Von Märchenmotiven und gewichtigem Schnee (re-blogged aus dem Café Weltenall)

12. Februar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

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Dieses Bild widme ich Elke Engelhardt und ihrem Buch

Wenn der Schnee Gewicht hat

Was zuerst als Paradox erscheint, ist bei näherer Betrachtung eine kleine Schneeflocke, die weniger wiegt als die winzige Daunenfeder eines Pirols im Frühling, die aber, wenn sie sich mit Ihresgleichen paart und stapelt, Hausdächer zum einstürzen bringt. Das ändert kein Wolf, kein Hans, ob groß im Glück oder klein auf einem Bein, das ändert keine rote Kappe, kein Rumpelstilzchen und auch keine Großmutter.

DSC_0496Elke Engelhardt, die Autorin dieses Buches, kennt dieses Paradox. “Sie”  leistet bei der Alten mit den großen Zähnen ihre Dienste, bis der Schnee Gewicht hat. Erst dann wird es Zeit für eine Umkehr, eine Heimkehr mit oder ohne Kieselsteine, aber mit der Frage nach Heimat.

Wenn Märchen anfangen zu sprechen und mehr werden, als böse Hexe, unschuldiges Kind, mehr als gutmütige Zwerge, bösartige Stiefmutter und vergifteter Apfel, mehr als Schneewittchen, Prinz, Hans und…

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Tijuana | Colonias, Playas, Otay

9. Februar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

(c) valentino 2016

Sicario – Drogenkrieg im Grenzgebiet (Filmrezension)

6. Februar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

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Gastrezension von Simon Kyprianou, Autor unseres Partner-Blogs „Die Nacht der lebenden Texte“.

Actionthriller // Die idealistische junge FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) wird von ihrem zwielichtigen Kollegen Matt Graver (Josh Brolin) für eine Spezialeinheit rekrutiert. Dieser neu gebildeten Taskforce gehört auch der ebenfalls zwielichtige Alejandro Gillick (Benicio del Toro) an, ein mexikanischer Ex-Staatsanwalt und Söldner. Schon beim ersten – blutigen – Einsatz wird Macer klar, dass sie sich fortan nicht mehr in den Grenzen der Legalität bewegt und dass Graver und Gillick fest entschlossen sind, den Drogenkrieg mit unlauteren Mitteln zu bekämpfen. Macer will die beiden Männer ausbremsen, aber ihre Stimme der Vernunft verhallt ungehört.

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Im Grenzgebiet herrscht eine Atmosphäre des Krieges

Immer wieder gibt es Aufnahmen von oben, um das Chaos und die Ausweglosigkeit der Situation, des längst gescheiterten Drogenkriegs auch topologisch nachvollziehbar zu machen ständig untermalt vom grollenden Brummen des Soundtracks. Roger Deakins’ Kamera fängt die sengende Hitze Mexikos und das dort herrschende Chaos wahrlich bedrückend ein.

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Agentin Macer zieht in den Einsatz

„Sicario“ ist ein ungemütlicher Film, der – vor allem im Hinblick auf die Figuren – immer unheilvoll unzuverlässig erzählt und der seinen wahren Schrecken erst am Ende in einer rauschenden, von Nachtsichtgeräten in diffuses Grün gehüllten Actionszene offenbart. Denis Villeneuve spielt sein visuelles Können hier ganz und gar aus. Mit narrativem Ballast hält er sich nicht lange auf, sondern er konzentriert sich ganz darauf, aus „Sicario“ düsteres, grimmiges Genrekino zu machen. Glücklicherweise bewahrt er sich dabei die Haltung zu seinem Sujet, dem Drogenkrieg, sowie zu den Mitteln der US-Regierung, die von Emily Blunts Rolle personifiziert wird. Blunt, del Toro und Brolin sind ganz fantastisch. Für eine zweite Meinung empfehle ich Iris Jankes – ebenfalls positive – Würdigung des Films bei „Die Nacht der lebenden Texte“.

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Die Einheit arbeitet ihre Strategie aus

Nach „Prisoners“ und „Enemy“ ist „Sicario“ ein weiterer äußerst gelungener Film von Villeneuve, dessen nächstes Projekt die Fortsetzung von „Blade Runner“ sein wird, mit Ryan Gosling und erfreulicherweise auch wieder Harrison Ford. Man darf gespannt sein. Habt Ihr einen Favoriten von Denis Villeneuve?

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Kate führt einen Stoßtrupp an

Veröffentlichung: als 4. Februar 2016 als Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 121 Min. (Blu-ray), 117 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Sicario
USA 2015
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Taylor Sheridan
Besetzung: Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio Del Toro, Jon Bernthal, Victor Garber, Alan D. Purwin, Jeffrey Donovan, Sarah Minnich, Lora Martinez-Cunningham, Raoul Trujillo
Zusatzmaterial: Takte aus der Wüste: Die Filmmusik, In die Finsternis eintreten: Das visuelle Design, Blunt, Brolin, & Benicio: Die Darstellung der Charaktere, Kampfzone: Der Hintergrund von „Sicario“
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2016 by Simon Kyprianou

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Fotos & Packshots: © 2016 Studiocanal Home Entertainment

Tijuana | Zona Centro

2. Februar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

(c) valentino 2016

geheimschrift des iohanan vom aufstieg aus dem dunkelen reich ins licht | elfter gesang | 293 bis 296

