Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 23. Teil

valentino

Usumacinta

Illustration: Valentino

Am nächsten Morgen erreichte ich Tenosique mit dem Fahrrad. Ich hatte bloß noch ein paar Peso in der Tasche. Weil es Sonntag war und alle Banken geschlossen hatten und weil die Automaten meine Kreditkarte verweigerten, gab ich das restliche Geld für Wasser und ein kleines Frühstück aus. Daraufhin radelte ich auf der asphaltierten Straße Richtung Palenque. Nachdem ich eine Abzweigung verpasst hatte, fuhr ich einen Umweg über Emiliano Zapata am Usumacinta.

Unterwegs rastete ich bei einer Gaststätte. Der Wirt gab mir ein Stück Wassermelone und kaufte eine meiner beiden Hängematten. Vom Erlös aß ich abends in Palenque in einem Restaurant Mojarra, ein mit dem Barsch verwandter und bei den Einheimischen beliebter Speisefisch. Ein Hausbewohner beherbergte mich daraufhin in seinem Garten. Ich spannte meine Hängematte auf und schlief erschöpft ein. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich mit Mückenstichen übersät. Ich packte meine Sachen, fuhr ins Zentrum, hob dort Geld bei einer Bank ab und nahm ein Zimmer in der Nähe des Parks.

Frisch geduscht fuhr ich mit dem Fahrrad die letzten sechseinhalb Kilometer zu den Ruinen der ehemaligen Maya-Stadt, die ihre Blüte um 700 entfaltete. Die archäologische Fundstätte lag auf einer Terrasse zerklüfteter, bewaldeter Hügel am Rande des Hochlands von Chiapas. Vor mir stand der Tempel der Inschriften auf der obersten Plattform einer Pyramide. Ich stieg die Treppe hinauf, setzte mich auf eine Stufe und blickte auf die Palastruine mit dem vierstöckigen Turm. Dahinter erstreckte sich ein weites Tiefland bis zum Horizont nach Norden.

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 22. Teil

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Sonnenuntergang

Illustration: Valentino

Der Arbeiter aus Propetén und der elfjährige Junge aus Paso Caballos brachten mich am nächsten Morgen zu der Stelle am Flussufer, an der ich übernachtet hatte. Ich hatte dem Arbeiter verschwiegen, dass ich dem Vater des Jungen Geld für die Überfahrt gegeben hatte. Doch nun befürchtete ich, dass der Junge es ihm erzählen würde, was er jedoch nicht tat. Abgeknickte Äste lagen auf dem Boden – und eine leere Schachtel, die ich nachts dort liegen gelassen hatte.

Auf dem Rückweg traf ich in einem Dorf zwei Männer, die mich auf ihrem Pick-up nach Flores mitnahmen. Der Ort lag auf einer kleinen Insel im See Petén Itzá und war über einen Damm mit dem Festland verbunden. Ich spazierte durch die engen Gassen mit ihren Läden, Hotels und Restaurants. Zwar hatte ich mein Vorhaben aufgegeben, El Naranjo auf dem Wasserweg zu erreichen. Allerdings war ich weiter gekommen, als ich in der Nacht im Wald gedacht hatte. Von der Insel aus beobachtete ich den orangefarbenen Sonnenuntergang.

Der Bus rollte über eine staubige Straße durch eine öde, palmenbestandene Landschaft. Manchmal hielten wir in kleinen Dörfern. Einheimische stiegen zu. Die Männer trugen Hüte, Hemden, abgetragene Jeans und Stiefel, die Frauen Strickjacken, bunte Kleider und Schuhe mit abgelaufenen Sohlen, die Kinder liefen barfuß. In El Naranjo stempelten Beamte die Pässe. Wir schifften den San Pedro hinab und passierten auf halber Strecke die Grenze. Vom Bootsanleger gingen wir ein Stückchen zu Fuß zur Passkontrolle. Als in der hereinbrechenden Nacht die Lichter von La Palma vor einer Brücke am Ufer auftauchten, wehte eine Brise und es spielte Musik.

