Die Entstehung eines Aquarells | 13

19. Juni 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

valentino

(c) valentino 2018

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Fortgang der Arbeit | 47

12. Juni 2018 § 2 Kommentare

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(c) valentino 2018

Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | 14. Teil

13. März 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

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Illustration: Valentino

Cecilia wachte am Seeufer unter einer Weide auf. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel. Doch der Mond verdeckte sie, so dass ihre Korona um die dunkle Mondscheibe leuchtete. Cecilia watete durch das Schilf knietief ins kühle Wasser und benetzte ihre Haut. Über der Insel nahm sie einen unbekannten Himmelskörper wahr, der größer war und heller strahlte als ein üblicher Stern und der näher zu kommen schien.

Narcisa hob mit der Gabel ein Stück Tamal auf und schob es in den Mund. Beim Kauen trank sie einen Schluck Kaffee aus grob gemahlenen Bohnen. Sie sagte zu Emiliana, dass ihre Tamales immer noch die besten seien und der Kaffee köstlich schmecke. Die Kinder hatten sich zum Schutz vor der Kälte in Decken gehüllt. Sie konnten ihre Augen kaum noch offen halten. Narcisa erzählte, dass Cecilia später nicht mehr gewusst hätte, ob sie die Vorkommnisse am See wirklich erlebt oder bloß geträumt hatte. Vor den plötzlich auftauchenden Kriegern Pakals konnte sie jedenfalls nicht mehr rechtzeitig fliehen. Sie waren ihrer Spur gefolgt und brachten sie nun zurück in die Stadt und von dort in einen Kalksteinbruch, wo sie Strafarbeit verrichten musste.

Cecilia und ihre Mitgefangenen brachen und spalteten den Kalkstein. Träger banden sich die Steinblöcke mit einem Band an die Stirn und trugen sie in die Stadt. Große und schwere Stücke transportierten mehrere Arbeiter mit Halteseilen, Bremskeilen und Gegengewichten auf Rollen dorthin, wo Steinmetze mit Steinmeißeln Reliefs auf die Kalksteintafeln modellierten oder mit Feuersteinmessern Inschriften in den Stuck aus gebranntem Kalk und Muschelschalen schnitten.

(c) valentino 2018

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Pakal – Auf den Spuren eines Blutherrschers | Neunter Teil

1. August 2017 § 6 Kommentare

valentino

Illustration: Valentino

Cecilias Haus lag am Rande einer Siedlung. Im Garten wuchsen Früchte und Nüsse. Nachdem sie Blätter und Zweige der Indigopflanze in einem Tongefäß mit Wasser und gelöschtem Kalk eingeweicht hatte, entfernte sie grobe Pflanzenteile, indem sie die Flüssigkeit durch einen Filter in ein anderes Gefäß goss. Die restlichen festen Teilchen schwemmte sie hierin auf. Danach rührte und belüftete sie den Sud, bis dieser eine blaue Farbe angenommen hatte.

Nach dem Trocknen zerrieb sie das Indigopigment und ein filziges weißes Tonmineral mit der Handwalze auf dem Mahlstein und erhitzte alles zusammen mit dem Harz des Kopalbaums in einem Topf über dem Feuer. Die Nachmittagssonne schien von einem teils wolkenbedeckten Himmel. Cecilia hatte vergessen, wann und weshalb sie an den Ort gekommen war, an dem sie sich jetzt befand. Paläste und Tempel aus Kalkstein standen auf mehreren Hügeln in der Umgebung. Am anderen Ende der Siedlung fußten weitere Tempelgebäude auf einer Anhöhe. Hinter den Bauwerken fiel das Flussufer steil ab.

Cecilia trat aus dem Schatten eines Baumes und überquerte einen Platz. Sie stieg mit der mit Farbe gefüllten Dreifußschale aus Ton in der Hand die Steinstufen der Treppe hinauf, streifte den Vorhang beiseite und betrat einen kühlen Raum. Vor ihr breitete sich ein noch unfertiges Fresko aus, das über die gesamte Wandbreite konzipiert war: Vor einem türkisfarbenen Hintergrund blies ein Musiker eine Trompete. Um den sitzenden Maisgott tanzte der Windgott – eine menschliche Figur mit tierhafter Schnauze, krebsartigen Greifarmen und einem Tentakel als Bein. Cecilia übergab die Farbschale dem Künstler. Dieser stellte sie wortlos auf dem Steinboden ab und setzte, nachdem Cecilia den Raum wieder verlassen hatte, sein Werk fort.

