Fortgang der Arbeit | 35 | Ausblick

valentino

Im Frühjahr hole ich wieder die Wasserfarben hervor, das heißt: eigentlich liegen sie die ganze Zeit auf dem Tisch, werden aber kaum angerührt, weil ich in der kalten Jahreszeit überwiegend an Holzschnitt und Texten arbeite. Als Vorlage für die schnellen Aquarellskizzen dienen Bleistiftskizzen, die ich neulich während eines Museumsbesuchs angefertigt habe. Ein ausführlicher Beitrag zum Besuch folgt demnächst hier auf unserem Blog.

maltisch1

Bei Tageslicht lässt es sich am besten malen. / Foto: Valentino

Und wie geht es weiter? Nächsten Monat hat sich Jürgen Küster, dessen hervorragende grafische Arbeiten ich sehr bewundere, für einen Besuch angekündigt. Im Rahmen seiner diesjährigen „Buchalovs-Freunde-Tour“ wird er, so hat er ins Auge gefasst, bei mir zu Gast sein. Geplant ist ein gemeinsames künstlerisches Projekt, auf das ich schon sehr gespannt bin. Natürlich wird es auch hierzu zu gegebener Zeit Beiträge bei „Vnicornis“ geben.

(c) valentino 2017

Merken

Merken

Merken

Unterwegs im Lande des Vlad Țepeș | 14. Teil

valentino

Berge

Illustration: Valentino

Cecilia betrat die Eishöhle. Sie setzte einen Fuß vor den anderen. Als sie den Dämon sah, ging sie einen halben Schritt zurück. Er fuhr auf sie zu. Sie drehte sich, rutschte aus und fiel hin, begrub dabei ihre rechte Hand unter ihrer Hüfte und fühlte einen stumpfen Schmerz im kleinen Finger. Der Vampir wendete. Cecilia stand auf und lief in den Gang. Ihre Füße patschten durch Wasser, das in Rinnsalen über den Boden floss. Rasch schlüpfte sie durch den Felsspalt und kroch in den Tunnel. Hinter sich hörte sie Flügel schlagen. Eisblöcke fielen von der Decke herab und zersplitterten.

Narcisa nahm mit einer Zuckerzange aus einem Porzellanschälchen zwei Zuckerstückchen und gab sie in ein auf dem Tisch stehendes Teeglas. Sie griff nach der Kanne und füllte das Glas mit dampfendem Tee, in dem sich die Stückchen Zucker langsam auflösten. Der Teelöffel klirrte zweimal gegen das Glas, sie hob es hoch, spitzte die Lippen und pustete. Dann nippte sie, stellte das Teeglas wieder auf der mit gelben und blauen Blumen bestickten Tischdecke ab und erzählte weiter.

Cecilia kletterte zwischen den Kristallen entlang bis zum Faden. Sie hob ihn auf. Ihr Finger war geschwollen und schmerzte noch immer. Sie tastete ihren Weg am Faden entlang durch die Gänge. Im Verlies stieg sie die Stufen der Steintreppe hinauf, die in einen Flügel des Schlosses führte, ging in das Vestibül und betrat von dort aus den Garten. Das Tageslicht blendete sie. Durch die Irrwege zwischen den Hecken erreichte sie den Pavillon auf der Anhöhe, rannte über die Lichtung in den Wald und gelangte tags darauf in die Berge.

(c) valentino 2013

eBook fulltext pdf