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 19. Teil

valentino

Verlorene Lagune

Illustration: Valentino

Nachdem ich die Fähre von Puerto Barrios nach Livingston genommen hatte, charterte ich im Hafen ein Boot über den Río Dulce nach El Relleno. Mit dem Fahrrad erreichte ich am nächsten Morgen Toquelá, wo ich Tortillas, Frijoles und Spiegeleier frühstückte und mich mit schwarzem Kaffee wachhielt. Die Sonne ging rasch auf. Kurz hinter der Grenzstation Modesto Méndez gabelte sich der Weg. Ich nahm die asphaltierte Straße Richtung Flores, an deren Rändern ein Großteil des tropischen Waldes abgeholzt war.

Mittags rastete ich in San Luís. Ein Schild wies bald darauf auf das Ende des Asphalts hin. Fortan ging es auf einer staubigen Piste durch eine öde, fast menschenleere Landschaft. Kurz vor Canchacán überraschte mich ein Platzregen. Im Ort regnete es noch einmal, weshalb ich mich in einem Laden unterstellte. Als der Regen aufgehört hatte, fuhr ich mit dem Fahrrad über einige Steigungen und einer Abzweigung folgend bis zur Finca Ixobel. Tags darauf ging es mit dem Fahrrad bei Hitze und Staub über Poptún nach Flores – die letzten Kilometer auf der Ladefläche eines Pick-ups.

Unterwegs nach El Naranjo kam ich von der geplanten Route ab und gelangte an einen See, aus dem kahle Baumgerippe ragten. Feiner Sandstaub bedeckte die Blätter der Pflanzen am Wegesrand. Irgendwo hinter Sacpuy traf ich einen Mann auf einem Fahrrad. Er sagte, dass ich nicht auf dem Weg zur Finca San Joaquin sei, sondern nach Ojo de Agua. Allerdings würde ich auf diesem Weg Paso Caballos erreichen, von wo ich ein Boot nach El Naranjo chartern könnte. Also fuhr ich mit dem Fahrrad weiter und erreichte mittags die verlorene Lagune.

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 18. Teil

valentino

Hochland-2

Illustration: Valentino

Ich verließ Sacapulas und fuhr mit dem Fahrrad durch die Berge und über einen Pass nach Cunén. Der Arzt in der Krankenstation gab mir kostenlose Medikamente gegen meine Bauchschmerzen. In der Herberge schlief ich früh ein. Bei einer Talfahrt am nächsten Morgen hatte ich eine Reifenpanne. Im Tal wechselte ich den Schlauch des Vorderrads und reparierte notdürftig den zerrissenen Felgenriemen. Kurz darauf fing es an zu regnen und der Schotterweg verwandelte sich in eine Schlammpiste. In Uspantán kaufte ich mir einen neuen Ersatzschlauch sowie Felgenriemen.

Aufgrund des schlechten Wetters blieb ich über Nacht in Chicamán und brach in der Früh auf. Der Weg führte über eine Brücke des Flusses Chixoy. Vögel schrien von den Baumwipfeln der bewaldeten Berghänge. Kurz vor San Cristóbal Verapaz ging es zum ersten Mal seit Tagen wieder über eine asphaltierte Straße bis nach Cobán. Zwei Arbeiter nahmen mich tags darauf auf ihrem Pick-up mit. Unterwegs passierten wir in der Hitze Tucurú und La Tinta. In Telemán setzten sie mich ab. Eine handtellergroße Spinne saß nachts an der Decke im Zimmer der Herberge.

Ich radelte bis ins Fischerdorf El Estor am See Izabal. Am nächsten Morgen nahm ich die Fähre nach Mariscos am Seeufer gegenüber. Von dort fuhr ich mit dem Fahrrad durchs heiße Motagua-Tal. Ein Verkäufer auf der anderen Straßenseite bot mir eine Kokosnuss an. Er öffnete sie mit der Machete, als ich mein Fahrrad über die Straße geschoben hatte. Abends erreichte ich Puerto Barrios am Karibischen Meer. Dort trank ich Bier mit den Einheimischen in einer Hafenkneipe.

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | Zweiter Teil

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Maschine

Illustration: Valentino

Die Maschine stand auf dem Rollfeld. Beim Aussteigen über die Gangway hielt ich die Augen nach Geisler offen und wartete unten auf ihn, bis er hinterher kam. Wir gingen zum Terminal. Geisler sagte, dass ihn Freunde erwarteten. Er ging zum Ausgang. Am Schalter bekam ich ein Visum und tauschte einige US-Dollar in die Landeswährung Quetzal. Mein Fahrrad lag neben dem Gepäckförderband. Durch ein Loch im Transportkarton war die Luftpumpe verschwunden – allerdings war der Verlust zu verschmerzen, da ich eine Ersatzpumpe im Gepäck hatte.

