das ändert keine rote Kappe, kein Rumpelstilzchen und auch keine Großmutter.

DSC_0496Elke Engelhardt, die Autorin dieses Buches, kennt dieses Paradox. „Sie“  leistet bei der Alten mit den großen Zähnen ihre Dienste, bis der Schnee Gewicht hat. Erst dann wird es Zeit für eine Umkehr, eine Heimkehr mit oder ohne Kieselsteine, aber mit der Frage nach Heimat.

Wenn Märchen anfangen zu sprechen und mehr werden, als böse Hexe, unschuldiges Kind, mehr als gutmütige Zwerge, bösartige Stiefmutter und vergifteter Apfel, mehr als Schneewittchen, Prinz, Hans und…

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die feenringe

21. Dezember 2013 Kommentare deaktiviert für die feenringe

belmonte

die feenringe

in einer zeit
ob in vergangenheit
in zukunft
wer weiß es
lebte ein junge mit namen calix
der war still und sprach nicht viel und liebte es
in den wäldern umherzustreifen
liebte den wald mehr als die kirche
liebte die säulen der bäume mehr als die kirchensäulen
denn die wälder waren seine gotik

stundenlang war er unterwegs auf der suche nach den feenringen
von denen es hieß
sie würden nachts auf fernen lichtungen schimmern und glitzern
und er wurde nicht müde
ihnen nachzuspüren
immer tiefer lief calix in die wälder
konnte die feenringe aber niemals finden bisher

eines warmen sommertages war er tief in den wald gedrungen
viel zu weit
um noch vor nacht heimzukehren
und entschied
bis zum morgen im wald quartier zu nehmen
da geschah es
als er nach einbruch der dunkelheit auf eine unbekannte wiese stieß
dass er es schimmern und glitzern sah
er machte halt und erkannte die funkelstrahlenden feenringe und sah das feenvolk
das sich ihm näherte

mit einem mal glitzerte und huschte es um seine füße
und er stand selber mitten in einem ring von feen
und sah die kleinen feen
die sich über den jungen calix freuten

seit jener nacht war calix verschwunden und wurde nicht mehr gesehen
manch einer sagte
er sei ins land der feen fortgetragen worden
aus dem noch niemals wiederkehr war

(c) belmonte 2013

Realismus und Märchen – Eowyn Iveys „Das Schneemädchen“ (Kurzrezension)

8. Dezember 2012 § 2 Kommentare

belmonte

Eowyn Ivey: Das Schneemädchen

Eowyn Ivey: Das Schneemädchen

„Das Schneemädchen“ von Eowyn Ivey ist ein in weiten Teilen sehr anrührender, mitunter sogar unheimlicher, jedenfalls überaus winterlicher Roman über ein kinderloses Ehepaar in Alaska, das ein märchenhaftes Schneemädchen (er-)findet.

Ganz bemerkenswert ist darin die Mischung aus Realismus und Märchen (mit entsprechend rätselhaften Phänomenen), deren Nebeneinander durch die unterschiedliche Handhabung der wörtlichen Rede (mit und ohne Anführungszeichen) gekennzeichnet wird. Auch löst sich dieses Nebeneinander am Ende nicht in einer banalen Erklärung auf.

Das Buch ist sehr flüssig zu lesen. Auch die Charaktere, vor allem das älter werdende Ehepaar Jack und Mabel, sind liebevoll gezeichnet.

Womöglich hätten dem Buch weniger Seiten gut getan (459 Seiten in der deutschen Übersetzung). Ob es sich aber um ein modernes Märchen handelt? Im ganzen Buch kommt keine einzige auch nur im Ansatz bösartige Figur vor. Selbst Väterchen Frost wird jedes Jahr erneut herbeigesehnt.

Der im Alaska der 1920er Jahre angesiedelte Roman basiert auf einem russischen Märchen und ist insbesondere für lange Winterabende zu empfehlen.

Eowyn Ivey: Das Schneemädchen. Reinbek bei Hamburg 2012.

Link zum Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

(c) belmonte 2012

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