Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | Neunter Teil

1. August 2017 § 6 Kommentare

valentino

Illustration: Valentino

Cecilias Haus lag am Rande einer Siedlung. Im Garten wuchsen Früchte und Nüsse. Nachdem sie Blätter und Zweige der Indigopflanze in einem Tongefäß mit Wasser und gelöschtem Kalk eingeweicht hatte, entfernte sie grobe Pflanzenteile, indem sie die Flüssigkeit durch einen Filter in ein anderes Gefäß goss. Die restlichen festen Teilchen schwemmte sie hierin auf. Danach rührte und belüftete sie den Sud, bis dieser eine blaue Farbe angenommen hatte.

Nach dem Trocknen zerrieb sie das Indigopigment und ein filziges weißes Tonmineral mit der Handwalze auf dem Mahlstein und erhitzte alles zusammen mit dem Harz des Kopalbaums in einem Topf über dem Feuer. Die Nachmittagssonne schien von einem teils wolkenbedeckten Himmel. Cecilia hatte vergessen, wann und weshalb sie an den Ort gekommen war, an dem sie sich jetzt befand. Paläste und Tempel aus Kalkstein standen auf mehreren Hügeln in der Umgebung. Am anderen Ende der Siedlung fußten weitere Tempelgebäude auf einer Anhöhe. Hinter den Bauwerken fiel das Flussufer steil ab.

Cecilia trat aus dem Schatten eines Baumes und überquerte einen Platz. Sie stieg mit der mit Farbe gefüllten Dreifußschale aus Ton in der Hand die Steinstufen der Treppe hinauf, streifte den Vorhang beiseite und betrat einen kühlen Raum. Vor ihr breitete sich ein noch unfertiges Fresko aus, das über die gesamte Wandbreite konzipiert war: Vor einem türkisfarbenen Hintergrund blies ein Musiker eine Trompete. Um den sitzenden Maisgott tanzte der Windgott – eine menschliche Figur mit tierhafter Schnauze, krebsartigen Greifarmen und einem Tentakel als Bein. Cecilia übergab die Farbschale dem Künstler. Dieser stellte sie wortlos auf dem Steinboden ab und setzte, nachdem Cecilia den Raum wieder verlassen hatte, sein Werk fort.

(c) valentino 2017

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 15 VON 24

29. September 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

DU NAHMST DIE AUTOBAHN FAST HATTEST GESTERN HAT MAN MICH AUSGERAUBT GESCHAFFT UND AUF DIESE WEISE KAMST GLAUBE BEI VÍAS SIE NENNEN ES VÍAS DORT GEBIET IN DER NÄHE VON SAN CLEMENTE WIR SOLLTEN EINE WEILE BLEIBEN UM ZU ANGELES PASSIERT WEIL EINIGE DIE SACHEN WIR BLIEBEN ABER WIR SCHLIEFEN EIN UND WURDE WÄHREND DES GESAMTEN WEGES MEINE TASCHE UND ICH HATTE KEIN GELD SCHLUCHTEN EIN WEIL ES HOHE BERGE WAREN DEN ICH DORT VERWAHRT HATTE UM IHN WIEDER HINAUF OHNE WASSER OHNE ETWAS UND SO WAR ES ES WAREN GABEN SIE UNS NICHTS UND SIE LIESSEN UNS ABER SIE GEBEN SICH ALS MIGRANTEN AUS SCHWER FÜR UNS GEWESEN UNTER DIESEN ABER IN WIRKLICHKEIT SIND SIE VON HIER ICH BERGAB MÜDE UND MIT TROCKENEM MUND MIT MEINEM BRUDER ER IST IN SAN EIN LANDGUT ERREICHTEN WO ES EINEN TELEFONNUMMER VERLOREN UND JETZT GIBT ES KEINE LIESSEN SIE UNS TRINKEN UND WIR HALFEN DEN ZWISCHEN DER LINIE UND DER GRENZE IST NICHT VERSUCHEN DENN ICH WILL ARBEITEN KANNST WENN DU KEINEN AUSWEIS SEHR SCHWIERIG IST SO ALS MIGRANT ZU GEHEN DU FLIEHST SCHLAGEN SIE DICH WENN DU LEIDEST DU AUF DER STRASSE KANNST NIRGENDWO BESCHULDIGEN SIE DICH ALS KOJOTE ICH BRÜCKEN ODER SONST WO ES IST SEHR SCHWIERIG EINIGE BRACHTEST DU AUF DEM RÜCKSITZ TAGE DREI NÄCHTE UND ZWEI TAGE IM GEWÖHNLICHES AUTO PASSEN BIS ZU ZEHN ANGELES ZU ERREICHEN ABER ES BRAUCHT SCHNAPPTEST DU DIR DAS AUTO ALLE GRENZSCHUTZ NICHT PACKT ES IST SEHR DU FUHRST DIE STRASSEN ENTLANG IN DER KOMMEN UND WENN DICH DIE KAMERA SIEHT AUCH KEINER STREIFE DES GRENZSCHUTZES OBJEKTIVEN ER SIEHT DICH ER FÄNGT DICH ERREICHTEST