An den Wänden der spärlich beleuchteten Eingangshalle hingen Poster der Tourismusbehörde. Zahlreiche Menschen erwarteten Ankömmlinge. Beim Verlassen des Gebäudes drängte ich mich durch Wartende, Träger und bettelnde Kinder. Einheimische schmorten am Straßenrand Kochbananen auf Bratrosten und Tortillas, Maisfladen, auf Steinplatten. Geisler rief mir zu. Er wartete mit einem jungen Paar an der Straße, winkte mich heran und machte mich mit ihm bekannt. Es gehörte zu der Familie, bei der er die nächste Zeit verbringen wollte. Als ich erzählte, dass ich eine Unterkunft suchte, nahmen sie mich auf ihrem Pick-up mit.

Das Fahrzeug hielt auf dem Boulevard eines reichen Stadtviertels vor einem stählernen Tor. Mauern umgaben das Anwesen samt Vorgarten. Grillen zirpten in der lauwarmen Nacht. Geisler hatte die Familie europäischer Herkunft in Frankreich kennengelernt. Abends tafelten wir. Eine einheimische Hausangestellte servierte Kochbananen, schwarze Bohnen, weißen Käse, Tortillas und Ceviche, eine pikante Fischpaste. Nach dem Essen fuhr mich ein Freund der Familie in eine nahe Herberge, in der ich die Nacht verbrachte.

(c) valentino 2016

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Tijuana | Colonias, Playas, Otay

(c) valentino 2016

Tijuana | Zona Centro

(c) valentino 2016

Tijuana | La Línea, Zona Río

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 21 VON 24

valentino

“La Bola”, Centro Cultural, Zona Río, Tijuana

“La Bola”, Centro Cultural, Zona Río, Tijuana / Foto: Valentino

WIE WIR WISSEN LEBEN VIELE MEXIKANISCHE KOMMT OFT DIE POLIZEI SIE KANN KOMMEN DEN VEREINIGTEN STAATEN DAS IST DER DIE VEREINIGTEN STAATEN WARTEN ALSO WAS DENN DIE GROSSE ANZIEHUNG ÜBEN IM GRUNDE WEIL SIE WISSEN DASS MAN ÜBERQUERT WAS GEHÖRT HABE SIE SAGEN DASS ES LEUTE GIBT DERJENIGE DER SIE FÜHRT DANN STEHST DU DIR DURCH DIE LINIE HELFEN MIT GEFÄLSCHTEN EINIGEN ICH GEBE IHNEN SO UND SO VIEL RÜBER SIE VERLANGEN EINEN HOHEN BETRAG UND MANCHMAL MUSSTEN WIR SIE ALLE AUF BRINGEN SIE IN AUTOS RÜBER UND MANCHMAL UNS SIE BRACHTEN UNS ZUR DIENSTSTELLE DIE SIE ÜBERLASSEN SIE IHREM SCHICKSAL WEIL SIE ETWAS SCHWIERIGER ABER WIR REGELTEN DAS SEHEN UND BEVORZUGEN ZU FLIEHEN UND SIE WAR EIN VERGLEICH ZWISCHEN POLIZEI UND AB SIE LASSEN SIE DORT DESHALB VON DEM JEHER BIS HEUTE DAS GAB ES IMMER DIE HABE DASS SIE ES AUCH AUF DIESE WEISE VERSUCHEN WAS SIE DIR SAGEN WEIL IMMER WENN DASS MANCHMAL IHRE FAMILIEN KOMMEN UM INTERESSANTEN DINGE DEN LUSTIGSTEN TEIL IHRER AUTOS RÜBER ZU BRINGEN AUCH DIE SIE VON AUTOS VON HÜBSCHEN MÄDCHEN ZU SEHR SCHWIERIG ES GIBT HALT KEIN GELD ICH LEBE ENGLISCH WAR IMMER EINE PROJEKTION IN AUS VERACRUZ UND BIN GANZ ALLEIN HIER ICH HABE NOCH EINE SPRACHE LERNEN DAS WAR DIE STRASSE SIE SCHLAGEN DICH ODER RAUBEN KULTURELL SIND DIE VEREINIGTEN STAATEN IMMER FAMILIE IST IN VERACRUZ SIE WISSEN NICHT DAS PARADIES DIE UNGEHEURE WERBUNG DIE ANDEREN SEITE AM FREITAG BRECHE ICH AUF WENN SIE IN DEN MEDIEN DEN DANN IST SCHLUSS ICH HABE BEREITS EINEN JOB SEHEN DAS IST EIN GROSSER ANREIZ FÜR DEN WENIGER ERNÄHREN UND DEN FAHRPREIS AUFBRINGEN IN DIE VEREINIGTEN STAATEN ZU ÜBERQUEREN SEITE GEHE WERDE ICH NACH VERACRUZ ZURÜCKKEHREN NENNEN ZU VERWIRKLICHEN ODER DAS NOCH MEHR DIE KÄLTE DER HUNGER UND AUCH DIE TATSACHE DASS VIELE MEXIKANER VERZWEIFELST DU DENKST DU VIEL AN DEINE MAMA KEHREN SIE AUCH MIT EINEM SEHR SCHWIERIG ALSO EIGENTLICH WAR ES NICHT BEWIRKT DASS DIE ZUHAUSEGEBLIEBENEN ER IST VON DORT UND ES GEFÄLLT IHM NICHT IN AUSSTRECKEN ZU EINEM MIGRANTEN DER OHNE SEINE AUSWEISPAPIERE SIE WIESEN IHN FÜR EINEM KLOTZIGEN AUTO DOLLARS IM GEPÄCK HATTE SCHON EINEN JOB DORT ER MIETETE EIN SIE ER IST EIN GEWINNER OBWOHL ER IN DEN WIE ICH RÜBERKOMME UND DA SIE MIR DAS ES WIRD ANDERE ERMUTIGEN ZU GEHEN ANDERES ÜBRIG ABER ES KAM NOCH SCHLIMMER
Border Monument, Playas, Tijuana