30. Januar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

belmonte

elfter gesang

… denn sie wollte aus
sich selbst heraus solang sie sich selber traute

293 den glanz eines bildes scheinen lassen fand
darin das abbild eines bösen woraus
sie ohne vorher nach erlaubnis zu fragen
die sie nicht hatte îr werk machte und nannte

294 es jaldabaoth der wusste nicht was außer
îm war und meinte alles zu überragen
als erster herrscher und er erkannte nicht
dass er entstanden war aus weisheit heraus

295 ich bin der erste keiner war vor mir sagte
er doch er war nicht vollkommen sein gesicht
war eine fratze angewidert von îrem
werk warf în die weisheit unter lauter klage

296 fort in den tiefen grund wo der schein des lichtes
noch nicht hinfiel sich im schatten zu verlieren
jaldabaoth aber sammelte sich in
der dunkelheit gab sich einen thron und richtete

sich auf über die welt …

(c) belmonte 2015

Kostenloses eBook im PDF-Format oder EPUB-Format

Tijuana | La Línea, Zona Río

26. Januar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

(c) valentino 2016

Die Strohpuppe – Das Böse steht Connery gut

23. Januar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Die_Strohpuppe-Cover

Woman of Straw

Gastrezension von Andreas Eckenfels, Autor unseres Partner-Blogs „Die Nacht der lebenden Texte“.

Thriller // „Hat Sean Connery eigentlich jemals einen echten Bösewicht gespielt?“, frage ich mich während der Sichtung von Basil Deardens „Die Strohpuppe“. Auch wenn er in Alfred Hitchcocks „Marnie“ die kleptomanische Hauptfigur erpresst und zur Heirat zwingt und in „Sein Leben in meiner Gewalt“ als gebeutelter Cop einen Kinderschänder heftig verprügelt – mir fällt keine Rolle in seiner langen Filmografie ein, in der der James-Bond-Darsteller einen wirklich skrupellosen Typen gespielt hat.

Eine fiese Intrige

In Basil Deardens Verfilmung des Romans von Catherine Arley darf Connery zumindest mal den hinterhältigen Neffen Anthony geben, der seinem schwerreichen Onkel Charles (Ralph Richardson) das Erbe abluchsen will. Dafür spinnt der Lebemann eine fiese Intrige: Er bandelt mit Maria (Gina Lollobrigida) an, der attraktiven Pflegerin seines gehbehinderten Onkels. Sie soll den alten Herren heiraten, dann wird Charles seine geliebte Maria in seinem Testament verewigen. Nach seinem Tod werden Anthony und Maria dann ein wunderbares Luxusleben miteinander führen. Doch es läuft alles anders als geplant …

Großes Starkino

Regisseur Dearden durfte aus dem Vollen schöpfen und versammelte drei namhafte Stars vor der Kamera. Nach seinen ersten beiden 007-Abenteuern kassierte Sean Connery für seinen Auftritt in „Die Strohpuppe“ erstmals eine Gage von einer Million US-Dollar. Das Böse steht dem Schotten in diesem Kriminalstück ebenso gut wie der weiße Tuxedo, den er trägt. Bei dem Maßanzug handelt es sich übrigens um denselben, den er später in der Eröffnungssequenz von „James Bond 007 – Goldfinger“ am Leib hat. Mit seinem bekannten britischen Charme wickelt er zudem als schmieriger Lebemann Anthony nicht nur die arme Maria um den Finger.

Traumfrau und Schauspiel-Veteran

Darstellerisch sind Traumfrau Gina Lollobrigida und Schauspiel-Veteran Ralph Richardson („Kleines Herz in Not“) dem Schotten eine Spur überlegen. Als temperamentvolle, aber gutgläubige Maria, die unfreiwillig zur Femme fatale mutiert, liefert sie sich besonders in der ersten Filmhälfte ein bissiges Dialogduell mit Multimillionär Charles. Richardson spielt den alten Tycoon, der seine Hunde besser behandelt als seine Bediensteten, mit boshaftem Zynismus. Man muss diesen garstigen Misanthropen einfach hassen – und wünscht ihm auch den baldigen Filmtod herbei.

Cleverer Schlussakkord

Neben dem starken Darsteller-Trio, den schönen Kulissen und den tollen Kostümen – man beachte besonders Marias Hochzeitskleid – verläuft auch die Krimihandlung nicht in den üblichen Bahnen. Wie in der klassischen Musik, mit der Charles die Mauern seines riesigen Landhauses beschallt, erklingen in der simplen, aber wendungsreichen Erzählung ständig neue Höhen und Tiefen. So bleibt die spannende Frage, ob das perfekte Verbrechen wirklich gelingt, bis zum cleveren Schlussakkord erhalten.

Veröffentlichung: 4. Dezember 2015 als DVD

Länge: 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Woman of Straw
GB 1964
Regie: Basil Dearden
Drehbuch: Robert Muller, Stanley Mann nach einem Roman von Catherine Arley
Besetzung: Sean Connery, Gina Lollobrigida, Ralph Richardson, Alexander Knox, Johnny Sekka, Laurence Hardy, Peter Madden
Zusatzmaterial: Booklet mit einem Nachdruck des Originalheftes „Illustrierte Film Bühne“ zu „Die Strohpuppe“, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels
Packshot: © 2015 Al!ve AG / Pidax Film

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