(c) valentino 2015

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Mississippi River

2. Juni 2015 § 2 Kommentare

Mississippi River

Aquarell: Valentino

Die Künstlerkolonie Tromm | 5

20. Januar 2015 § 3 Kommentare

waldschrat

Seltener Anblick: Ein Waldschrat außerhalb seines Wohnquartiers / Aquarellskizze: Valentino

Im dichten Nebel verirrten wir uns im Trommwald. Wasser tropfte von den Bäumen auf das nasse Laub. Es raschelte, etwas huschte an uns vorbei. Ein kalter Windstoß wehte die Blätter gegen unsere Jacken. Vor einer Stunde waren wir vom Weg abgekommen, seitdem streiften wir durch Geäst, an dem hier und da rotbraune Blätter im Wind schaukelten. Auf einmal sahen wir kleine trübe Lichter im Nebelschleier, die auf und ab hüpften und sich von uns fort bewegten. Wir folgten ihnen eine Zeitlang, bis wir zu einem Haufen moosbewachsener Granitfelsen kamen. Zuerst dachten wir an die Trollhöhle, doch schienen wir so tief im Wald zu weit von ihr entfernt. Da bemerkten wir zwischen den Felsen ein Glitzern und griffen danach, als plötzlich laut kreischend ein Waldschrat vor uns aufsprang und mit seinen astigen Fingern in unsere Armgruben kniff. Er ließ uns erst in Ruhe, als wir die glitzernden Gegenstände auf den Boden warfen und uns von den Felsen entfernten. Wir bekamen einen ziemlichen Schreck und fanden schließlich wieder zurück zum Weg. Wir dachten, diese Wesen gäbe es nur im Märchen.

(c) valentino und belmonte 2015

ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 12 VON 24

19. August 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

Centro Comercial, Plaza Río, Zona Río, Tijuana

Centro Comercial, Plaza Río, Zona Río, Tijuana / Foto: Valentino

VOR ALLEM DER SÜDEN DES LANDES IST IN WIE ER HEISST ABER AUF DIESEM MARKT BESCHÄFTIGUNGS-ALTERNATIVEN DIE ZAHL DER WAR DIE ANWESENHEIT VON INDIGENEN DREI PROZENT DANN GIBT ES AUS WIRTSCHAFTLICHEN AUSNAHME VON INDIANERN AUS OAXACA KLEINEN UND MITTLEREN STÄDTEN IM SÜDEN OAXACA UND MIXTEKEN AUS GUERRERO ABER KEINE STAATLICHEN INVESTITIONEN ERHALTEN DER EINWANDERUNG ERWEITERT DIE HISTORISCH IN STAATEN DER ABWANDERUNG MESTIZEN BEI IHRER EINWANDERUNG ZUR DURANGO JALISCO DAS HEISST STAATEN AUS ZU BEGLEITEN INDIANER AUS CHIAPAS ZU STOCKTON BAKERSFIELD SANTA ANA UND EINMAL DURCHQUERTEN WIR DIE MÜNDUNG FERNANDO DIE WICHTIGSTEN FREUNDE EINMÜNDETE ICH ERINNERE MICH WIR WARTETEN IN DIE VEREINIGTEN STAATEN IN UND ZU WISSEN WIE MAN SCHWIMMT MIETETEN FÜR JEDE PERSON DIE WIR BRACHTEN SIE IN EINE TASCHE DIEJENIGEN DIE ZU BRINGEN DIE SICH IN LOS ANGELES BEFANDEN UND MIT EINER HAND TRUG ICH MEINE IHREM ZUHAUSE ICH WUSSTE ALS WIR ANKAMEN SO ETWAS WIE EIN STRUDEL UND DAS IST NEBEN DER KATHEDRALE EINEN MARKT GIBT HABE UND EIN ANDERES MAL ALS WIR ALS WIR ZU DIESEM MARKT GINGEN FRAGTE WASSER AUCH BIS ZUM HALS STAND MUSSTEN SEITE GEHEN WÜRDE DIE ERSTE PERSON UNSERER ANKUNFT UNTER EINIGEN BÄUMEN IN JETZT WIR WOLLEN FRÜHSTÜCKEN WIR BEGABEN SIE AUSZUZIEHEN WEIL WIR OFT WIR WIR GERADE FRÜHSTÜCKTEN KAM DIESE PERSON SAN CLEMENTE HATTEN WIR KEINE RÄUME SPRECHEN UND ER SAGTE UNS DASS EINIGE ANDERE LEUTE WENN MAN BEGINNT IST ES ZWÖLFHUNDERT VERLANGE ABER ICH SAGE IHM DASS SEHR ORGANISIERT IST DU BIST NICHT SEHR SAGTE DASS ER SECHSHUNDERTFÜNFZIG VERLANGE MAN SICH UND SCHON HAST DU ALLES IN MICH ODER IN HÄUSERN DIE FREUND MIETEN ERLEBNISSE
“El Bordo”, Tecate, Tijuana

“El Bordo”, Tecate, Tijuana / Foto: Valentino

(c) valentino 2014

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Najade und Pan

18. Februar 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Najade und Pan

„Najade und Pan“, Valentino, 2011, 40 x 30 cm, Aquarell und Kohle auf Aquarellpapier

Im Mündungsgebiet der Donau

27. August 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

In wenigen Schritten trage ich die Wasserfarben auf das Papier auf.

(c) valentino 2013

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