Border Monument, Playas, Tijuana / Foto: Valentino

(c) valentino 2015

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 15 VON 24

valentino

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

DU NAHMST DIE AUTOBAHN FAST HATTEST GESTERN HAT MAN MICH AUSGERAUBT GESCHAFFT UND AUF DIESE WEISE KAMST GLAUBE BEI VÍAS SIE NENNEN ES VÍAS DORT GEBIET IN DER NÄHE VON SAN CLEMENTE WIR SOLLTEN EINE WEILE BLEIBEN UM ZU ANGELES PASSIERT WEIL EINIGE DIE SACHEN WIR BLIEBEN ABER WIR SCHLIEFEN EIN UND WURDE WÄHREND DES GESAMTEN WEGES MEINE TASCHE UND ICH HATTE KEIN GELD SCHLUCHTEN EIN WEIL ES HOHE BERGE WAREN DEN ICH DORT VERWAHRT HATTE UM IHN WIEDER HINAUF OHNE WASSER OHNE ETWAS UND SO WAR ES ES WAREN GABEN SIE UNS NICHTS UND SIE LIESSEN UNS ABER SIE GEBEN SICH ALS MIGRANTEN AUS SCHWER FÜR UNS GEWESEN UNTER DIESEN ABER IN WIRKLICHKEIT SIND SIE VON HIER ICH BERGAB MÜDE UND MIT TROCKENEM MUND MIT MEINEM BRUDER ER IST IN SAN EIN LANDGUT ERREICHTEN WO ES EINEN TELEFONNUMMER VERLOREN UND JETZT GIBT ES KEINE LIESSEN SIE UNS TRINKEN UND WIR HALFEN DEN ZWISCHEN DER LINIE UND DER GRENZE IST NICHT VERSUCHEN DENN ICH WILL ARBEITEN KANNST WENN DU KEINEN AUSWEIS SEHR SCHWIERIG IST SO ALS MIGRANT ZU GEHEN DU FLIEHST SCHLAGEN SIE DICH WENN DU LEIDEST DU AUF DER STRASSE KANNST NIRGENDWO BESCHULDIGEN SIE DICH ALS KOJOTE ICH BRÜCKEN ODER SONST WO ES IST SEHR SCHWIERIG EINIGE BRACHTEST DU AUF DEM RÜCKSITZ TAGE DREI NÄCHTE UND ZWEI TAGE IM GEWÖHNLICHES AUTO PASSEN BIS ZU ZEHN ANGELES ZU ERREICHEN ABER ES BRAUCHT SCHNAPPTEST DU DIR DAS AUTO ALLE GRENZSCHUTZ NICHT PACKT ES IST SEHR DU FUHRST DIE STRASSEN ENTLANG IN DER KOMMEN UND WENN DICH DIE KAMERA SIEHT AUCH KEINER STREIFE DES GRENZSCHUTZES OBJEKTIVEN ER SIEHT DICH ER FÄNGT DICH ERREICHTEST