(c) valentino 2017

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ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 15 VON 24

29. September 2015 Kommentare deaktiviert für ORTE KRIEGEN NASSE FÜSSE | TEIL 15 VON 24

valentino

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

Zeichnung: Joaquín, 25 Jahre

DU NAHMST DIE AUTOBAHN FAST HATTEST GESTERN HAT MAN MICH AUSGERAUBT GESCHAFFT UND AUF DIESE WEISE KAMST GLAUBE BEI VÍAS SIE NENNEN ES VÍAS DORT GEBIET IN DER NÄHE VON SAN CLEMENTE WIR SOLLTEN EINE WEILE BLEIBEN UM ZU ANGELES PASSIERT WEIL EINIGE DIE SACHEN WIR BLIEBEN ABER WIR SCHLIEFEN EIN UND WURDE WÄHREND DES GESAMTEN WEGES MEINE TASCHE UND ICH HATTE KEIN GELD SCHLUCHTEN EIN WEIL ES HOHE BERGE WAREN DEN ICH DORT VERWAHRT HATTE UM IHN WIEDER HINAUF OHNE WASSER OHNE ETWAS UND SO WAR ES ES WAREN GABEN SIE UNS NICHTS UND SIE LIESSEN UNS ABER SIE GEBEN SICH ALS MIGRANTEN AUS SCHWER FÜR UNS GEWESEN UNTER DIESEN ABER IN WIRKLICHKEIT SIND SIE VON HIER ICH BERGAB MÜDE UND MIT TROCKENEM MUND MIT MEINEM BRUDER ER IST IN SAN EIN LANDGUT ERREICHTEN WO ES EINEN TELEFONNUMMER VERLOREN UND JETZT GIBT ES KEINE LIESSEN SIE UNS TRINKEN UND WIR HALFEN DEN ZWISCHEN DER LINIE UND DER GRENZE IST NICHT VERSUCHEN DENN ICH WILL ARBEITEN KANNST WENN DU KEINEN AUSWEIS SEHR SCHWIERIG IST SO ALS MIGRANT ZU GEHEN DU FLIEHST SCHLAGEN SIE DICH WENN DU LEIDEST DU AUF DER STRASSE KANNST NIRGENDWO BESCHULDIGEN SIE DICH ALS KOJOTE ICH BRÜCKEN ODER SONST WO ES IST SEHR SCHWIERIG EINIGE BRACHTEST DU AUF DEM RÜCKSITZ TAGE DREI NÄCHTE UND ZWEI TAGE IM GEWÖHNLICHES AUTO PASSEN BIS ZU ZEHN ANGELES ZU ERREICHEN ABER ES BRAUCHT SCHNAPPTEST DU DIR DAS AUTO ALLE GRENZSCHUTZ NICHT PACKT ES IST SEHR DU FUHRST DIE STRASSEN ENTLANG IN DER KOMMEN UND WENN DICH DIE KAMERA SIEHT AUCH KEINER STREIFE DES GRENZSCHUTZES OBJEKTIVEN ER SIEHT DICH ER FÄNGT DICH ERREICHTEST

(c) valentino 2015

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Mississippi River

2. Juni 2015 § 2 Kommentare

Mississippi River

Aquarell: Valentino

Die Künstlerkolonie Tromm | 5

20. Januar 2015 § 3 Kommentare

waldschrat

Seltener Anblick: Ein Waldschrat außerhalb seines Wohnquartiers / Aquarellskizze: Valentino

Im dichten Nebel verirrten wir uns im Trommwald. Wasser tropfte von den Bäumen auf das nasse Laub. Es raschelte, etwas huschte an uns vorbei. Ein kalter Windstoß wehte die Blätter gegen unsere Jacken. Vor einer Stunde waren wir vom Weg abgekommen, seitdem streiften wir durch Geäst, an dem hier und da rotbraune Blätter im Wind schaukelten. Auf einmal sahen wir kleine trübe Lichter im Nebelschleier, die auf und ab hüpften und sich von uns fort bewegten. Wir folgten ihnen eine Zeitlang, bis wir zu einem Haufen moosbewachsener Granitfelsen kamen. Zuerst dachten wir an die Trollhöhle, doch schienen wir so tief im Wald zu weit von ihr entfernt. Da bemerkten wir zwischen den Felsen ein Glitzern und griffen danach, als plötzlich laut kreischend ein Waldschrat vor uns aufsprang und mit seinen astigen Fingern in unsere Armgruben kniff. Er ließ uns erst in Ruhe, als wir die glitzernden Gegenstände auf den Boden warfen und uns von den Felsen entfernten. Wir bekamen einen ziemlichen Schreck und fanden schließlich wieder zurück zum Weg. Wir dachten, diese Wesen gäbe es nur im Märchen.

(c) valentino und belmonte 2015

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