(c) valentino 2015

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 7 VON 24

valentino

Calle Galileo, Colonia Postal, Tijuana

Calle Galileo, Colonia Postal, Tijuana / Foto: Valentino

ES WAR DAS ERSTE MAL UND ES IST SEHR HART TAG AN DER GRENZE DIE ZAHL DER TOTEN AUF DER STRASSE SCHLAFEN WO AUCH IMMER ES DIESE ES GAB DIESE ZAHL NICHT DIE MICH BEI DER ANKUNFT IN SAN CLEMENTE ÜBERQUERUNG IN DIE VEREINIGTEN STAATEN GRENZE HINTER SAN DIEGO UND VON DA GATEKEEPER ODER ANDERE OPERATIONEN AN DER TIJUANA UND DANN HIER LIESSEN SIE MICH VON SÜDEN NACH NORDEN KOMMEN DIE ARBEITE ICH UM NOCH EINMAL ZU ÜBERQUEREN DIE AUF SIE ANGEWIESEN IST ERFUHR ES DIE ANDERE SEITE ZU ERREICHEN DOLLARS BEVORZUGTEN FLUGLINIEN TRANSPORTLINIEN MAN NICHT VIEL ICH DENKE AUF DIE ANDERE WIRTSCHAFT DIE VON DEN MIGRANTEN SENDEN IN MEXIKO IN MEINER FAMILIE ÜBERQUEREN DIESE WIRTSCHAFT STEHT EINER MEINER FAMILIE HELFEN JA ABER NEIN IHREN TRADITIONELLEN ROUTEN GEGENÜBER ÜBERQUEREN SEHR SCHWIERIG ICH KOMME AUFGEHÖRT ES GIBT EINE UNGEHEUERLICHE MIXTEPEC ES IST EIN DORF IN DEM SIE ZU DIE VON KOJOTEN BESTOCHEN SIND DIE SIE SPRECHEN KAUM SPANISCH DAMALS ALS ARBEIT SCHÜTZEN ICH HATTE HELFER DIE ES WAR EINE NEUHEIT DAS HEISST JAHREN ALT WAREN EINE GRUPPE MENSCHEN DIE WIRKLICH VON ANDERSWO DER SIE MIR AUS MEINEM HAUS ODER BILDUNGSNIVEAU HATTEN ES WAR EBEN UM SIE ZU VERSAMMELN UM IN DIE PROZENT DER BEVÖLKERUNG SO UND HUNDERT BRACHTEN SIE VON HIER TIJUANA WIR IN DIESER ZEIT STELL DIR EIN KIND VOR ICH GEHEN DIE DIE LINIE IST DER VORHANG HAST DIE HIER AM GRENZÜBERGANG ARBEITEN MEXIKO WIR VERSTECKTEN UNS ZWISCHEN SIE WASCHEN DIE WINDSCHUTZSCHEIBE BEZAHLTE JEWEILS FÜNF UND ZEHN DOLLAR WAREN BARFUSS SO ZUM BEISPIEL BEGANN DORTHIN ZU BRINGEN DANN NAHM ICH NEUN JAHREN SO LIEFEN WIR BARFUSS UND IN IHM ZAHLTE ICH ETWA FÜNFHUNDERT SANDALEN ZU KAUFEN WEIL WIR SIE VERLOREN DIEGO NACH LOS ANGELES BENUTZEN
Torre Agua Caliente, Tijuana

Torre Agua Caliente, Tijuana / Foto: Valentino

(c) valentino 2014

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 5 VON 24

valentino

Zeichnung: Orlando, 38 Jahre

Zeichnung: Orlando, 38 Jahre

ABER VIELE MENSCHEN DIE MIR GEHOLFEN HABEN DOLLAR MAN KANN EIN ODER ZWEI STUNDEN DIE SIE MIR HIER GABEN ABER JA ES WAR EINE STUNDEN HÄNGT GANZ DAVON AB MIT WEM DU DIR NIEMAND EINE INFORMATION GEBEN KANN BIS DREITAUSEND DOLLAR VON HIER AUS VON WEIL SIE EINE FAMILIE GETRENNT HATTEN DAS GIBT VERSCHIEDENE MÖGLICHKEITEN DICH ZU FAMILIE UND MEHRERE INSTITUTIONEN HALFEN DIEGO BRINGEN SIE DICH NACH LOS ANGELES MICH ICH WAR SCHLAFLOS UND AUFGEWÜHLT ICH REKRUTIEREN DANACH BRACHTE ICH MIR DAS LASS ES MICH KENNEN LERNEN WIE ES IST OB MITZUNEHMEN UND ICH SELBST KÜMMERTE MICH ICH HOFFTE WIRKLICH ETWAS ZU FINDEN ETWAS ICH HELFER DIE ICH NACHHER BEZAHLTE ALSO ETWAS IM ZUSAMMENHANG MIT DEM WAS ICH STUFE KANN MAN SAGEN ABER ICH WAR WEISE GUT DU KANNST ES TUN UND ES IST BEIGEBRACHT HATTE WAR ICH VON NIEMANDEM STELLT SICH HERAUS DASS DIE GESCHICHTEN DIE KLEINE GRUPPE VON HELFERN HATTE DIE DAS ICH LIESS SIE MIR NICHT ENTGEHEN ICH ÜBERSCHRITT MOMENT BENAHM ER SICH SEHR SCHLECHT NIE WIRKLICH EIN HINDERNIS FÜR MICH DANN IN DIESEM RAUM SIE LIESSEN UNS DORT ZU BRÜDER HIER SIE WOLLTEN DORTHIN GEHEN UND SIE SCHICKTEN MEINE FRAU ZURÜCK NACH GEHEN WENN ICH ÜBERQUERE HABE ICH KEIN DEM FAHRER DER WEGGELAUFEN WAR ICH PRAKTISCH FÜHREN SIE WERDEN MIR SAGEN KAMERADEN WIE SIE IHN IN EINER ZELLE HATTEN MIGRATIONSROUTEN SIE ÖFFNETEN NEUE KNIEND EIN US-AMERIKANER DUNKELHÄUTIG ANTWORT AUF DEN DROGENKRIEG DIE PRÄSENZ GESCHLAGEN IN DIE RIPPEN AUF DEN KOPF UND AUF US-AMERIKANISCHER SEITE DIE NATIONALGARDE NATÜRLICH WIE WIR ES GESEHEN HABEN DIE AN ORTEN DER MIGRATIONSÜBERGÄNGE WENN UNS FÜRCHTETEN WIR UNS IN DIESER SITUATION ORTEN BLEIBEN ALS ANTWORT AUF DEN KAMPF MEINE FRAU WURDE WEGGESCHICKT UND NACH GEGEN DEN TERRORISMUS ALL DIE ÜBERWACHUNG HIER NACH TIJUANA ABER WAS FÜR EINE GATEKEEPER BEWIRKT ABER ICH MÖCHTE AUCH MEHR GEFUNDEN HABEN ICH KAM AN EINEM DIE KOSTEN ODER PREISE DAS GELD BEZAHLEN AN MEINE FRAU ICH ERFUHR NICHTS VON IHR DIE VERWANDTEN DER MIGRANTEN AUF DER MITTWOCH BIS ZUM DONNERSTAG ALS ICH FINANZIERUNG DER MIGRATION VERANTWORTLICH ICH SIE AUF DER STRASSE ZU FUSS AUCH AUF DER KOJOTEN FÜR DIE REISE IN DIE VEREINIGTEN SITUATION DENN MEINE PARTNERIN WIEDER ZU GATEKEEPER WURDEN DIE KOJOTEN UNENTBEHRLICH

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 3 VON 24

valentino

Puente Peatonal, Garitas, Tijuana

Puente Peatonal, Garitas, Tijuana / Foto: Valentino

AB NEUNZEHNHUNDERT-VIERUNDNEUNZIG MIT DER OPERATION GATEKEEPER MACHEN TATSÄCHLICH HABE ICH DEN REISEPASS VORHER WAR ES RELATIV EINFACH IN DIE USA ZU KONSULAT ABER MEINE ELTERN HATTEN KEIN VORHER VERLANGTEN DIE KOJOTEN WENIGER JETZT QUALIFIZIERTE MICH NICHT DAFÜR EIN VISUM ZU ZAHL DER TODESOPFER ÜBER ACHTZEHNHUNDERT DAS ÄNDERTE ZU MACHEN UND MEIN MANN VERZWEIFELTE TOTEN STIEG DRAMATISCH DIE SCHWIERIGKEITEN SONST VERPASST DU DIE GELEGENHEIT ICH KAM AUS TIJUANA EINGEREISTEN MIGRANTEN VERRINGERTE SICH OHNE GELD NICHTS BIN ÜBER DIE GRENZE SIE KOMMEN IN TECATE AN NEUE ORTE MIGRATION DURCHQUEREN DANN PACKTE MICH DER HISTORISCHE ORTE HIER GIBT ES HISTORISCHE ORTE ZWEIUNDSIEBZIG STUNDEN DANN BIN ICH GEGANGEN ICH TRADITIONELLE ORTE ALS ICH DANN DAS ERSTE DREI TAGE UND DREI NÄCHTE OHNE ESSEN DIE SCHNITTEN ICH ERINNERE MICH AN DEN ERSTEN SCHNAPPTE DER GRENZSCHUTZ SIE BEHIELTEN STUNDEN KOHL UND MEIN RÜCKEN WAR UNGLAUBLICH GEWAHRSAM ES WAR SEHR HART ES TUT MIR LEID SCHAFFST ES ODER DU SCHAFFST ES NICHT ICH MUSSTE WAS ER ER WARTET DEN ANRUF ZU TÄTIGEN DER HOCKE ABER SICH DEN GANZEN TAG BÜCKEN NICHT PASSIERT WEIL SOBALD ER DAS GESPRÄCH ZEIT DEN SCHMERZ UND ALLE SEINE BEDÜRFNISSE UND WIR WAREN RUHIG DASS WIR EINEN UND DA WAREN MENSCHEN DIE ERST VOR KURZEM VON SAN CLEMENTE DER NUR SCHWER ZU SICH SETZEN UM WEITER ZU ARBEITEN DAS IST DAS KONTROLLPOSTEN MEHR WIR FUHREN DIE STRASSE KÖRPERLICH WENN DU DER ARBEITSWIRKLICHKEIT KAM EINE PATROUILLE DES GRENZSCHUTZES SEHR HARTE ARBEIT ALSO DER RHYTHMUS DES STOPPEN RECHTS RAN ZU FAHREN DER FAHRER FUHR MIT EINEM SCHNELLEN KÖRPERLICHEN VERSCHLEISS MEHR WIE LANGE WIR UNS EIN RENNEN LIEFERTEN HÖHEREN STUFE SIND DIEJENIGEN DIE EINE GROSSE ER LIESS UNS IM WAGEN UND RANNTE LOS HEISST ES IST KEIN KARTELL WIE DER DROGENHANDEL DIE TÜR UND SAGTE WIR SOLLTEN UNS NICHT JEDER HAT SEINE EIGENE GRUPPE UND ES GIBT FAHRER UND SIE NAHMEN IHN IN EINER ANDEREN WAS PASSIERT IST DASS SCHLEPPER DIE EINE KLEINBUS DORT IM EINWANDERUNGSAMT ES MEHR VERDIENEN JE MEHR SIE FÜHREN DESTO DURCHMACHTEN ZUERST STIEGEN AUS DEM KLEINBUS BEISPIEL EIN GROSSER KOJOTE AUF EINER HOHEN FRAGTE DEN MANN VOM GRENZSCHUTZ DER AN DREIHUNDERT ILLEGALE FÜHRT IN EINER EINZIGEN MEINER FRAU SCHICKEN KÖNNE DIESER MANN HAT WIE VIEL EIN SCHLEPPER VERDIENEN KANN SAGTE DER MANN WAR WIE NENNEN DIE LEUTE ZWISCHEN AMERIKANISCH UND MEXIKANISCH
Area Fábrica, Otay, Tijuana

Area Fábrica, Otay, Tijuana / Foto: Valentino

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 1 VON 24

valentino

Calle Galeana / Avenida Revolución, Zona Centro, Tijuana

Calle Galeana / Avenida Revolución, Zona Centro, Tijuana / Foto: Valentino

ICH KAM AUS URUAPAN MIT DEM ZIEL MIT SECHZEHN ZUERST REKRUTIERTEN WIR SIE ZUSAMMEN MIT MEINER FRAU WIR KAMEN BETRAG VON FÜNFUNDZWANZIG DOLLAR FÜR MICH NICHT MEHR GENAU AN DAS DATUM UND ICH WUSSTE WO SIE IM BEGRIFF EINEN KOJOTEN DER UNS FÜR EINEN BESTIMMTEN ICH HABE GELERNT ZUERST HABEN ES MIR BRACHTE UNS AM MITTWOCH IN EIN HAUS DANN FING ICH AN ILLEGALE ZU ENGAGIEREN MITTWOCH DONNERSTAG UND FAST BIS ZUM NAMENS AGUSTÍN ES WAR DER KOJOTE FREITAG NAHM ER UNS MIT UM DIE GRENZE EIGENES AUTO DAS GING SO FÜR EINIGE WEG WIR LIEFEN UNGEFÄHR SIEBEN BIS BEGLEITER MIT AUF DIE ANDERE SEITE ZU PERSONEN ZWÖLF MÄNNER UND ZWEI FRAUEN ER MIR DIE ILLEGALEN ZU FÜHREN EINMAL EINE STRASSE ERREICHTEN SCHON AUF DER WAR ES ALS ICH MEINEN WEG ALS KOJOTE WAR DER AUF UNS WARTETE EINER DERJENIGEN MANN RÜBERBRINGEN ER HATTE PAPIERE EINEM FAHRZEUG UM DIE SCHLÜSSEL ZU SAGEN ICH SEI DORT WOHNHAFT BLOSS DASS ER DIE FAHRERTÜR DANN DIE SCHIEBETÜR AN MIR VIELE FRAGEN ZU STELLEN DESHALB EINSTIEGEN SCHNELL STIEG EINER NACH DEM ES DA HABEN SIE MEINEM MANN NICHTS WAREN BLIEBEN ZWEI VON IHNEN DORT UND ABDRÜCKE EIN FOTO GENAU WIE BEI MIR KLEINBUS ZUSAMMENGEPFERCHT HATTEN NICHT ABER IHM WURDE GESAGT UM WIEDER ER EINEN ANRUF TÄTIGTE EL BORDO IST DER KÖNNEN BESORGE ER BESSER PAPIERE FÜR EL BORDO EL CAÑÓN ZAPATA LAS VÍAS DIE LEUTE TOMATEN UND ORANGEN ERNTEN ORTE LAS TORTILLAS WERDEN ANDERE GENANNT ZUM BEISPIEL TOMATEN KÜRBIS GURKEN OPERATION GATEKEEPER DEN VERSCHLUSS ALLE BLÄTTER RICHTIG FEUCHT SIND ALLE VERURSACHTE WIE WIR WISSEN UM DIE DIR VOR JEDEN TAG GEHT DAS SO EINIGE ABZULENKEN ABER DAS BEDEUTET NICHT MIT PROBLEMEN WIE ARTHRITIS WEGEN DER SIE KOMMEN IMMER NOCH AN DIE GRENZE UND DREISSIG JAHREN HABEN PROBLEME MIT SIE IN DIE VEREINIGTEN STAATEN ABER SEINER VERFASSUNG DENN MORGENS UM EINER ABNAHME DER ZAHL DER MIGRANTEN PRAKTISCH AUS DEM BETT AUF UM ZU ERNTEN
Garitas, Tijuana

Garitas, Tijuana / Foto: Valentino

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Ten Times Tijuana

Der Oltcit in der Dobrudscha

valentino

Eigentlich hatte ich mir das Auto kleiner vorgestellt, aus einer größeren Distanz, die Straße verschlungener und auf den Feldern vereinzelte Bäume. Aber nach dem letzten Bild hatte ich dieses Mal kein Verlangen nach so vielen Details. Das Auto wurde übrigens in den 80ern gemeinschaftlich von einem rumänischen Staatsbetrieb und Citroën hergestellt.

(c) valentino 2013